
Ein europäisches Astronomenteam hat einen erdgroßen Planeten beim nächsten Nachbarstern unserer Sonne gesichtet. Der Planet ist der kleinste, der jemals bei einem sonnenähnlichen Stern erspäht wurde, wie die Europäische Südsternwarte ESO in Garching bei München betont. Die Forscher um Xavier Dumusque vom Observatorium Genf präsentieren ihre Beobachtung in der aktuellen Ausgabe des britischen Wissenschaftsmagazins „Nature“.
Der Exoplanet – so nennen Forscher Planeten außerhalb unseres eigenen Sonnensystems – befindet sich im Sternsystem Alpha Centauri, einem der hellsten Objekte am Südhimmel und mit einer Entfernung von nur 4,3 Lichtjahren das unserem Sonnensystem nächstgelegene Sternsystem. Es handelt sich um ein Dreifachsystem, bestehend aus zwei sonnenähnlichen Sternen, Alpha Centauri A und B, die sich in nur geringem Abstand umkreisen, sowie dem weiter außen liegenden, lichtschwachen roten Begleiter Proxima Centauri.
Seit dem 19. Jahrhundert haben Astronomen spekuliert, ob um diese Sterne Planeten existieren. Diese Planeten wären außerhalb unseres Sonnensystems die nächstgelegenen Orte im Universum, an denen Leben möglich wäre. Obwohl das Sternsystem über die Jahre hinweg immer genauer untersucht worden ist, war die Suche vergeblich. Bis jetzt: Mit dem Spezialinstrument HARPS an einem ESO-Teleskop in Chile wurden die Genfer Forscher fündig.
„Mit dem HARPS-Spektrografen haben wir das System über einen Zeitraum von vier Jahren beobachtet. Am Ende hatten wir ein winziges, aber dennoch reales Signal eines Planeten gefunden, der Alpha Centauri B alle 3,2 Tage umrundet”, erläutert Xavier Dumusque. „Das ist ein ganz besonderer Fund, für den wir unsere Technik zum Nachweis von Exoplaneten bis an die Grenzen des Machbaren ausreizen mussten.“
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