Andockmanöver erfolgreich: Prestigeerfolg für Chinas Raumfahrt

Andockmanöver erfolgreich: Prestigeerfolg für Chinas Raumfahrt

, aktualisiert 03. November 2011, 07:28 Uhr
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Die 3-D-Animation zeigt den Moment des Andockens zwischen dem Raumschiff Shenzou 8 und dem Weltraummodul Tiangong-1.

Quelle:Handelsblatt Online

Erstmals ist China ein Andockmanöver im All gelungen. Das unbemannte chinesische Raumschiff „Shenzhou 8“ koppelte in der Nacht zu Donnerstag in 343 Kilometer Höhe ferngesteuert an das Raummodul „Tiangong 1“ an.

PekingChina ist dem geplanten Bau einer Raumstation einen entscheidenden Schritt näher gekommen. In der Nacht zu Donnerstag koppelte das unbemannte Raumschiff „Shenzhou 8“ in 343 Kilometern Höhe ferngesteuert an das Raummodul „Tiangong 1“ an. Das Rendezvous im All zwischen dem „Magischen Schiff“ und dem „Himmelspalast“ wurde live im Fernsehen übertragen.

Das erste erfolgreiche Kopplungsmanöver im All ist ein großer Erfolg für die junge und ehrgeizige Raumfahrernation. Acht Jahre nach dem ersten bemannten Raumflug des Landes steigt China damit nach den USA und Russland zur dritten Nation auf, die zwei Raumschiffe im All miteinander verbinden kann.

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„Andocken ist eine grundlegende Fähigkeit, die für viele andere Vorhaben wichtig ist – sei es der Bau eines großen Raumlabors oder einer Raumstation“, sagte Dean Cheng, China- und Raumfahrtexperte der US-Denkfabrik Heritage Foundation. Auch ein Mondflug erfordere mehrfache Andockmanöver.

Es war ein riskantes Vorhaben, das für das Milliardenvolk gut eine Stunden nach Mitternacht live im Fernsehen übertragen wurde. Während „Shenzhou 8“ (Magisches Schiff) und „Tiangong 1“ (Himmelspalast) langsam aufeinander zuflogen, übertrugen Kameras jeden Moment aus dem All. Als der Kopplungsmechanismus endlich zuschnappte, schien der als „historisch“ gefeierte Augenblick völlig unspektakulär – als wenn das Manöver schon dutzendmal vollführt worden wäre.

In Wirklichkeit schienen alle im Kontrollzentrum in Peking, darunter auch Regierungschef Wen Jiabao und Vizepräsident Xi Jinping, den Atem anzuhalten. Als auch die Schleuse wenig später sicher versiegelt war, brandete Beifall auf.


Weltraumforschung in großem Stil

„Alles, was im All passiert, ist sowohl gefährlich, weil das Umfeld unwirtlich ist, als auch schwierig, wegen der Schwerelosigkeit und der Umweltbedingungen“, sagte US-Experte Cheng. Mit dem Manöver demonstriert China seine Fortschritte in der technologischen Aufholjagd zu den anderen großen Raumfahrtnationen. Es demonstriere die Qualität der Steuerdüsen, der Sensoren oder der Software der Bodenkontrolle, meinte Cheng. „Die Chinesen haben es das erste Mal gemacht und, soweit wir wissen, allein auf der Grundlage ihrer eigenen Technologie und Entwicklungsprozesse.“

„Das ist nicht einfach“, sagte ähnlich der Astrophysiker der Universität Hongkong, Sun Kwok. „Es erfordert Koordination in verschiedenen technischen Bereichen wie Kommunikation, Kontrolle, Roboter- und Raketentechnik.“

Der Chefdesigner des chinesischen Raumfahrtprogramms, Zhou Jianping, sagte nach dem Rendezvous um 1.37 Uhr Ortszeit, sein Land besitze jetzt die grundlegenden Technologien und Fähigkeiten für den Bau einer Raumstation, die bis 2020 fertiggestellt werden soll. „Das ermöglicht es China, die Erforschung des Weltraums im großen Stil aufzunehmen“, zitierte ihn die Nachrichtenagentur Xinhua.

„China bewegt sich auf der technologischen Lernkurve beständig nach oben“, meinte die Raumfahrtexpertin Joan Johnson-Freese vom US Naval War College. „Der Erfolg bringt China dem Ziel, eine große Raumstation zu bauen, einen Schritt näher.“ Allerdings werde die geplante Raumstation noch etwas kleiner als das US-Labor Skylab von 1973 mit 80 Tonnen sein und könne sich von der Größe her erst recht nicht mit der Internationalen Raumstation ISS messen.

Auch müsse China noch erfolgreich seine neuen, leistungsstärkeren Raketen vom Typ „Langer Marsch“ testen, die gegenwärtig entwickelt werden. Nach Einschätzung der US-Expertin hinkt die Entwicklung der neuen Raketen gegenwärtig hinter dem Zeitplan her.

Quelle:  Handelsblatt Online
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