Biotechnik: Forscher wollen Mammut klonen

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Biotechnik: Forscher wollen Mammut klonen

von Susanne Kutter

Nach dem Fund eines sehr gut erhaltenen Mammuts im eisigen Sibirien wollen russische Wissenschaftler versuchen, die eiszeitlichen Riesen-Elefanten per Klontechnik zum Leben zu erwecken.

Die russischen Forscher, die aus dem Permafroste im Osten Sibiriens ein etwa 10.000 bis 15.000 Jahre altes Mammut bargen, sind restlos begeistert: Es handle sich um den am besten erhaltenen Mammutfund aller Zeiten, sagt Expeditionsleiter Semjon Grigorjew. Sogar Blut sei in dem Kadaver noch enthalten, schwärmt der Forscher aus Jakutsk. Und die Muskeln sein rot „wie frisches Fleisch“.

Damit erhöhen sich die Chancen, dass das Klonen eines dieser urzeitlichen Riesen-Elefanten doch noch gelingen könnte. Seit mindestens fünf Jahren versuchen Forscher das schon – bisher jedoch ohne Erfolg.

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Nun wollen die Mitarbeiter der Nord-Östlichen Föderalen Universität in Jakutsk das Projekt mit dem gut erhaltenen Zellmaterial einen neuen Versuch starten, gemeinsam mit dem Südkoreanischen Klonforscher Hwang Woo-suk. Der galt über Jahre als Pionier in der Technik des Duplizierens von Säugetieren nach dem Vorbild des 1996 geborenen schottischen Klonschafs Dolly. Doch sein Stern sank, als sich die von ihm veröffentlichen Arbeiten über das angeblich erfolgreiche Klonen von Menschen erwiesen sich dreiste Fälschungen erwiesen. (hier Link auf die Fälschungsartikel).

Ob das Klonen eines Embryos der Urzeitriesen gelingt, bleibt also abzuwarten. Ebenso spannend dürfte die Frage sein, ob sich die wieder zum Leben erweckten Fossilien in unserer heutigen Welt und deren klimatischen Bedingungen wohl fühlen werden. Eine wissenschaftliche Herausforderung ist es allemal.

Falls es gelingt, dürften sich zum einen jene Forscher bestätigt sehen, die seltene und vom Aussterben bedrohte Tierarten klonen wollen, um sie zumindest in Zoos für die Nachwelt zu erhalten. Und zweitens würden die Mammuts wohl nicht allzu lange alleine bleiben. Denn dann könnten die Urzeitfreunde bald unsere Zoos auch mit geklonten Varianten längst ausgestorbener Tierarten wie Höhlenbären oder Säbelzahntiger bevölkern.

Vielleicht – wenn sich der jüngst als fehlerhaft diskreditierte Arbeit über das Klonen von menschlichen Zellen doch korrekt und machbar in der Sache erweist –  lässt sich eines Tages sogar ein Urzeitmensch wie der Neandertaler wieder zum Leben erwecken?

Experten wie Gerd-Christian Weniger, Direktor des Neanderthal-Museums in Mettmann bei Düsseldorf, hält davon allerdings gar nichts vom Klonen der Urzeitmenschen: "Sie sind aus dem evolutionären Prozess ausgeschieden, das hatte seinen Grund." Die Idee, zu den rückgezüchteten Urpferden und Auerochsen, die die Freigehege seines Museums schon heute bevölkern, auch ein paar Mammuts zu stellen, findet er dagegen "amüsant".

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