Elon Musk und SpaceX: Eine Million Menschen auf dem Mars

Elon Musk und SpaceX: Eine Million Menschen auf dem Mars

, aktualisiert 28. September 2016, 04:00 Uhr
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Elon Musk will zum Mars: Ermöglichen soll das sein Raumfahrtunternehmen SpaceX. In bis zu zehn Jahren soll die erste Rakete zum roten Planeten starten.

von Thomas JahnQuelle:Handelsblatt Online

Elon Musk nannte erstmals Details für die geplante Mars-Expedition. In bis zu zehn Jahren soll die erste Rakete dorthin starten. Pro Trip könnten bis zu 200 Passagiere reisen, der Flug weniger als 100.000 Dollar kosten.

New YorkElon Musk sieht mit seinem neuen schmalen Oberlippenbart ein bisschen aus wie Errol Flynn. Aber Musk ist eher Ingenieur als Schauspieler: Mit seinem gewohnten Stottern verkündete der SpaceX-Gründer am Dienstag seine neusten Weltraumpläne.

In bis zu zehn Jahren könnte das erste Raumschiff starten. Musk schwebt in ferner Zukunft eine Flotte von tausenden gigantischen Raumschiffen vor. Laut des Unternehmers wird die Reise mindestens 80 Tage dauern. Doch in „nicht allzu ferner Zukunft“ soll die Reisezeit auf 30 Tage schrumpfen. In 40 bis 100 Jahren haben sich Musk zufolge eine Million Menschen auf dem Mars angesiedelt. „Der Traum ist real“, sagte der Visionär, der sein Milliardenvermögen, das er unter anderem mit dem Elektroautobauer Tesla und dem Bezahldienst Paypal gemacht hat, dafür einsetzt, „um ihn zu ermöglichen“.

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Musk sprach auf dem International Astronautical Congress (IAC), einer jährlichen Fachmesse, die seit 1950 immer in einem anderen Land stattfindet. Dieses Jahr treffen sich Wissenschaftler, Astronauten, Unternehmer, Juristen und Politiker mehrere Tage in Mexiko, um über alle erdenklichen Aspekte der Besiedlung des Weltraums zu diskutieren. Seminare tragen Titel wie „Das Saturn-System als natürliches Labor für die Biologieentstehung“ oder „Mars Basislager“.

Der Titel der Ansprache von Musk sagte bereits alles: „Verwandlung der Menschheit in eine multiplanetare Spezies“. Schon in wenigen Jahren will er Raumschiffe mit 100 bis 200 Passagieren zum Mars schicken, die pro Fahrt weniger als 200.000 Dollar zahlen. „Der Preis könnte gar unter 100.000 Dollar fallen“, sagte Musk.

Möglich werden soll das mit Kosteneinsparungen in verschiedenen Bereichen. Musk will etwa wiederverwendbare Startraketen einsetzen und die Raumschiffe im Weltall auftanken. Für die Rückreise soll der Treibstoff auf dem Mars hergestellt werden, laut Musk eignet sich der Planet für Methan.

Vor wenigen Tagen nahm das von Musk gegründete Raumfahrtunternehmen SpaceX erstmals das Raptor-Raketentriebwerk auf einer Teststation in Betrieb. Das entwickelte eine Schubkraft von drei Meganewton, rund dreimal so viel wie die bisherigen Triebwerke der Falcon-Raketen von SpaceX.

Ganze neun Raport-Antriebe sollen den „Mars Colonial Transporter“ (MCT) anfeuern, der in nicht allzu ferner Zukunft Astronauten und Ladung im Gesamtgewicht von bis zu 100 Tonnen zum Mars fliegen soll. Mit den Raketen könne der MCT „deutlich weiter als bis zum Mars“ fliegen, schrieb Musk schon vor zwei Wochen.


Nächster Halt: Venus

Wohin könnte die Reise noch gehen? Eine Möglichkeit wäre die Venus, die im Vergleich zum Mars in zwei Drittel der Zeit zu erreichen ist. Allerdings gibt es keine Landemöglichkeiten, weil die Temperaturen dort um die 470 Grad Celsius betragen. Die US-Weltraumorganisation Nasa veröffentlichte hierfür vor kurzem aber eine Lösung: Man könne über den Wolken der Venus eine Stadt bauen. Dort sei es mit 75 Grad vergleichsweise kühl und die Sonnenstrahlen könnten als Energiequelle dienen. „Venus wird seinem Namen als Gottheit nicht gerecht“, wiegelte Musk Reisepläne dorthin ab, „ein schwieriger Planet“.

Weiter entfernt wäre Titan, einer von 18 Monden des Saturns. Er gilt als einer der erdähnlichsten Himmelskörper in unserem Sonnensystem. Dort gibt es eine dichte, stickstoffreiche Atmosphäre, die der auf der Erde in deren Anfangszeit gleicht. Auch vermuten Wissenschaftler dort Wasser und schließen trotz der extrem niedrigen Temperaturen von minus 180 Grad erste Vorstufen von organischem Leben nicht aus.

Bleibt eine Frage: Warum sollte jemand auf dem Mars leben wollen? „Ich sage keinen Weltuntergang vorher“, sagte Musk, aber man wisse ja nie. Mars sei die „neue Grenze“ für die Menschheit. Auch lockten gute Arbeitsmöglichkeiten – „es wird für lange Zeit ein Mangel an Arbeitskräften herrschen“, so Musk. Dazu biete die Schwerkraft „eine Menge Spaß“, dort herrscht nur ein Drittel der Erdanziehungskraft – was weite Sprünge oder Kraftakte mit Steinen erlaube.

Die Strahlung sei nicht zu gefährlich, sagte Musk. Man brauche zwar Schutz bei Solarstürmen, sonst könne man es aber gut aushalten. Auf Dauer sollte ein künstliches Magnetfeld aufgebaut werden. „Und eines stelle ich klar: Jeder kann gratis wieder zurück zur Erde fliegen“, versprach Musk.

SpaceX sei wie früher die Eisenbahnen, die in den Westen der USA fuhren, so der Unternehmer. Es ermögliche die Reise, der Rest der Siedlung komme von allein durch Unternehmer, die mit neuen Ideen und Geschäften das Bild prägen. Die Fahrt könne „jeder“ machen, nur ein paar Tage Training seien nötig. Doch eines machte Musk dabei klar: „Die ersten Reisen werden sehr gefährlich sein. Nur wer bereit zu sterben ist, sollte gehen“.

Quelle:  Handelsblatt Online
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