Ebola-Virus: Ebola-Verdachtsfall auf Madrider Flughafen

Ebola-Virus: Ebola-Verdachtsfall auf Madrider Flughafen

, aktualisiert 16. Oktober 2014, 16:17 Uhr
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Passagier mit Ebola-Symptomen: Die spanischen Behörden haben am Flughafen Madrid ein Flugzeug isoliert.

Wegen eines Ebola-Verdachtsfalls ist eine Passagiermaschine auf dem Madrider Flughafen vorübergehend isoliert worden. Erst gestern hatte die US-Seuchenbehörde Passagiere eines Fluges dazu aufgerufen, sich zu melden.

Wegen eines aus Nigeria stammenden Passagiers ist ein Flieger auf dem Madrider Flughafen vorübergehend isoliert worden. Der Passagier habe stark gezittert und Fieber gehabt, teilten die spanischen Behörden mit. Die Besatzung des aus Paris kommenden Air-France-Flugzeugs habe die spanischen Gesundheitsbehörden informiert. Auf dem Madrider Flughafen wurde daraufhin das für Fälle von Ebola-Verdacht vorgesehene Verfahren ausgelöst. Die Maschine vom Typ Airbus A321 mit 156 Passagieren an Bord wurde an eine abgelegene Stelle des Flughafengeländes dirigiert. Der Passagier sei an Bord des Flugzeugs untersucht worden, berichtete die Nachrichtenagentur Efe.

Die übrigen Fluggäste durften die Maschine verlassen. Allerdings konnten sie nach diesen Informationen ihr Gepäck zunächst nicht in Empfang nehmen, weil das Flugzeug vorher desinfiziert werden sollte. Wie eine Air-France-Sprecherin der Nachrichtenagentur dpa mitteilte, war der Nigerianer am Donnerstag aus Lagos kommend in Paris eingetroffen und dort in die Maschine nach Madrid umgestiegen. Er wurde nach Angaben der Behörden in die Carlos III-Klinik gebracht.

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Weitere Ansteckungen in den USA

Gestern erst wurde bekannt, dass sich in den USA eine weitere Pflegekraft mit Ebola angesteckt hat. Sie habe sich - ebenso wie eine Krankenschwester zuvor - in einer Klinik in Dallas bei der Versorgung eines aus Liberia eingereisten Mannes infiziert, teilte die Gesundheitsbehörde von Texas am Mittwoch mit. Einzelheiten wie Alter und Geschlecht der Pflegekraft wurden nicht bekannt.

Wenige Stunden vor den ersten Symptomen hatte die Pflegekraft nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC einen Inlandsflug absolviert. Alle 132 Passagiere sollen nun vorsichtshalber ausfindig gemacht werden. Am Montag war die Pflegekraft noch gesund, doch am Morgen nach dem Flug bekam sie Fieber, abends wurde sie positiv auf Ebola getestet. Infizierte gelten als nicht ansteckend, solange sie keine Symptome der Erkrankung zeigen.

Unterdessen wächst in den USA die Kritik an den Vorbereitungen des Gesundheitssystems des Landes auf mögliche Ebola-Patienten. Hunderte Krankenschwestern und Pfleger hätten sich beschwert, dass ihre Krankenhäuser nicht ausreichend auf Ebola vorbereitet seien, teilte der Krankenpfleger-Verband National Nurses United (NNU) mit, dem mehr als 4000 Pfleger angehörten. Zudem seien zahlreiche Beschwerden laut geworden, dass Schwestern und Pfleger nicht ausreichend geschult würden.

Die zuerst infizierte Krankenschwester war am Sonntag als erster Fall einer Übertragung von Mensch zu Mensch innerhalb der USA bekanntgeworden. Nach Angaben der Klinik hatte sie die vorgeschriebene Schutzkleidung aus Anzug, Handschuhen, Brille und Gesichtsmaske getragen. Ersten Vermutungen zufolge könnte sie sich beim Abnehmen der Maske angesteckt haben.

Die wichtigsten Infos zur Ebola-Ansteckung in Texas

  • Welchen Schutz haben Ärzte und Pfleger?

