Energie: Engpässe überbrücken

Energie: Engpässe überbrücken

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Strommasten. Dank neuer High-Tech-Leitungen könnten vielleicht weniger neue Stromtrassen reichen als gedacht

von Wolfgang Kempkens

Die Energiewende erfordert tausende Kilometer neuer Stromtrassen. Dank neuer High-Tech-Leitungen könnten weniger reichen.

Das deutsche Stromnetz gilt als Engpass für die Energiewende: 3600 Kilometer neue Hochspannungsleitungen müssen bis 2020 gebaut werden, um etwa Windstrom vom Norden zu den Verbrauchern im Westen und Süden des Landes zu bringen, schätzt die Deutsche Energie-Agentur (Dena). Zwei Innovationen könnten nun viele der Neubauprojekte überflüssig machen.

Beide wollen das gleiche Problem lösen: Je mehr Strom durch die Leitungen fließt, desto tiefer hängen sie durch – weil sich das Metall erhitzt und ausdehnt. Um zu verhindern, dass die Leitungen Menschen gefährden, begrenzen die Netzbetreiber den Stromdurchfluss.

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Bei kühlem Wetter aber ist die Durchleitfähigkeit der Kabel weitaus größer als im Sommer. Deshalb hat der Stromkonzern E.On 43 Wetterstationen an Stromtrassen installiert.

Mit ihren Daten lässt sich die aktuelle Übertragungskapazität jeder Leitung errechnen. Das Resultat: ein Plus von bis zu 70 Prozent.

Noch wirkungsvoller ist die Lösung des US-Konzerns 3M. Er hat einen keramischen Leiter entwickelt, der dreimal so viel Strom überträgt wie herkömmliche Kabel – und sich bei Hitze nicht ausdehnt. Armin Schnettler vom Institut für Hochspannungstechnik der RWTH Aachen, ist überzeugt: Würden bestehende Trassen mit den keramischen Kabeln nachgerüstet, wäre das billiger als ein Neubau.

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