Billard im Weltall: Tests für die Asteroiden-Abwehr mit Satelliten

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Billard im Weltall: Tests für die Asteroiden-Abwehr mit Satelliten

Vor einem Jahr explodierte ein Meteorit über Tscheljabinsk. Er hat daran erinnert, welche Gefahren im All lauern. In Freiburg wird daran geforscht, noch viel größere Gesteinsbrocken am Aufprall auf der Erde zu hindern.

Am 15. Februar 2013 explodiert über der russischen Millionenstadt Tscheljabinsk ein Meteorit. Die Druckwelle lässt Tausende Scheiben zerbersten und deckt Dächer ab, rund 1500 Menschen werden von Glassplittern verletzt. Voraussehen konnte den zerstörerischen Himmelskörper niemand. Zu klein war der etwa 10 000 Tonnen schwere und 20 Meter im Durchmesser große Brocken, um mit Teleskopen aufgespürt zu werden.

Deutlich größere Himmelskörper haben Forscher des internationalen Forschungsprojekts „NEOshield“ im Blick. Solche, die der Erde nahe kommen könnten und deutlich gefährlicher sind als der Meteorit von Tscheljabinsk. Wie diese sich im Notfall von ihrer Bahn abbringen ließen, untersuchen Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Kurzzeitdynamik in Freiburg. Dort werden Asteroiden im Miniaturformat von winzigen Satelliten beschossen.

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Verletzte bei Meteoriteneinschlägen

  • April 2012

    Ein in vielen Farben leuchtender Feuerball und Explosionsgeräusche schrecken die Menschen im Westen der USA auf. Der Meteorit ist Augenzeugen zufolge zwischen dem Norden des Bundesstaats Nevada bis südlich nach Las Vegas und westlich bis an die Küste Kaliforniens zu sehen. Der 40 Tonnen schwere Brocken rast mit 103 000 Kilometern pro Stunde in die Erdatmosphäre. Bereits rund 48 Kilometer über der Erdoberfläche zerbricht er, niemand kommt zu Schaden.

  • Oktober 2006

    In einem Schrebergarten in Troisdorf bei Bonn brennt eine Laube aus. Als wahrscheinlichste Ursache gilt nach Angaben der Ermittler der Einschlag eines kleinen Meteoriten. Zeugen hätten zuvor eine ungewöhnliche Leuchterscheinung am Himmel beobachtet, heißt es. Ein 77-Jähriger erleidet Brandverletzungen, das Gestein wird aber nie gefunden.

  • Dezember 2004

    Ein heftiger Knall schreckt die Einwohner der indonesischen Hauptstadt Jakarta auf. Das explosionsartige Geräusch stammte nach Angaben des Geophysikalischen Instituts in der Provinz West-Java von einem Meteoriten, der in der Region niederging. Zeugen hatten ein weißglühendes Objekt am Himmel gesehen. Nach Angaben der Polizei wird niemand verletzt.

  • Juni 2004

    Ein 1,3 Kilogramm schwerer Meteorit schlägt in ein Wohnhaus nahe der neuseeländischen Stadt Auckland ein. Der Brocken landet auf einem Sofa, niemand kommt zu Schaden.

  • September 2003

    Beim Einschlag eines Meteoriten im ostindischen Bundesstaat Orissa werden drei Menschen verletzt und zwei Häuser zerstört. Der Himmelskörper habe den Himmel erleuchtet und damit Panik ausgelöst, berichten indische Medien. Viele Menschen fliehen aus Angst.

  • April 2002

    Nur sechs Kilometer vom Märchenschloss Neuschwanstein entfernt stürzt ein rund 1,75 Kilogramm schwerer Meteorit nahe Füssen (Bayern) in den Schnee. Er ist Teil eines größeren Himmelskörpers, der als helle Erscheinung gesichtet worden war. Experten schätzen das Alter des „Neuschwanstein-Meteoriten“ auf 47 Millionen Jahre. Ein weiterer Teil wird ein Jahr später im Allgäu entdeckt.

  • Juni 1996

    Ein zwanzig Kilogramm schwerer Meteorit stürzt auf einen Bauernhof in der nordwestindischen Stadt Jaipur im Bundesstaat Rajasthan. Nach Medienangaben wird niemand verletzt. Die Dorfbewohner waren durch ein donnerartiges Krachen und Blitze aufgeschreckt worden.

  • März 1988

    Ein Meteorit kracht in Trebbin nahe Potsdam in ein Gewächshaus. Mitarbeiter der Gärtnerei sammeln 16 Bruchstücke mit einem Gesamtgewicht von gut einem Kilogramm ein.

Nichts deutet im Untergeschoss des Instituts darauf hin, dass dort daran geforscht wird, die Erde vor tödlichen Brocken aus dem All zu retten. „Städte- und Regional-Killer“ nennt Wissenschaftler Frank Schäfer die Asteroiden, die ihn beschäftigen. Sie haben einen Durchmesser zwischen 100 Metern und 300 Metern und könnten ganze Städte und Regionen auslöschen. Rund 10.000 solcher „Near-Earth-Objects“ - Asteroiden, die der Erde nahe kommen können - haben Astronomen bisher registriert.

Teleskope oder Messinstrumente zur Beobachtung von Asteroiden sucht man am Arbeitsplatz von Schäfer vergeblich. Ein etwa sieben Meter langer Apparat steht im Labor des Physikers. Es ist eine Art Kanone, mit der winzige Kügelchen aus Aluminium auf Gesteinsbrocken geschossen werden. Schäfer nennt sie ganz futuristisch „Spacegun“, oder, wissenschaftlich ausgedrückt, Beschleunigungsanlage. Mit ihr wird die Abwehr gefährlicher Asteroiden mit Satelliten simuliert.

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