Alkohol-Studie: Wodka verkürzt Lebenserwartung in Russland

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Alkohol-Studie: Wodka verkürzt Lebenserwartung in Russland

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Wodka wie Wasser: 19 Prozent der russischen Männer trinken mindestens einen halben Liter Wodka pro Woche. Das verkürzt die Lebenserwartung erheblich.

Hohe Preise und ein Alkohol-Verkaufsverbot nützen nichts: Russische Männer haben im Vergleich zu Westeuropäern eine deutlich geringere Lebenserwartung. Rund 20 Prozent trinken rund einen halben Liter Wodka pro Woche.

Die durchschnittliche Lebenserwartung für einen russischen Mann liegt bei 64 Jahren. Aber: 25 Prozent der russischen Männer sterben, bevor sie 55 Jahre alt werden. Vergleicht man das mit westeuropäischen Ländern, wie zum Beispiel Großbritannien, ist das nur bei sieben Prozent der Fall.

Neue Anti-Alkohol-Gesetze sollten den Wodka-Konsum in Russland eindämmen. Ein nächtliches Verkaufsverbot für Alkohol wurde eingeführt, außerdem wurden die Preise deutlich erhöht. Die groß angelegte Studie bestätigt aber nun, dass das nichts nützt.

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Die Forscher befragten zwischen 1999 und 2008 152.000 Russen in den westsibirischen Städten Barnaul, Tomsk und Bijsk zu Trinkverhalten und Zigarettenkonsum. 19 Prozent der Männer und 2 Prozent der Frauen gaben an, pro Woche mindestens einen halben Liter Wodka zu trinken. Fast alle stärkeren Trinker waren Raucher. Auf Grundlage der Daten berechneten die Forscher, dass 35- bis 54-jährige russische Männer, die rauchen und mindestens 1,5 Liter Wodka pro Woche trinken, ein Risiko von 35 Prozent haben, in den kommenden 20 Jahren zu sterben. Auch für die, die weniger als einen halben Liter pro Woche trinken, liegt das Risiko bei 16 Prozent.

Die hohe Todesrate unter Männern mit hohem Wodkakonsum ist laut der Studie vor allem auf Alkoholvergiftung, Unfälle, Gewalt und Selbsttötung zurückzuführen, aber auch auf Krankheiten wie Leberkrebs und Lungenleiden.

Dennoch hätten sich die Akoholkontrollen seit 2006 positiv ausgewirkt, erklärte der Studienleiter David Zaridse vom Russischen Krebsforschungszentrum in Moskau. Die Wissenschaftler erinnerten daran, dass die restriktive Alkoholpolitik unter Kreml-Chef Michail Gorbatschow in den achtziger Jahren den Konsum um 25 Prozent gesenkt habe - und in der Folge auch die Todeszahlen. Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus dagegen hätten die Menschen wieder sehr viel mehr getrunken, was vor allem unter Präsident Boris Jelzin wieder zu einem Anstieg der Todeszahlen geführt habe.

Wegen der dramatischen demografischen Probleme hat die russische Regierung inzwischen auch weitreichende Rauchverbote erlassen und untersagt Werbung für Suchtmittel. Die starke russische Alkohollobby erschwere diesen Kampf.

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