Ebola: Deutschland will sich an Impfstoff-Erprobung beteiligen

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Ebola: Deutschland will sich an Impfstoff-Erprobung beteiligen

, aktualisiert 17. Oktober 2014, 14:10 Uhr
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Ein Freiwilliger bekommt in Bamako, Mali, eine Impfung mit einem experimentellen Ebola-Impfstoff. Deutschland will sich an der Erprobung eines Impfstoffs eines kanadischen Herstellers beteiligen.

Ein Impfschutz gegen Ebola - daran forschen viele Unternehmen. Deutschland will sich Anfang 2015 an der Erprobung eines vielversprechenden Mittels beteiligen.

Deutschland will sich an der Erprobung eines Impfstoffs zum Schutz vor der Ebola-Seuche beteiligen. Es gebe die Hoffnung, Anfang nächsten Jahres mit den Tests einer kanadischen Produktion beginnen zu können, hieß es am Donnerstagabend in Berliner Regierungskreisen.

Denkbar sei, dass dann auch deutsche Helfer im westafrikanischen Seuchengebiet von einem Impfschutz profitieren könnten, wenn sie sich an der Studie beteiligten. Allerdings wird vermutlich weltweit nur eine kleine Impfstoffmengen zur Verfügung stehen. Schätzungen liegen bei rund 10.000 Impfdosen, wovon auf Deutschland nur ein kleiner Teil fallen würde.

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Deutschen Experten zufolge sind weltweit zwei erfolgversprechende Impfstoffe in Arbeit. Hinter der kanadischen Produktion stehe ein US-Unternehmen. Allerdings forschen deutlich mehr Firmen an einem Impfmittel gegen die tödliche Krankheit.

Das ist das Ebola-Virus

  • Das Virus

    Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es löst ein sogenanntes hämorrhagisches, das heißt mit starken Blutungen einhergehendes, Fieber aus.

  • Sterblichkeit

    Je nach Erregerstamm sterben laut Angaben der WHO 25 bis 90 Prozent der Patienten an einer Ebola-Erkrankung. Trotz intensiver Forschung ist noch kein Heilmittel auf dem Markt, Impfstoffe sind in der Testphase.

  • Der Übertragungsweg

    Seinen Ursprung hat das Virus im Tierreich. Menschen können sich über den Kontakt zu erkrankten Tieren infizieren, unter anderem Affen oder Flughunde. Von Mensch zu Mensch überträgt sich die Krankheit durch Blut und andere Körperflüssigkeiten.

  • Die Krankheit

    Die Inkubationszeit beträgt nach WHO-Angaben zwei Tage bis drei Wochen. Dann setzen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwächegefühl und Halsschmerzen ein. Später gehen Nieren- und Leberfunktion zurück, auch andere Organe werden geschädigt. Es können schwere innere Blutungen auftreten. Erst wenn die Symptome auftreten, sind Infizierte ansteckend.

  • Die Gefahrenzone

    Ebola kommt vor allem nahe des afrikanischen Regenwaldes vor. Zum ersten Mal wurde das Virus 1976 im damaligen Zaire, der heutigen Demokratischen Republik Kongo, nahe dem Ebola-Fluss nachgewiesen. Daher hat die Krankheit ihren Namen.

    Laut aktuellen Zahlen der WHO (Stand: 14. November 2014) sind seit dem aktuellen Ausbruch mehr als 14.400 Ebola-Fälle bekanntgeworden, die meisten in Liberia und Sierra Leone. Fast 5200 Menschen haben das Virus nicht überlebt.

Bertrand Draguez, medizinischer Direktor der Projektabteilung von Ärzte ohne Grenzen, teilte jüngst mit, dass die Organisation sich an Tests für neue Medikamente gegen die Seuche beteiligen will. Hier wolle man mit Organisationen, Universitäten, Unternehmen, Gesundheitsministerien und der WHO zusammenarbeiten, um vor Ort in den von der Krankheit betroffenen Gebieten schnelle Testreihen realisieren zu können. Aufgrund des massiven Ausbruchs der Seuche greife man zu dieser ungewöhnlichen Maßnahme, sagte Draguez. An Tests potentieller Impfstoffe sei man derzeit nicht beteiligt, da diese an gesunden Testpersonen durchgeführt werden.

"Wir sehen ein Katastrophen-Szenario"

Bis experimentelle Behandlungen durchgeführt werden können, sei allerdings noch ein Stück Weg zu gehen und einige Hürden zu überwinden, so Draguez, allen voran die Sicherheit der neuen Behandlungen für die Patienten. Um die Epidemie zu stoppen, seien unmittelbar und am dringendsten mehr Betten für die Kranken nötig. Auch werde mehr Pflegepersonal benötigt. Man brauche eine bessere Überwachung der Kontakte der Patienten und größere Anstrengungen, die Verbreitung der Seuche in den betroffenen Ländern zu unterdrücken. "Was wir derzeit in Westafrika sehen, ist ein Katastrophen-Szenario, und alle Beteiligten - Pharmaunternehmen wie Regierungen - sollten alles in ihrer Macht stehende tun, um die Bekämpfung zu beschleunigen."

Die Bundesregierung ließ am Freitag verlauten, dass sie die Hilfen für den Kampf gegen die Epidemie aufstockt. Die Mittel würden um knapp 85 Millionen Euro auf gut 100 Millionen Euro erhöht, teilte die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Wirtz mit. Mit dem Geld sollten Maßnahmen der Bundesregierung und von Hilfsorganisationen unterstützt werden. Kanzlerin Angela Merkel hatte erklärt, sie sehe die internationale Gemeinschaft im Kampf gegen die tödliche Krankheit gefordert. "Ebola ist in der globalisierten Welt nur mit einer deutlich engeren internationalen Zusammenarbeit und mit deutlich effektiveren Strukturen einzudämmen."

Pflegekraft auf Kreuzfahrtschiff unter Quarantäne

Unterdessen ist eine Pflegekraft der texanischen Klinik, in der der Ebola-Patient Thomas Eric Duncan kürzlich verstarb, auf einem Kreuzfahrtschiff unter Quarantäne gestellt worden. Wie das US-Außenministerium am Freitag weiter mitteilte, zeige sie bislang aber keine Ebola-Symptome. Sie sei auch nicht direkt mit dem Patienten in Kontakt gekommen - möglicherweise aber mit dessen Körperflüssigkeiten.

Die Pflegekraft sei am Sonntag in Galveston an Bord eines Kreuzfahrtschiffes gegangen. Dem Ministerium zufolge beobachtet die Person ihre körperliche Verfassung seit Montag und hat bislang keine Anzeichen einer Ebola-Erkrankung. Sie habe sich mit ihrer Reisebegleitung freiwillig in ihrer Kabine isoliert. US-Behörden veranlassten die Rückkehr des Schiffes in die USA.

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