Alzheimer: Studie gibt Hinweise auf Übertragbarkeit

Alzheimer: Studie gibt Hinweise auf Übertragbarkeit

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Ein Modell eines menschlichen Gehirns.

Kann Alzheimer durch medizinische Eingriffe von einem Menschen auf einen anderen übertragen werden? Eine aktuelle Studie liefert neue Hinweise darauf. Warum dennoch kein Grund zur Panik besteht.

Bei medizinischen Eingriffen wie Hirn-OPs könnten Alzheimer-typische Eiweiße auf gesunde Menschen übertragen werden. Hinweise darauf fanden britische Forscher bei Verstorbenen, die zur Behandlung von Kleinwuchs verunreinigte Wachstumshormone aus menschlichem Gewebe erhalten hatten, wie sie im Fachmagazin „Nature“ schreiben. Ob die früh gestorbenen Patienten jemals Alzheimer bekommen hätten, ist allerdings unklar. Ein weiteres, typisches Merkmal der Erkrankung fanden die Wissenschaftler nicht.

Sie gehen davon aus, dass einige der Hormon-Spender an Alzheimer erkrankt waren. Durch die Übertragung der Hormone gelangten bestimmte Eiweiße in den Körper des Empfängers. Sie lösten dort Alzheimer-typische Veränderungen im Gehirn aus. Bei der Pflege oder dem Umgang mit Alzheimer-Patienten bestehe aber keine Gefahr einer Ansteckung, betonen Experten.

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Was ist Alzheimer?

  • Sind alle dementen Menschen an Alzheimer erkrankt?

    Nein. Demenz ist der Oberbegriff für alle Erkrankungen des Gehirns, die den Verlust von Wissen, Erinnerungen, Orientierung und Fähigkeiten zur Folge haben. Die weitaus häufigste Ursache für Demenz ist Alzheimer, rund 60 Prozent aller Fälle sind darauf zurückzuführen. Vielfach liegt der Verlust der Hirnleistung aber auch an gefäßbedingten Durchblutungsstörungen.

  • Was passiert im Gehirn eines Alzheimer-Kranken?

    Die Ursachen für Alzheimer sind noch immer nicht geklärt. Fakt ist, dass im Hirn eines Erkrankten nach und nach Milliarden von Nervenzellen absterben. Die Mehrzahl der Forscher geht davon aus, dass dies von einem Protein im Gehirn ausgelöst wird. Bei gesunden Menschen werden diese Proteine entsorgt, bei Kranken lagern sie sich klumpenförmig im Hirn ab. Der Inhalt dieser Plaques ist Gift für die Nervenzellen. Die Hirnmasse schwindet.

  • Ist Alzheimer erblich?

    Genetische Faktoren sind feststellbar, sind aber nicht Hauptrisiko, sondern sie spielen mit anderen Risiken zusammen. Je älter der Mensch, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit von Alzheimer. Vorerkrankungen und Umwelteinflüsse spielen ebenfalls eine Rolle.

  • Wie wird Alzheimer behandelt?

    Es gibt nur Mittel gegen die Symptome. Bei milden Formen von Alzheimer kann die geistige Leistungsfähigkeit mit Medikamenten kurzzeitig erhalten werden. Die typischen Verhaltensstörungen der Kranken sollen mit Psychopharmaka eingedämmt werden.

  • Können wir vorbeugen?

    Ja. Forscher sind überzeugt, dass ein ungesunder Lebensstil im mittleren Alter das Alzheimer-Risiko erheblich steigert – also zu hohes Gewicht, körperliche und geistige Inaktivität und in der Folge Erkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck.

Die Forscher um Zane Jaunmuktane vom National Hospital for Neurology and Neurosurgery in London untersuchten Patienten, die an der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJD) - einer anderen Hirn-Erkrankung - gestorben waren. Sie hatten meist als Kind Wachstumshormone aus den Hirnanhangdrüsen Verstorbener erhalten, die vermutlich mit Prionen verunreinigt waren.

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Mittlerweile werden diese Hormone anders gewonnen: Seit 1985 stellt man sie nach Angaben des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Krankheiten (DZNE) biotechnisch her. Eine potenzielle Gefährdung über diese Präparate könne deshalb ausgeschlossen werden.

Prionen bestehen aus Eiweißmolekülen, die auch im Gehirn gesunder Menschen vorkommen. Unter gewissen Umständen verändern sie ihre Form. Diese Fehlfaltung kann dann wie in einer Kettenreaktion auf die gesunden Eiweiße übertragen werden. Sie verklumpen, lagern sich im Gehirn ab und rufen die CJD-typischen Symptome hervor.

Die Wissenschaftler untersuchten acht dieser Patienten, die im Alter zwischen 36 und 51 Jahren an CJD gestorben. Die Forscher entdeckten in ihrem Gehirn neben den CJD-Merkmalen auch Ablagerungen von Amyloid-ß-Eiweißen in den Blutgefäßen und in der grauen Substanz des Gehirns. Diese Plaques sind typische Kennzeichen von Alzheimer und bei jüngeren Menschen sehr ungewöhnlich.

Bei Patienten, die an anderen Prionen-Erkrankungen verstorben waren und die zuvor keine menschlichen Wachstumshormone erhalten hatten, entdeckten die Forscher solche Auffälligkeiten nicht.

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