Entdeckung: Wo das Gold auf Bäumen wächst

Entdeckung: Wo das Gold auf Bäumen wächst

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Eine Mitarbeiterin einer Goldscheideanstalt lässt Goldgranulat durch ihre Finger gleiten. In geringen Mengen findet sich Gold auch in Eukalyptusbäumen.

von Jana Reiblein

Reichtum fällt bekanntlich nicht vom Himmel - doch gewissermaßen wächst Gold auf Bäumen. Forscher fanden heraus, dass Eukalyptusbäume das Mineral wie Pumpen aus dem Boden ziehen und in Blättern, Rinde und Co. einlagern.

Mancherorts wächst Gold praktisch auf Bäumen: Wie australische Forscher um den Geochemiker Melvyn Lintern der Commonwealth-Forschungsorganisation CSIRO herausfanden, kann sich in den Blättern und Ästen von Eukalyptusbäumen Gold ansammeln.

Schon früher hatte man winzige Mengen Gold an und auf den Blättern von Eukalyptusbäumen gefunden, die in der Nähe von Goldabbaugebieten wachsen. Man hatte jedoch keine eindeutigen Belege dafür, dass das Gold tatsächlich von den Pflanzen aufgenommen worden war. Damals hatte man es für wahrscheinlicher gehalten, dass das Gold über den Wind von den Minen auf die Bäume gelangt war.

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Für die Studie untersuchten Lintern und seine Kollegen Proben zweier Eukalyptusbäume, die unmittelbar über einem bekannten Goldreservoir in der Nähe der Stadt Kalgoorlie in Westaustralien wachsen. Da das Vorkommen so klein ist, dass sich ein Abbau nicht lohnt, ist die Lagerstätte unberührt - eine Kontamination durch umhergewirbelten Goldstaub sei hier daher äußerst unwahrscheinlich, so die Forscher. Eine Analyse der Proben ergab: Vor allem in Blättern und Ästen lag die Goldkonzentration zwischen vier und 80 parts per billion (ppb).

Auch eine Röntgenuntersuchung der Blätter zeigte, dass im Blattgewebe mehrere Goldpartikel mit einer Größe von rund acht Mikrometern eingebettet waren. Dies deute darauf hin, dass das wertvolle Mineral auf natürlichem Wege, als durch aufgesogenes Wasser aus der Tiefe und dem Transport bis hoch in die Zweige und Blätter, hinein gelangt sei, sagen die Forscher.

Dass sich das Gold ausgerechnet in Eukalyptus ansammelt, liegt laut den Experten daran, dass das Wurzelsystem der Bäume ungewöhnlich groß sei und besonders tief ins Erdreich vordringe. Einer der beiden untersuchten Bäume hat sogenannte Senkwurzeln, die mehr als 40 Meter tief in den Boden hineinreichen. Im trockenen Klima Westaustraliens bietet diese tiefe Verwurzelung dem Eukalyptus Vorteile gegenüber anderen Bäumen, denn er kann so noch wasserführende Schichten erreichen, wenn die oberflächlichen Bodenschichten bereits ausgetrocknet sind. Das Goldvorkommen unterhalb der untersuchten Bäume liegt in 30 Metern Tiefe. "Die Wurzeln nehmen gelöstes Gold mit dem Wasser auf und transportieren es nach oben", beschreiben Lintern und seine Kollegen den Vorgang. Durch chemische Prozesse falle das Gold in den Blättern aus und lagere sich dort an.

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Reich wird man davon zwar nicht, dafür sind die Mengen viel zu gering. Dennoch kann die Fähigkeit der Bäume, das wertvolle Mineral quasi wie eine hydraulische Pumpe durch die Wurzeln aus dem Boden zu fördern, wertvolle Dienste leisten: Sie liefern so Hinweise auf verborgene Goldreservoirs. Da Neufunde von Goldvorkommen in den vergangenen zehn Jahren deutlich zurückgegangen seien, könnten die Bäume aus Sicht der Forscher dabei helfen, verborgene Reservoirs aufzuspüren. Aufwändige und teure Probebohrungen könnten so vermieden werden.

Ein PDF der Studie, die im Fachjournal „Nature Communications“ erschienen ist, kann >> hier heruntergeladen werden.

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