Deutscher Wirtschafts-Nobelpreisträger: Reinhard Selten im Alter von 85 gestorben

Deutscher Wirtschafts-Nobelpreisträger: Reinhard Selten im Alter von 85 gestorben

, aktualisiert 01. September 2016, 17:14 Uhr
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Selten gilt als einer der Pioniere der Spieltheorie. Noch bis 2014 war er an Forschungsvorhaben beteiligt.

Quelle:Handelsblatt Online

Er war der einzige deutsche Träger des Nobelpreises für Wirtschaft. Nun wurde bekannt, dass Reinhard Selten bereits im August verstorben ist. Er zählt zu den Pionieren der experimentellen Wirtschaftsforschung.

Reinhard Selten, der einzige deutsche Träger des Nobelpreises für Wirtschaft, ist tot. Selten sei bereits am 23. August in Posen (Polen) gestorben, teilte die Universität Bonn am Donnerstag mit. Der Mathematiker und Volkswirt war 1994 zusammen mit den Amerikanern John Nash und John Harsanyi für seine Beiträge zur sogenannten Spieltheorie ausgezeichnet worden.

„Reinhard Selten war einer der bedeutendsten deutschen Wissenschaftler mit höchster internationaler Reputation“, sagte der Rektor der Uni Bonn, Prof. Michael Hoch. Der 1930 in Breslau geborene Selten zählt zu den Pionieren der experimentellen Wirtschaftsforschung.

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„Die Wirtschaftswissenschaft hat Herrn Selten grandiose Antworten und wichtige Fragen in der Spieltheorie und Verhaltenswissenschaft zu verdanken, die die Forschung noch für Jahrzehnte beschäftigen werden“, sagte der Kölner Ökonom Axel Ockenfels, einer von Seltens Schülern, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitagsausgabe). In der Spieltheorie werden mit Hilfe der Mathematik Erkenntnisse über das Verhalten bei Spielen wie Schach oder Poker auf die Wirtschaft übertragen.

Nach einem Studium der Mathematik hatte sich Selten 1968 in Frankfurt in Wirtschaftswissenshaften habilitiert. Professuren an der Freien Universität Berlin und der Universität Bielefeld folgte 1984 der Ruf an die Universität Bonn. Noch bis 2014 hatte er das Forschungsprojekt „Rationalität im Lichte der experimentellen Wirtschaftsforschung“ geleitet.

Privat spielte der Forscher nicht: „Ich habe früher mal Skat gespielt, aber die Regeln sind mir zu kompliziert“, sagte er einmal. Dafür widmete er sich der Kunstsprache Esperanto. Mit Hilfe der Spieltheorie hatte er ein Modell zur weiteren Verbreitung der Sprache untersucht. Bei der Europawahl 2009 war er in Nordrhein-Westfalen Spitzenkandidat der Vereinigung „Europa - Demokratie - Esperanto“, die sich für die Verbreitung der Kunstsprache Esperanto einsetzt.

Quelle:  Handelsblatt Online
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