    Die exakte Ausrüstung kann variieren. Zu einer Ausstattung für den Umgang mit gesundheitsgefährdenden Stoffen gehören in der Regel ein Kittel, zwei Paar Handschuhe, eine Gesichtsmaske und ein Augenschutz. Es gibt strenge Protokolle dafür, wie diese Schutzausrüstung richtig angewendet wird. Die Kleidung wird im Rahmen eines „Buddy-Systems“ jeweils mit einem Kollegen an- und ausgezogen. Dieser passe auf, dass das korrekt laufe, erklärt Dr. Dennis Maki, Spezialist für Infektionskrankheiten von der University of Wisconsin in Madison.

  • Wie könnte sich die Ebola-Infektion ereignet haben?

    Die Behörden konzentrieren sich auf zwei Aspekte: Darauf, wie die Schutzkleidung entfernt wurde und auf die medizinischen Verfahren bei der Behandlung von Thomas Eric Duncan. Dazu gehörten eine Dialyse und der Einsatz eines Atmungsgeräts. Bei beiden Vorgängen werden Schläuche eingeführt - entweder in Blutgefäße oder in einen Atemweg. Dies erhöht die Gefahr, dass Klinikbeschäftigte in Kontakt mit den Körperflüssigkeiten des Patienten kommt - die Voraussetzung für eine Ebola-Übertragung.

    „Die Entfernung der Ausrüstung kann wirklich die höchste Gefahr darstellen“, sagt Dr. Eileen Farnon von der Temple University. „Man muss äußerst vorsichtig sein und jemanden haben, der einen beobachtet, um sicherzugehen, dass man sich an alle Schritte erinnert.“ Nach jedem dieser Schritte würden in der Regel die Hände mit Desinfektionsmittel oder Chlorspray gereinigt, erklärt Farnon.

  • Welche Übertragungswege gibt es noch?

    Ein Teil der Schutzkleidung könnte beim Ausziehen mit einer Oberfläche in Berührung kommen und diese verunreinigen. Neues Datenmaterial legt nahe, dass selbst winzige Tropfen einer Körperflüssigkeit eines Patienten das Virus enthalten könnten, sagt Maki. „Ich kann den Anzug anhaben und sehr vorsichtig sein, aber ich kann irgendwelche Sekrete oder Körperflüssigkeiten an einer Oberfläche aufnehmen“, und auf diesem Weg verbreiten, erklärt er.

  • Sollten Ebola-Patienten nur in speziellen Zentren behandelt werden?

    Spezialabteilungen sind das Ideal, aber in den USA gibt es davon weniger als ein halbes Dutzend. Zudem verfügen diese nicht über eine unbegrenzte Anzahl an Betten. „Die Verlegung von Patienten stellt auch selbst ein hohes Risiko dar“, sagt Farnon. Dabei würden potenziell mehr Personen dem Virus ausgesetzt.

  • Was empfiehlt die US-Seuchenschutzbehörde den Krankenhäusern?

    Die Seuchenbehörde CDC rät dazu, dass eine Klinik die Zahl der Mitarbeiter verringert, die einen Ebola-Patienten betreuen. Zudem sollten sich diese auf die unbedingt nötige Behandlung des Patienten beschränken. Des Weiteren sollte laut CDC ein Vollzeitbeauftragter für Infektionskontrolle ernannt werden, während in einem Krankenhaus ein Ebola-Patient behandelt wird.

    CDC-Leiter Tom Frieden hat angekündigt, dass sich die Behörde auch mit der persönlichen Schutzausrüstung befassen werde. Es sei nicht zwangsläufig sicherer, mehr Ausrüstung anzuziehen, da dies es erschweren könnte, „effektive Pflege zu leisten“, erklärt Frieden.

Der Chef der US-Seuchenbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention), Tom Frieden, hatte bereits am Sonntag davor gewarnt, dass der Infektion der Krankenschwester weitere Fälle folgen könnten. Die nun erkrankte Pflegekraft meldete am Dienstag Fieber, ein Test bestätigte die Infektion. Die Person sei sofort isoliert und zu Kontakten befragt worden. Alle Menschen, mit denen sie in Verbindung gewesen sei, stünden unter Beobachtung. Der Zustand der Krankenschwester ist nach Angaben des Krankenhauses vom Mittwoch weiter gut.

Auch in Spanien hatte sich eine Frau bei einem Ebola-Kranken angesteckt. Gesundheitsministerin Ana Mato gab bekannt, dass sich der Zustand der Patientin inzwischen gebessert habe, aber weiter ernst sei. Die Pflegehelferin hatte sich in einer Klinik in Madrid bei einem Geistlichen infiziert, der in Afrika gearbeitet hatte.

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