Epidemie: Ebola-Patient in Frankfurt gelandet

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Epidemie: Ebola-Patient in Frankfurt gelandet

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Ein an Ebola erkrankter Patient wird mit einem speziellen Krankenwagen zur Isolierstation der Uniklinik in Frankfurt am Main gebracht. Feuerwehrleute und Ärzte in Schutzanzügen begleiteten die Ankunft des Mannes, der zuvor mit einem Sonderflug aus Afrika auf dem Flughafen gelandet war. Über den Zustand des Mannes wurde zunächst nichts bekannt.

Wieder wird ein Ebola-Infizierter in Deutschland behandelt. Angaben zur Identität und Krankheitsgeschichte gibt es bislang nicht. In den USA suchen die Behörden weiter nach den Kontaktpersonen eines Infizierten.

Mit einem nächtlichen Ambulanzflug ist ein zweiter Ebola-Kranker nach Deutschland gebracht worden. Die Maschine mit dem Mitarbeiter einer Hilfsorganisation landete am frühen Freitagmorgen auf dem Frankfurter Flughafen. Der Mann wurde unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in die Isolierstation der Universitätsklinik gebracht. Ende August war bereits ein Ebola-Patient aus Westafrika in der Uniklinik in Hamburg-Eppendorf behandelt worden. Unterdessen ging in den USA die Suche nach Menschen weiter, die Kontakt zu einem Ebola-Kranken hatten.

Chronologie der aktuellen Ebola-Epidemie

  • Dezember 2013

    Experten nehmen rückblickend an, dass es in der Region Guéckédou in Guinea den ersten Fall dieser Epidemie gibt.

  • 23.-25. März 2014

    In Guinea sind laut einem Radiobericht etwa 60 Menschen an Ebola gestorben, es gibt fast 100 Infizierte. Zwei Tage später wird Ebola auch in Liberia nachgewiesen, mindestens fünf Menschen sind bereits gestorben.

  • 23. Juni

    Am 23. Juni warnen die ersten Experten, dass die Epidemie außer Kontrolle sei.

  • 20. Juli

    In Nigeria bricht ein Regierungsberater Liberias am Flughafen zusammen. Tage später stirbt er, der Test ergibt: er hatte sich mit Ebola infiziert.

  • 7. bis 8. August

    Erstmals wird ein Ebola-Infizierter nach Europa gebracht: Spanien fliegt den Geistlichen Miguel Pajares ein. Er stirbt kurz darauf. Am 8. August stuft die WHO die Epidemie als Internationalen Gesundheitsnotfall ein.

  • 27. bis 29. August

    Erstmals kommt ein Ebola-Patient aus Westafrika nach Deutschland. Er wird in der Uniklinik Hamburg-Eppendorf behandelt. Zwei Tage später erreicht die Seuche mit einem erkrankten Studenten aus Guinea den Senegal. Der Patient gilt inzwischen als geheilt.

  • 30. September

    Eine UN-Sondermission (UNMEER) eröffnet ihr Hauptquartier in Ghana. Im US-Staat Texas wird bei einem Mann aus Liberia Ebola diagnostiziert.

  • 6. Oktober

    In Spanien hat sich eine Krankenschwester mit Ebola infiziert. Damit hat sich erstmals ein Mensch in Europa angesteckt. Die Krankenschwester hatte einen an Ebola erkrankten spanischen Priester betreut, der zur Behandlung aus Sierra Leone nach Madrid gebracht worden war und dort wenige Tage später verstarb.

  • 8. und 9. Oktober

    Der Ebola-Patient Thomas Eric Duncan in Texas stirbt. Der 42-Jährige hatte sich in Liberia infiziert, war aber erst in den USA erkrankt. Einen Tag später trifft ein dritter Ebola-Patient in Deutschland ein. Die Ärzte im Leipziger Klinikum bezeichnen den Zustand des aus dem Sudan stammenden UN-Mitarbeiters als „hochgradig kritisch“.

  • 13. und 14. Oktober

    In Liberia droht ein Streik im Gesundheitswesen die Krise zu verschärfen. Pflegekräfte fordern mehr Geld und Schutz. Am Tag darauf wird bekannt, dass der Leipziger Patient tot ist.

Nach der Landung in Frankfurt herrschten strenge Sicherheitsmaßnahmen. Feuerwehr und Polizei eskortierten das Spezialfahrzeug, mit dem der Kranke zur Klinik transportiert wurde. Am rückwärtigen Eingang der Isolierstation begleiteten ihn mehrere Helfer in Ganzkörper-Schutzanzügen.

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Angaben zur Nationalität des Mannes und zu seinem Einsatz im Ebola-Epidemiegebiet gab es zunächst nicht. Im Laufe des Freitags sollten aber Einzelheiten mitgeteilt werden. Am Donnerstag hatten die Organisatoren des Flugs lange gebangt, ob der Zustand des Patienten überhaupt einen Transport nach Deutschland zulassen würde.

