Ameisen auf Honigfang: Süß macht erfinderisch

Ameisen auf Honigfang: Süß macht erfinderisch

, aktualisiert 03. Januar 2017, 12:12 Uhr
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Ameisen der Art A. senilis nutzten Hilfsmittel, um ein süßes Honiggemisch auf einem flachen Teller aufzusaugen und abzutransportieren.

Quelle:Handelsblatt Online

Schimpansen werkeln mit Stöcken in Termitenbauten herum, Krähen nutzen Zweige als Werkzeuge. Aber Ameisen? Nun, einige dieser Winzlinge sind ebenfalls recht erfinderisch, wenn sie es auf Leckereien abgesehen haben.

BerlinWenn es darum geht, an Leckerbissen zu kommen, sind Tiere mitunter sehr erfinderisch und greifen gern auch mal auf Werkzeug zurück. So nutzen etwa Schimpansen Stöcke, um Termiten aus ihren unterirdischen Nestern zu angeln. Auch Krähen sind in der Lage, Futter mit einem Stock aus einem engen Loch zu angeln, bei Bedarf sogar unter Zuhilfenahme eines weiteren Werkzeugs, mit dem sie das passende Holzstück zu sich heranziehen.

Derart beeindruckende kognitive Leistungen erwartet man von Ameisen nicht unbedingt. Die Winzlinge werden meist eher für ihre Körperkraft bewundert: Wollte ein Mensch vergleichbare Lasten stemmen, müsste er einen ganzen Lkw forttragen.

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Doch einige Ameisen-Arten besitzen durchaus die Fähigkeit, natürliche Hilfsmittel als Werkzeug zu benutzen – sie können sogar die Fähigkeit, unter mehreren Möglichkeiten die erfolgversprechendste zu wählen, wie Forscher um István Maák von der Universität Szeged in Ungarn jetzt herausfanden.

Die Forscher offerierten Ameisen zweier Arten – Aphaenogaster subterranea und Aphaenogaster senilis – ein süßes Honiggemisch und Wasser auf flachen Tellern. Zudem lagen mögliche Transportmittel bereit: natürliche wie Erdkrümel, Zweige und Nadeln, aber auch kleine Schnipsel von Schwämmen und Papier.

Die Ameisen schnappten sich einen der Partikel, tunkten ihn in die Flüssigkeit und trugen ihn in ihr Nest, um die Arbeiter dort zu versorgen. Dabei testeten sie verschiedene Möglichkeiten und legten sich schließlich auf eine besonders gut funktionierende fest, wie die Forscher beobachteten.


Papierstücke und Schwämmchen

A. subterranea bevorzugte kleine Erdkrümel für den Transport verdünnten Honigs und Schwammstücke für puren Honig. Die Ameisen der anderen Art nutzten zunächst alle Hilfsmittel gleichermaßen und konzentrierten sich dann zunehmend auf Papierstücke und Schwämmchen – also auf besonders saugfähige Transportmittel.

Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass manche Ameisen Staub- oder Sandkörnchen verwenden, um Flüssigkeiten ins Nest zu transportieren. Den ungarischen Forschern gelang nun aber erstmals der Nachweis, dass die Tiere in der Lage sind, zwischen verschiedenen Möglichkeiten die erfolgversprechendste zu wählen.

Möglicherweise handle es sich um ein aus der Not heraus entstandenes Verhalten, so die Forscher. Denn während andere Ameisen-Arten einen erweiterbaren Magen besitzen, den sie wie ein Transportgefäß nutzen können, fehlt Aphaenogaster-Ameisen diese anatomische Besonderheit.

Quelle:  Handelsblatt Online
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