15 Jahre ISS: Nun wollen Russland und die Esa zum Mond

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15 Jahre ISS: Nun wollen Russland und die Esa zum Mond

Die Internationale Raumstation ISS soll 2024 zerlegt werden. Russland will seine kosmischen Projekte dann mit wechselnden Partnern verwirklichen. Gelingt die Mission mit der europäischen Raumfahrtagentur Esa?

Dunkel, einsam, bitterkalt: Der kraterübersäte Südpol des Mondes ist ein lebensfeindlicher Platz. Für Russland und die europäische Raumfahrtagentur Esa gilt er dagegen als Sehnsuchtsort, an dem Raumfahrtgeschichte geschrieben werden soll. Schon in fünf Jahren, so der ehrgeizige Plan, wollen beide gemeinsam auf dem Erdtrabanten nach Wasser suchen. Dies wäre eine Voraussetzung für eine ständige bewohnte Basis, für ein „Dorf auf dem Mond“.

Der Traum von der Kolonie im Kosmos beflügelt die Fantasie der Forscher in Ost und West. 15 Jahre nach dem Start der ersten Besatzung zur Internationalen Raumstation ISS am 31. Oktober 2000 planen die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos und ihr europäischer Partner den nächsten Schritt.

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Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit tüftelten Experten beider Seiten schon lange an dem Projekt „Luna 27“, sagt der Moskauer Wissenschaftler Igor Mitrofanow.

Das internationale Weltraumrecht

  • Der Weltraumvertrag

    Als erste und grundlegende völkerrechtliche Vereinbarung des Weltraumrechts gilt der Weltraumvertrag, der 1967 unterschrieben wurde und dem heute 102 Staaten zugestimmt haben. Darin sind Grundsätze festgelegt, die die staatlichen Weltraumaktivitäten regeln. So wird etwa das Hoheitsrecht an Teilen des Weltraums, am Mond und an anderen Himmelskörpern ausgeschlossen. Für Forschung und wirtschaftliche Nutzung ist der Weltraum weitestgehend frei. Aber es gibt Beschränkungen. So muss die Erforschung und Nutzung des Weltraums Sache der gesamten Menschheit sein. Geschlossen wurde der Vertrag 1967 insbesondere mit Blick und Furcht vor einem Wettrüsten im All vor dem Hintergrund des Kalten Krieges.

  • Das Weltraumrettungsübereinkommen

    Das Weltraumrettungsübereinkommen wurde kurz nach dem grundlegenden Weltraumvertrag 1968 verabschiedet und regelt die Gewährung von Hilfe an in Not geratene Raumfahrer und zur Rückgabe von in den Weltraum gestarteten Gegenständen.

  • Das Weltraumhaftungsübereinkommen

    Mit dem Weltraumhaftungsübereinkommen wurde 1972 die Haftung im Weltraum in Regeln festgelegt. Zur Sicherstellung angemessenen Schadensersatzes für durch Weltraumgegenstände verursachte Schäden gibt es seitdem einen handfesten Rechtssatz - allerdings bezieht dieser sich in erster Linie auf staatliche und nicht auf private Aktivitäten im Weltraum.

  • Der Mondvertrag

    Nach dem allgemeinen Weltraumvertrag gilt der Mondvertrag von 1979 als die wichtigste Vereinbarung im Weltraumrecht. Darin wurden spezielle Regelungen über die Nutzung des Monds und der eventuellen Ausbeutung seiner Naturschätze festgehalten. Allerdings ist dieser Vertrag wenig bindend, denn im Vergleich zum Weltraumvertrag, dem immerhin 102 Staaten zustimmten, wurde der Mondvertrag bislang nur von 15 Staaten ratifiziert.

Doch nicht nur zum Mond, sondern auch zum Mars wollen die beiden Partner. Bei der Mission „ExoMars“ soll ein Forschungsfahrzeug ab 2019 auf der Nordhalbkugel des Roten Planeten nach Hinweisen auf Leben suchen. Bereits 2016 wollen die Esa und Roskosmos eine um den Mars kreisende Sonde starten, um seine Atmosphäre zu untersuchen.

Weiter fortgeschritten ist die Planung der Mission „Luna-27“. „Der Mond ist der nächste Kontinent, den die Zivilisation besiedeln wird. Es wird dort bemannte Basen geben, wie heute Stationen in der Antarktis“, meint Mitrofanow.

Ähnlich sieht es Europas Raumfahrtchef Jan Wörner. „Die jüngere Generation lechzt nach einer großen, globalen Kooperation“, sagt der Esa-Generaldirektor. Eine Basis (moon village) sei eine Projektidee, die Grundlage sei für eine weltweite Diskussion über einen Nachfolger der ISS nach 2024, betont er.

Russischen Experten zufolge ist der Südpol des Mondes für eine mögliche Besiedlung auch deshalb interessant, weil dort sowohl Sonnenlicht als auch Schatten ist. Das Licht werde für Solarzellen gebraucht, die für die nötige Energie sorgen sollen. Raumfahrer hingegen sollten weitgehend vor Sonnenstrahlung geschützt sein. Zudem sei im Schatten die Wahrscheinlichkeit größer, Wassereis zu finden.

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