Ebola-Virus : Spanische Patientin hat offenbar kein Ebola mehr

Ebola-Virus : Spanische Patientin hat offenbar kein Ebola mehr

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Teresa Romero nach ihrer Genesung: „Ich sollte nicht sterben, dazu bin ich zu jung."

Die spanische Ebola-Patientin ist dabei, die Krankheit zu überwinden. Sie wies bei einem Test keine Viren mehr auf. Die Pflegehelferin hatte sich um zwei Ebola-Infizierte gekümmert und sich dabei selbst angesteckt.

Die erste in Europa mit Ebola angesteckte Person hat den gefährlichen Virus offenbar besiegt. Bei einem ersten Test nach zweiwöchiger Behandlung seien im Blut der spanischen Krankenschwester Teresa Romero keine Ebola-Spuren mehr gefunden worden, teilte die Regierung in Madrid am Sonntagabend mit. Ein zweiter Test soll laut dem für die Ebola-Epidemie zuständigen Regierungskomitee in den „kommenden Stunden“ Gewissheit bringen. Bis dahin bleibt die Patientin in Quarantäne.

Bereits vor dem zweiten Test zeigte sich der Ehemann von Romero, der selbst in dem Krankenhaus unter Beobachtung steht, überaus erleichtert. „Ich bin sehr glücklich heute, weil wir jetzt sagen können, dass Teresa die Erkrankung besiegt hat“, sagte Javier Limon am Sonntagabend in einem Video. Romeros Sprecherin Maria Teresa Mesa sagte in der Nacht zum Montag vor Journalisten, die Patientin sei „eindrucksvoll wohlauf“. Die 44 Jahre alte Pflegerin könne selbstständig aus dem Bett aufstehen und esse so gut wie alles. „Ich sollte nicht sterben, dazu bin ich zu jung“, habe sie gesagt, berichtete Mesa.

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Ebola-Impfstoffe im Labor Quelle: dpa Picture-Alliance

Romero hatte sich vermutlich bei der Versorgung zweier in Westafrika infizierter Priester im Madrider Krankenhaus Carlos III. angesteckt. Der erste starb am 12. August und der zweite am 25. September. Nach eigenen Angaben hatte sich die 44-Jährige mit einem Handschuh ins Gesicht gefasst, nachdem sie das Krankenzimmer des Priesters Miguel Pajares verlassen hatte. Am 6. Oktober wurde sie positiv auf das Virus getestet.

Anschließend wurde die 44-Jährige mit Blutplasma von anderen Ebola-Infizierten behandelt. Weitere Details über die Versorgung von Romero während ihrer Erkrankung gaben die spanischen Behörden bislang nicht bekannt.

Das ist das Ebola-Virus

  • Das Virus

    Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es löst ein sogenanntes hämorrhagisches, das heißt mit starken Blutungen einhergehendes, Fieber aus.

  • Sterblichkeit

    Je nach Erregerstamm sterben laut Angaben der WHO 25 bis 90 Prozent der Patienten an einer Ebola-Erkrankung. Trotz intensiver Forschung ist noch kein Heilmittel auf dem Markt, Impfstoffe sind in der Testphase.

  • Der Übertragungsweg

    Seinen Ursprung hat das Virus im Tierreich. Menschen können sich über den Kontakt zu erkrankten Tieren infizieren, unter anderem Affen oder Flughunde. Von Mensch zu Mensch überträgt sich die Krankheit durch Blut und andere Körperflüssigkeiten.

  • Die Krankheit

    Die Inkubationszeit beträgt nach WHO-Angaben zwei Tage bis drei Wochen. Dann setzen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwächegefühl und Halsschmerzen ein. Später gehen Nieren- und Leberfunktion zurück, auch andere Organe werden geschädigt. Es können schwere innere Blutungen auftreten. Erst wenn die Symptome auftreten, sind Infizierte ansteckend.

  • Die Gefahrenzone

    Ebola kommt vor allem nahe des afrikanischen Regenwaldes vor. Zum ersten Mal wurde das Virus 1976 im damaligen Zaire, der heutigen Demokratischen Republik Kongo, nahe dem Ebola-Fluss nachgewiesen. Daher hat die Krankheit ihren Namen.

    Laut aktuellen Zahlen der WHO (Stand: 14. November 2014) sind seit dem aktuellen Ausbruch mehr als 14.400 Ebola-Fälle bekanntgeworden, die meisten in Liberia und Sierra Leone. Fast 5200 Menschen haben das Virus nicht überlebt.

Vor der Bekanntgabe von Romeros Testergebnissen hatten Hunderte Angestellte des Gesundheitswesens in Madrid demonstriert und dabei den Rücktritt der spanischen Gesundheitsministerin Ana Mato gefordert. Sie warfen ihr eine unzureichende Vorbereitung auf mögliche Ebola-Fälle in Spanien sowie Versäumnisse im Zuge der Infektion von Romero vor.

Es wird davon ausgegangen, dass Romero die erste Person war, die sich außerhalb Westafrikas mit dem Virus ansteckte. Kurze Zeit darauf infizierten sich auch zwei Krankenschwestern bei der Behandlung eines liberianischen Ebola-Patienten in der US-Metropole Dallas, der im Zuge der Erkrankung starb. Ein britischer Pfleger, der sich ebenfalls mit Ebola angesteckt hatte, kehrte nach seiner Heilung nach Sierra Leone zurück.

Weitere Artikel

Die liberianische Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf bat am Sonntag in einem „Brief an die Welt“ um internationale Hilfe für die von der Ebola-Epidemie getroffenen westafrikanischen Staaten. Ihr Land Liberia sowie Sierra Leone und Guinea seien von dem tödlichen Virus zum Stillstand gebracht worden, sagte sie in dem von der britischen BBC am Sonntag gesendeten Appell. „In Westafrika droht eine Generation junger Menschen an eine wirtschaftliche Katastrophe verloren zu gehen, weil Ernten ausfallen, Märkte und Grenzen geschlossen sind“, sagte die Friedensnobelpreisträgerin.

Sirleaf erinnerte daran, dass die drei Länder schon vor der Ebola-Epidemie in einem schlechten Zustand gewesen seien. „Es ist kein Zufall, dass Ebola in drei anfälligen Staaten - Liberia, Guinea und Sierra Leone - Fuß gefasst hat, die mit den Folgen miteinander verbundener Kriege zu kämpfen haben.“ So habe es vor dem Bürgerkrieg in Liberia 3000 Ärzte gegeben, bei dessen Ende vor elf Jahren aber nur noch 36.

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