Astronauten auf ISS-Mission: Ein ganzes Jahr im Weltall

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Astronauten auf ISS-Mission: Ein ganzes Jahr im Weltall

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US-Astronaut Scott Kelly (links) und der russische Kosmonaut Gennady Padalka kurz vor ihrem Start zur Internationalen Raumstation ISS.

Die einjährige Mission auf der ISS gilt als Vorbereitung für zukünftige Flüge zum Mars. Experten wollen untersuchen, ob die negativen Auswirkungen der Schwerelosigkeit mit der Zeit zunehmen.

Zur ersten einjährigen Mission in der Internationalen Raumstation ISS sind zwei Raumfahrer beim Außenposten der Menschheit eingetroffen. Der Russe Michail Kornijenko und der Amerikaner Scott Kelly sollen es somit doppelt so lange in der engen Station aushalten wie üblich. Die Raumkapsel „Sojus TMA-16M“ startete in der Nacht zum Samstag vom Kosmodrom Baikonur in der kasachischen Steppe und dockte nach knapp sechs Stunden Flug überpünktlich an der ISS an. „Kontakt! Die beiden sind angekommen“, funkte die Nasa in Houston.

Kornijenko und Kelly sollen bei ihrer Mission wichtige medizinische und biologische Erkenntnisse für einen bemannten Flug zum Mars gewinnen. Mit einer solchen Reise, die voraussichtlich länger als ein Jahr dauern würde, rechnen Experten aber erst in vielen Jahren.

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Die Wissenschaftler erwarten mit Spannung, wie es den beiden Männern nach den ersten sechs Monaten im All geht. Knochen und Muskeln werden in der Schwerelosigkeit schwächer, ebenso wie das Immunsystem. Außerdem fließen Körperflüssigkeiten in den Kopf, wodurch Druck auf das Gehirn und die Augen aufgebaut wird. Einige Astronauten klagen deshalb im All über Sehprobleme. Mediziner können durch den längeren Aufenthalt überprüfen, ob diese Symptome mit der Zeit noch schlimmer werden, gleich bleiben oder vielleicht sogar zurückgehen.

Nach der erfolgreichen Reise zum Außenposten der Menschheit in rund 400 Kilometern Höhe kündigten Russland und die USA eine Fortsetzung ihrer Zusammenarbeit im All an - auch über die bis 2024 geplante Nutzung der ISS hinaus. „Roskosmos und die Nasa werden zusammen an einem Programm für eine künftige Raumstation arbeiten“, sagte der Chef der russischen Weltraumbehörde, Igor Komarow. „Wir werden über gemeinsame Projekte nachdenken.“

Nasa-Chef Charles Bolden sagte, Russland und die USA wollten langfristig auch für einen Flug zum Mars kooperieren. Er habe mit Komarow darüber gesprochen, wie ein solches Projekt finanziert und geplant werden könne.

Zum bevorstehenden Ende der ISS-Missionen in neun Jahren hatte Deutschlands Raumfahrtchef Johann-Dietrich Wörner kürzlich gesagt, technische Einrichtungen im All könnten nur für eine begrenzte Zeit verwendet werden. „Um das Leben der Astronauten nicht zu gefährden, müssen sie ständig erneuert werden“, ergänzte er. In den kommenden Jahren müsse entschieden werden, woran sich dabei künftig Deutschland und Europa beteiligen werden.

Neben Kornijenko und Kelly flog auch der russische Kosmonaut Gennadi Padalka zur Raumstation. Er soll aber schon im September zur Erde zurückkehren. Zudem arbeiten auf der ISS etwa 400 Kilometer über der Erde eine Italienerin, ein Russe und ein US-Amerikaner.

US-Astronaut Kelly ist für die Wissenschaftler besonders interessant, weil sein Zwillingsbruder Mark selbst erfahrener Astronaut ist. Der frühere Shuttle-Kommandant bleibt auf der Erde. Vom Vergleich der beiden 51-Jährigen mit den markanten Glatzen erhoffen sich die Wissenschaftler Erkenntnisse über das Verhalten des Menschen in Weltraum und Schwerelosigkeit.

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Kelly und der 54-jährige Kornienko sollen bis kommenden März an Bord der ISS bleiben und in dieser Zeit an der Station auch Vorbereitungen für die geplante Wiederaufnahme bemannter Weltraumflüge aus den USA im Jahr 2017 vornehmen. Kelly muss dabei mehrere Außenbordeinsätze absolvieren, es sind seine ersten.

Die Nasa hatte noch nie einen Astronauten länger als sieben Monate im All, im Gegensatz zu den Russen. Der Kosmonaut Waleri Poljakow verbrachte von 1994 bis 1995 14 Monate auf der Raumstation Mir. Mehrere weitere Russen waren bis zu zwölf Monate im All. Bis auf einen sind alle von ihnen noch am Leben.

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