Forschung auf dem Mars: Warum Curiosity so langsam ist

Forschung auf dem Mars: Warum Curiosity so langsam ist

von Meike Lorenzen

Mit etwa 1,9 Milliarden Euro ist die Mars-Mission die teuerste Expedition ins Weltall aller Zeiten. Entsprechend steht die US-Raumfahrtbehörde Nasa in der Pflicht, ausführlich und regelmäßig von der Forschungstour auf dem roten Planeten zu berichten.

So erfahren Weltraum-Freunde auf der Erde von nahezu jedem Kieselchen und jedem Schippchen Sand, das dort gefunden wird. Für Laien ist es kaum nachzuvollziehen, warum die Ergebnisse nach über zwei Monaten vermeintlich so spärlich sind. Markus Landgraf, Missionsanalytiker bei der Esa in Darmstadt erklärt, warum das so ist.
Das Vorgehen bei Curiosity ist seiner Meinung nach ganz normal. “Am Anfang dürfen nur die Ingenieure ran, um die Gesundheit des Rovers zu analysieren“, sagt Markus Landgraf. Damit sind vor allem die ganz normalen Bewegungen des Rovers gemeint. Um die Temperaturen von bis zu minus 90 Grad auf dem Mars zu überstehen, müssen zum Beispiel Flüssigkeiten mit Hilfe eines Generators erwärmt und durch den Rover gepumpt werden, um die richtige Betriebstemperatur etwa für die Elektrik zu gewährleisten.

Die ersten Bilder
Erst als klar war, dass sich das drei Meter lange und 900 Kilogramm schwere Gerät sicher vorwärts bewegte und alle Materialien den Weg ins All sicher überstanden hatten, kam es zu dem Punkt, der vor allem für das Marketing der Nasa interessant ist. „Im nächsten Schritt werden Bilder von der Umgebung geschossen“, sagt Markus Landgraf und betont, dass die relativ schnell gelieferten Landschaftsaufnahmen nicht nur der Pressestelle der Raumfahrtbehörde dienen. Diese Daten werden schon bei der Entscheidung, wo die Bodenproben letztlich genommen werden, mit einbezogen. Sie sind laut Esa-Experte auch nötig, um die geologische Charakteristik der Umgebung vorläufig zu analysieren.

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Die Geschichte der Mars-Missionen

  • Sojourner

    Dezember 1996 - Das US-Raumschiff „Pathfinder“ startet mit dem Marsrover „Sojourner“ zu unserem Nachbarplaneten. Nach mehreren Fehlversuchen landet mit „Sojourner“ erstmals 1997 ein ferngesteuertes Fahrzeug erfolgreich auf unserem Nachbarplaneten und sendet Daten zur Erde.

  • Spirit

    Juni 2003 - Der Mars-Landeroboter „Spirit“ der Nasa hebt vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral ab. Im Juli wird nach mehrfachen Startverschiebungen auch sein Zwilling „Opportunity“ losgeschickt.

  • Opportunity

    Januar 2004 - Nach einer mehr als 480 Millionen Kilometer langen Reise setzt „Spirit“ sicher auf dem Mars auf. Das kleine Roboterfahrzeug soll nach Spuren von Leben suchen. Am 1. April findet „Spirit“ Hinweise auf früher existierendes Wasser. Drei Wochen nach „Spirit“ landet auch „Opportunity“ auf der anderen Seite des Planeten.

  • Abschied von Spirit

    Mai 2009 - „Spirit“ bleibt im Marssand stecken. Alle Versuche der Nasa, ihn zu befreien, scheitern. Im Mai 2011- rund siebeneinhalb Jahre nach seiner Landung auf dem Mars - nimmt die Nasa Abschied von „Spirit“. Wie die Behörde mitteilt, wird sie ihre Versuche einstellen, Kontakt zu dem Roboterfahrzeug aufzunehmen. Die letzte Kommunikation gab es 14 Monate zuvor.

  • Curiosity startet

    November 2011 - Der neue Rover „Curiosity“ wird auf die Reise zum Mars geschickt. Er soll sein Ziel am 6. August 2012 erreichen. Der Roboter soll dann nach organischen Materialien suchen und herausfinden, wie lebensfreundlich oder auch -feindlich der Planet einst war und ist.

  • 8 Jahre Opportunity

    Januar 2012 - „Opportunity“ ist bereits sensationelle acht Jahre auf dem Mars im Einsatz. Erwartet worden waren nur 90 Tage.

  • Nasa stoppt weitere Missionen

    Februar 2012 - Nasa-Chef Charles Bolden gibt bekannt, dass die US-Weltraumbehörde aus Spargründen aus zwei gemeinsam mit der Europäischen Raumfahrtbehörde Esa geplanten Marsmissionen aussteigt. Dazu gehört eine für 2018 geplante Landung eines Rovers auf dem Planeten, der Gesteine und Boden zur späteren Beförderung auf die Erde sammeln soll.

  • Curiosity landet

    August 2012 - Im Kontrollzentrum in Kalifornien brachen Jubel und Applaus aus, als das unbemannte Erkundungsfahrzeug am 6. August um 7.32 Uhr (MESZ) im Gale-Krater nahe des Mars-Äquators aufsetzte. „Curiosity“ hat die Größe eines kleinen Autos und wiegt fast eine Tonne – viel mehr als „Spirit“ oder „Opportunity“. Daher gestaltete sich auch die Landung äußerst schwierig. Um die Wucht des Aufpralls abzufangen, wurde die Sonde von einer Art schwebendem, Raketen betriebenem Rucksack abgeseilt, die Halteseile bei der Landung gekappt und der Rucksack in einiger Entfernung zum Absturz gebracht.


Zunächst schickte der Mars-Rover unscharfe schwarz-weiß Bilder geschickt. Am 28. August, fast zwei Wochen nach der Landung, kamen dann die ersten scharfen Farbbilder vom roten Planeten auf der Erde an.
Während dieser ganzen Zeit konnte Curiosity noch nicht an Bodenproben arbeiten. „So lange Bilder geschossen werden, können keine Proben entnommen werden, da die Kameras dafür benötigt werden”, erklärt Landgraf.

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