3D-Drucker: Das Schnitzel der Zukunft kommt aus dem Drucker

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3D-Drucker: Das Schnitzel der Zukunft kommt aus dem Drucker

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Fleisch vom Metzger des Vertrauens? In der Zukunft könnte das Steak aus dem 3D-Drucker kommen.

Adieu, schlechtes Gewissen wegen Massentierhaltung und mieser Ökobilanz - wenn es nach dem Startup Modern Meadow geht, kommt Fleisch bald nicht mehr vom Metzger, sondern aus dem 3D-Drucker.

Fleisch hat für viele Verbraucher nicht gerade ein gutes Image - Tiere werden unter unwürdigen Bedingungen gehalten und geschlachtet, die Ökobilanz für den Wurst- und Schnitzelkonsum ist schlicht desaströs. So haben Forscher erst im Juli in einer Studie, die im "International Journal of Life Cycle Assessment" erschien, errechnet, dass die Erzeugung von nur einem Kilogramm Fleisch für das Klima so schädlich ist, wie eine Autofahrt bis nach Rom.

Um die Umweltkosten für den Fleischverzehr einzudämmen, will das Startup-Unternehmen Modern Meadow nun einen 3D-Drucker entwickeln, der das Steak direkt auf den Teller druckt, ohne dass Tiere dafür gemästet, transportiert und geschlachtet werden müssen. Ein Unternehmenssprecher bezeichnete die Ressourcenintensität etwa eines Hamburgers als "Zugkatastrophe für die Umwelt".

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Modern Meadow ist davon überzeugt, dass durch vorsichtiges Übereinanderschichten von gemischten Zell-Kulturen, etwa von Muskelfaser-, Fett- und Bindegewebszellen in einer bestimmten Struktur ein essbares Produkt erzeugt werden kann. Das Kurzzeit-Ziel ist erst einmal bescheiden: Modern Meadow will es schaffen, mit Hilfe seiner "Bio-Tinte" eine essbare Scheibe Fleisch von einem mal zwei Zentimetern Größe und weniger als einem halben Millimeter Dicke auszudrucken. Durch den Druck-Prozess soll schon eine beständige Form des Möchtegern-Schnitzels erreicht werden. Es muss dann aber noch einen Reifeprozess in einem Bioreaktor durchlaufen.

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Unterstützt wird Modern Meadows bei seinen Forschungen durch das Förderprogramm Breakout Labs der Thiel Foundation. Die Stiftung stellte mehreren Biotechnologie-Unternehmen einen sechsstelligen Betrag zur Verfügung, genaue Zahlen wurden nicht genannt. Der bekannte Investmentmanager Peter Thiel war zwischenzeitlich Chef des Online-Bezahlsystems Paypal.

Doch neben den technischen und finanziellen Herausforderungen sieht sich das Fleisch aus dem Reagenzglas auch noch einem ganz anderen Problem gegenüber: der Akzeptanz durch die Verbraucher. Das Unternehmen schätzt, dass es wohl erst einmal vor allem Vegetarier erreichen wird, die den Fleischkonsum aus ethischen Gründen ablehnen. Erst, wenn das Drucker-Fleisch irgendwann billiger als sein Pendant aus dem Schlachthaus sei, könne man wohl die Massen erreichen, teilte Modern Meadow mit.

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