Im US-Bundesstaat Texas wird derzeit ein Mann behandelt, der sich in Afrika mit Ebola infiziert hatte und dann auf der Reise in die USA erkrankte. Die US-Gesundheitsbehörden versuchen mit allen Mitteln, die Gefahr einzudämmen. Hunderte Mediziner sind unterwegs, um Kontaktpersonen des Mannes zu finden, zu untersuchen und wenn nötig zu isolieren. Vier Menschen sind in Quarantäne, und die Gesundheitsbehörde CDC kann weitere Erkrankungen nicht ausschließen.

„Es kann weitere Fälle geben, aber es wird keine Ausbreitung geben“, sagte der Chef der Behörde CDC, Tom Frieden. Etwa 100 Menschen aus dem Umfeld des Kranken sollen untersucht werden.

In Liberia habe der Mann keine Symptome gezeigt. „Er wurde vor seiner Abreise untersucht und hatte eine Körpertemperatur von 36,3 Grad, also ganz normal. Er hat auch während der Reise keinerlei Symptome gezeigt.“ Erst nach Tagen habe er Fieber bekommen. Den Zustand des Mannes bezeichnete er als „nach wie vor ernst“.

Das ist das Ebola-Virus

  • Das Virus

    Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es löst ein sogenanntes hämorrhagisches, das heißt mit starken Blutungen einhergehendes, Fieber aus.

  • Sterblichkeit

    Je nach Erregerstamm sterben laut Angaben der WHO 25 bis 90 Prozent der Patienten an einer Ebola-Erkrankung. Trotz intensiver Forschung ist noch kein Heilmittel auf dem Markt, Impfstoffe sind in der Testphase.

  • Der Übertragungsweg

    Seinen Ursprung hat das Virus im Tierreich. Menschen können sich über den Kontakt zu erkrankten Tieren infizieren, unter anderem Affen oder Flughunde. Von Mensch zu Mensch überträgt sich die Krankheit durch Blut und andere Körperflüssigkeiten.

  • Die Krankheit

    Die Inkubationszeit beträgt nach WHO-Angaben zwei Tage bis drei Wochen. Dann setzen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwächegefühl und Halsschmerzen ein. Später gehen Nieren- und Leberfunktion zurück, auch andere Organe werden geschädigt. Es können schwere innere Blutungen auftreten. Erst wenn die Symptome auftreten, sind Infizierte ansteckend.

  • Die Gefahrenzone

    Ebola kommt vor allem nahe des afrikanischen Regenwaldes vor. Zum ersten Mal wurde das Virus 1976 im damaligen Zaire, der heutigen Demokratischen Republik Kongo, nahe dem Ebola-Fluss nachgewiesen. Daher hat die Krankheit ihren Namen.

    Laut aktuellen Zahlen der WHO (Stand: 14. November 2014) sind seit dem aktuellen Ausbruch mehr als 14.400 Ebola-Fälle bekanntgeworden, die meisten in Liberia und Sierra Leone. Fast 5200 Menschen haben das Virus nicht überlebt.

Dem Mann droht Ärger, wenn er nach Hause kommt. Die liberianische Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf sagte in einem Interview des kanadischen Senders CBC, sie sei „sehr verärgert“ darüber, dass der Mann in dem Bewusstsein in die USA gereist sei, zuvor Kontakt mit Ebola-Infizierten gehabt zu haben. Dies sei unentschuldbar. CNN sagte sie, sie wolle mit Rechtsanwälten besprechen, was zu tun sei, wenn er wieder nach Hause komme. Medienberichten zufolge hatte er einer todkranken Frau in ein Taxi geholfen und sich offenbar dabei infiziert.

Nach Angaben von David Lakey von den Gesundheitsbehörden in Texas sind derzeit vier Menschen unter Quarantäne. „Sie zeigen keine Symptome, sie haben kein Fieber, und alle sind wohlauf. Aber wir müssen sie beobachten, das gebietet die Gefährlichkeit der Krankheit.“ Der Kranke sei sehr gut betreut und sehr gut isoliert. „Wir werden dafür sorgen, dass niemand dem Erreger ausgesetzt wird.“ Auch Frieden zeigte sich zuversichtlich: „Wir haben sehr viel Erfahrungen mit Epidemien, und wir können schnell reagieren.“

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Wie NBC News derweil mitteilte, erkrankte ein in Liberia für den US-Sender arbeitender Kameramann an Ebola. Der aus den USA stammende Freiberufler werde zur Behandlung in die Vereinigten Staaten gebracht, hieß es. NBC News zufolge war der Mann am Dienstag für Dreharbeiten in der Hauptstadt Monrovia engagiert worden. Die übrigen NBC-Mitarbeiter würden ebenfalls in die USA ausgeflogen und dort zunächst für drei Wochen unter Quarantäne gestellt, teilte die Chefin des Senders, Deborah Turness, mit. Liberia gehört zu den am stärksten von der Ebola-Epidemie in Westafrika betroffenen Länder.

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