Astronaut Alexander Gerst: Astro-Alex würde sofort wieder starten

Astronaut Alexander Gerst: Astro-Alex würde sofort wieder starten

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Astronaut Alexander Gerst: „Wenn man weiß, dass zwischen sich und der Erde nichts ist als das Visier des Raumanzugs, ist das eine tolle Sache.“

Von Künzelsau in den Weltraum und zurück: Alexander Gerst flog als elfter Deutscher ins All. Mit seinen Fotos aus dem Kosmos wollte der Geophysiker auf der Erde mehr Leidenschaft für die Raumfahrt wecken.

Er war wohl Deutschlands „Überflieger“ des Jahres: Alexander Gerst arbeitete sechs Monate lang auf der Internationalen Raumstation ISS und umrundete dabei die Erde mehr als 2500 Mal. Mit seinen Fotos von Städten und Landschaften aus dem Weltall begeisterte er im Internet Zehntausende.

Immer noch ist der 38-Jährige von der enormen Anteilnahme überrascht. Ein Buch über seine Zeit im Kosmos will er aber nicht schreiben. „Ich habe mir bisher nicht vorstellen können, dass das jemanden interessieren könnte“, sagt Gerst.

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Die Erde hat ihn wieder. Nach fast sechs Monaten im All ist der deutsche Astronaut Alexander Gerst am Montagmorgen sicher gelandet.

Mit einem spektakulären Nachtstart war der Mann mit dem kahlgeschorenen Kopf am 28. Mai an Bord einer russischen Sojus-Rakete vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan aus zur ISS geflogen. Dort betreute er rund 166 Tage lang wissenschaftliche Experimente und stieg als Höhepunkt zu Montagearbeiten in den freien Kosmos aus.

„Wenn man weiß, dass zwischen sich und der Erde nichts ist als das Visier des Raumanzugs, ist das eine tolle Sache“, schwärmt der Geophysiker auch noch Wochen nach seiner Landung in Kasachstan am 10. November. Gerst war der elfte Deutsche im All - diese Zahl übertreffen nur die Raumfahrtgroßmächte USA und Russland.

Blick auf die abgeholzten Amazonas-Wälder

Doch nicht jeder Blick aus rund 400 Kilometer Höhe ist angenehm. „Es war schrecklich, die abgeholzten Wälder im Amazonas zu sehen“, erzählt der Mann aus Künzelsau (Baden-Württemberg). Es habe ihn „wirklich schockiert“, wie viel von der „grünen Lunge“ bereits abgefackelt worden sei.

„Wenn Außerirdische die Umweltzerstörung, Kriege und Ländergrenzen auf unserem Planeten sehen würden, hätte ich wirklich Probleme, denen das zu erklären“, meint Gerst. Seine Botschaften aus dem All sollten auch beitragen, „uns Menschen klarzumachen, dass wir nur diese eine, zerbrechliche Erde haben“.

Raumsonde besucht Kometen Rosetta landet am 12. November

Auf den Fotos erinnert Komet „Tschuri“ an eine Spielzeugente. Auf dem Kopf soll im November der Lander „Philae“ aufsetzen. Es wäre die erste Landung überhaupt auf einem Kometen.

Eine Computeranimation zeigt die Raumsonde "Rosetta" (r) und den Asteroiden Steins (undatiertes Handout). Quelle: dpa

Es gehe nicht nur um Naturschutz - der Erde drohe vielleicht einmal eine Katastrophe aus dem Weltall, betont der Raumfahrer. Es spreche viel dafür, dass auf dem öden Mars einmal ähnliche Bedingungen herrschten wie heute auf der Erde.

„Wie kam es zu dieser Wüste? Droht das der Erde? Auch deswegen sollten wir den Mars erforschen“, sagt Gerst. Er hege keine Zweifel an einer bemannten Mission zum Roten Planeten. „Wann das sein wird, darauf kann ich mich nicht festlegen. Weil dies eine gesellschaftlich-politische Frage ist“, sagt er. Experten rechnen mit einem solchen Flug etwa 2030.

Auch Rückschläge gehören zur Raumfahrt dazu

Gerst ist überzeugt vom Sinn der bemannten Raumfahrt - und will auch andere überzeugen. „Wir sind seit Jahrtausenden Entdecker, das liegt uns im Blut. Es ist ja auch unsere Pflicht, weil die Umwelt uns gefährlich werden kann“, sagt er. Den Kosmos erforsche der Mensch erst seit 50 Jahren. „Das heißt, wir stehen am absoluten Anfang der Möglichkeiten. Wir sind noch in den Pioniertagen der Raumfahrt.“

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Rückschläge gehören dazu, räumt Gerst ein. Im vergangenen Herbst war erst der Raumfrachter „Cygnus“ der US-Firma Orbital Sciences kurz nach dem Start explodiert, wenige Tage später starb beim Absturz des Raumschiffs „SpaceShipTwo“ ein Testpilot.

Gerst war zu dieser Zeit gerade im Weltraum. „Natürlich haben wir auf der ISS darüber gesprochen. Aus diesen tragischen Rückschlägen lernt man aber. Wir arbeiten an der vordersten Front komplexer Technologien, das vergisst man vielleicht ab und zu.“

Wann der nächste Deutsche ins All reist, wird auch vom Schicksal der Raumstation abhängen. Bisher ist der Betrieb des schwebenden Labors nur bis 2020 gesichert. Bis dahin sind alle Flüge der Europäischen Raumfahrtagentur Esa bereits vergeben.

Gerst kann sich eine erneute Mission aber grundsätzlich vorstellen: „Letztendlich ist es nicht meine Entscheidung - doch sollte man es mir anbieten, stehe ich selbstverständlich mit Freude zur Verfügung.“

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