Forschung: Bundesregierung lehnt Experimente mit Misch-Embryonen ab

Forschung: Bundesregierung lehnt Experimente mit Misch-Embryonen ab

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Die Bundesregierung lehnt nach Angaben eines Sprechers des Forschungsministeriums wissenschaftliche Experimente mit Misch-Embryonen aus menschlichem Erbgut und tierischen Eizellen ab

Deutschland will Großbritannien bei der Liberalisierung der Embryonenforschung nicht folgen. Die Bundesregierung lehnt nach Angaben eines Sprechers des Forschungsministeriums wissenschaftliche Experimente mit Misch-Embryonen aus menschlichem Erbgut und tierischen Eizellen ab.

Die Freigabe derartiger Versuche durch das britische Unterhaus werfe viele ethische Fragen auf, sagte er am Dienstag in Berlin. Zwar stamme das deutsche Embryonenschutzgesetz aus dem Jahr 1990, als solche Versuche noch keine Rolle gespielt hätten. Dennoch vertrete sein Ministerium die Ansicht, dass derartige Experimente verboten seien und verboten bleiben sollten.

Der wissenschaftliche Wert solcher Forschungen sei zudem umstritten. In Deutschland würden diese nicht benötigt. Von deutschen Wissenschaftlern sei bisher auch kein Interesse bekundet worden. Nach einer langen, hitzigen Debatte hatte das Unterhaus in London am Montagabend mit 336 zu 176 Stimmen gegen einen Antrag gestimmt, die Produktion solcher Misch-Embryonen generell zu verbieten.

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Damit unterstreicht Großbritannien seinen Ruf als eines der weltweit liberalsten Länder in der Stammzellenforschung. Wissenschaftler erhoffen sich durch die Schaffung menschlich-tierischer Embryonen neue Erkenntnisse im Kampf gegen bislang unheilbare Krankheiten. Kritiker ziehen dies allerdings in Zweifel und verurteilen diese Form der Stammzellenforschung als monströs und pervers. Die katholische Kirche sprach von einer gefährlichen „Frankenstein-Wissenschaft“.

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