Europäische Rakete : Deutschland stellt Pläne für Ariane-6 infrage

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Europäische Rakete : Deutschland stellt Pläne für Ariane-6 infrage

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Die Illustration zeigt eine Ariane-6 Rakete nach dem Start.

Bisher nutzt Europa für den Transport von Satelliten russische Raketen. Die neue Ariane-6-Rakekte soll für mehr Unabhängigkeit von Moskau sorgen - doch Deutschland ist mit den bisherigen Plänen unzufrieden.

Deutschland stellt die aktuellen Pläne für die neue europäische Ariane-6-Rakete infrage und will sie stattdessen stärker als Konkurrenzangebot zur russischen Sojus konzipieren. Der Chef des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Johann-Dietrich Wörner, bezeichnete das vorliegende Esa-Konzept für die Trägerrakete in einem Gespräch mit der dpa als zu teuer und vermutlich nicht zustimmungsfähig. Derzeit wird von Entwicklungskosten in Höhe von rund vier Milliarden Euro ausgegangen, die aufgeteilt werden sollen zwischen Frankreich (50 Prozent), Deutschland (25 Prozent), Italien (15) sowie Belgien und der Schweiz (je 5 Prozent).

Um den Finanzbedarf zu senken, schlägt das DLR vor, das komplette Konzept für die Ariane 6 noch einmal zu überarbeiten. Die Kosten könnten beispielsweise durch den verstärkten Einsatz von Technologie reduziert werden, die bereits in der Schwerlastrakete Ariane 5 zum Einsatz komme, erklärte Wörner und nannte die mögliche Nutzung eines Flüssigkeitstriebwerk in der Unterstufe als Beispiel.

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Eine solche Änderung der Pläne würde zudem die Finanzierungsbereitschaft der Bundesregierung erhöhen, da die deutsche Industrie an dem Bau dieser Antriebe stark beteiligt ist. Das derzeitige Konzept sieht für die Ariane 6 eine Unterstufenkombination aus vier Triebwerken mit jeweils rund 135 Tonnen Festtreibstoff vor, die vor allem in Frankreich gebaut werden würden.

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Wörner sprach sich zudem dafür aus, die neue Ariane 6 als klares Konkurrenzangebot zur russischen Sojus zu konzipieren. Diese Rakete mit rund 3,5 Tonnen Nutzlast wird derzeit von Europa für den Transport mittelschwerer Satelliten genutzt, Kritiker bemängeln allerdings diese Abhängigkeit von Moskau - und das nicht erst seit der Krim-Krise. Schwere Lasten könnten weiterhin von der Ariane 5 beziehungsweise der geplanten Weiterentwicklung Ariane 5ME transportiert werden, sagte Wörner. Letztere ist in der Entwicklung bereits wesentlich weiter als die Ariane 6 und soll von spätestens 2018 an bis zu zwölf Tonnen Nutzlast in geostationäre Transferbahnen transportieren können.

Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums gibt es derzeit mit Frankreich und Vertretern der Europäische Weltraumorganisation (Esa) „intensive Gespräche“ über das Thema. „Wir sind uns mit Frankreich einig, dass die langfristig wirtschaftlichste Lösung für den Zugang zum All gefunden werden muss“, kommentierte ein Sprecher. Verschiedene Vorschläge lägen auf dem Tisch.

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