Erfolgreiche Simulation: Ein Jahr Mars auf Hawaii

Erfolgreiche Simulation: Ein Jahr Mars auf Hawaii

, aktualisiert 29. August 2016, 10:25 Uhr
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Christiane Heinicke vor der Kuppel des Mars-Experiments auf Hawaii: Ein Jahr lang hat die Geophysikerin auf einem Vulkan wie auf dem Mars gelebt.

Quelle:Handelsblatt Online

Leben in einer Kuppel, umgeben von einer kargen Landschaft wie auf dem Mars: Für eine Gruppe von Forschern war das ein Jahr lang real. Nun ist die entbehrungsreiche Simulation vorbei - die Erde hat die Marsianer wieder.

HonoluluEin Jahr lang haben die deutsche Wissenschaftlerin Christiane Heinicke und fünf Kollegen wie auf dem Mars gelebt. Am Sonntag ging das entbehrungsreiche Experiment am Hang des Vulkans Mauna Loa auf Hawaii zu Ende: Die drei Frauen und Männer traten aus ihrem kleinen Domizil in 2500 Metern Höhe in die karge Lavalandschaft – diesmal ohne Raumanzüge, die sie 365 Tage lang jedes Mal hatten tragen müssen, wenn sie ins Freie gingen.

Begrüßt wurde das internationale Team von seinen Kollegen mit dem Zuruf: „Willkommen zurück auf der Erde.“ Nach einer Reihe von Umarmungen gab es erst einmal etwas Frisches zu essen, vor allem Früchte, Salat und Gemüse, worauf sich Geophysikerin Heinicke nach eigenen Angaben besonders gefreut hatte.

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Bei dem gemeinsamen Projekt der Universität Hawaii und der US-Weltraumbehörde Nasa hatte die kleine Gruppe von Forschern getestet, wie man unter widrigen Bedingungen für lange Zeit auf engem Raum zusammenleben kann. Denn sollten ferne Pläne verschiedener Raumfahrtnationen für einen Besuch auf dem Mars eines Tages Wirklichkeit werden, könnte allein die Reise zum Roten Planeten bis zu ein Jahr dauern.

Jeder Wissenschaftler hatte in der Vulkan-Isolation auch spezielle Forschungsaufgaben. Heinicke etwa war für die Wassergewinnung aus Lavagestein zuständig. Es habe sich gezeigt, dass es möglich sei: „Man kann wirklich Wasser aus dem Boden bekommen, der trocken zu sein scheint“, sagte die 30-Jährige. „Es würde auf dem Mars funktionieren.“


Der größte Feind ist die Langeweile

Für Cyprien Verseux, ein aus Frankreich stammendes Teammitglied, war das Projekt ein voller Erfolg. Die Simulation habe demonstriert, dass eine Mars-Mission in naher Zukunft glücken könne. „Ich denke, dass die technologischen und psychologischen Hürden überwunden werden können“, sagte Verseux.

Die Chefinspekteurin der zuständigen Forschungseinrichtung in Hawaii, Kim Binsted, sagte, das Forscherteam freue sich nun auf ein Bad im Meer sowie frische Produkte, auf die es in der Kuppel habe verzichten müssen. Es sei „echt aufregend, die Crew nach einem Jahr auf dem Mars auf der Erde wieder auf der Erde und Hawaii begrüßen zu können.“

Künftigen Crews rät Christiane Heinicke vor allem eines: „Bringt etwas Sinnvolles mit, woran ihr arbeiten könnt. Einer eurer größten Feinde ist Langeweile.“ Außerdem müssten Teilnehmer bereit und in der Lage sein, sich auf die anderen einzustellen. „Wenn ihr dazu nicht fähig seid, solltet ihr nicht dabei sein.“

Heinicke selbst würde eigenen Worten zufolge auch zum „wirklichen“ Mars reisen, wenn sie die Gelegenheit hätte. Aber nur dann, „wenn die Technik ausgereift ist, die richtigen Menschen dabei sind und es einen Rückflug zur Erde gibt“, wie sie bereits vor Ende des Experiments verriet. Zunächst einmal hat sie sich als Astronautin bei einer privaten Initiative beworben, die die erste deutsche Frau auf die Internationale Raumstation ISS bringen will.

Quelle:  Handelsblatt Online
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