Forschungsbericht: Todesursache? Lungenkrebs

Forschungsbericht: Todesursache? Lungenkrebs

, aktualisiert 22. Februar 2017, 11:22 Uhr
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Vor allem bei Frauen nimmt Lungenkrebs als Todesursache zu.

von Maike FreundQuelle:Handelsblatt Online

Krebs wird in der EU immer früher erkannt und kann so oft besser behandelt werden. Doch obwohl die Todesraten laut einer aktuellen Studie sinken, sind Forscher alarmiert – vor allem bei Frauen.

DüsseldorfZuerst die gute Nachricht: Immer weniger Menschen sterben in der Europäischen Union an Krebs. Das zeigt eine aktuelle Studie von Forschern aus Italien, der Schweiz und den USA, die an diesem Mittwoch im Fachmagazin Annals of Oncology veröffentlicht wurde. Der Grund: Krebs wird immer früher erkannt und so kann die Krankheit in vielen Fällen besser behandelt werden.

Bei Männer wird die Sterberate laut der Untersuchung in diesem Jahr voraussichtlich um acht Prozent niedriger liegen als noch 2012, bei Frauen nimmt sie dagegen mit einem Minus von vier Prozent in dem Zeitraum deutlich weniger stark ab.

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In den vergangenen 30 Jahren seien mehr als vier Millionen Todesfälle durch Krebs verhindert worden, berechneten die Wissenschaftler auf Grundlage von Daten aus den Jahren von 1970 bis 2012. Insgesamt werden dieses Jahr in der EU schätzungsweise mehr als 1,3 Millionen Menschen an der Krebs sterben. Und: Die Todesrate, so die Forscher, variiert nicht nur zwischen den Geschlechtern, sondern auch zwischen einzelnen Ländern sehr stark. Unterschiede beim Zigarettenkonsum sowie bei Vorsorge und Aufklärung sind die Hauptgründe dafür.

Zwar gehen die Sterberaten insgesamt zurück. Doch die Forscher sind trotzdem alarmiert, vor allem wenn sie die Auswertungen der Daten bei Frauen anschauen. Während bisher Brustkrebs unter den Krebsarten bei Frauen am häufigsten zum Tod führt, könnte sich das dieses Jahr ändern: Wahrscheinlich werde Brustkrebs noch 2017 an zweiter Stelle hinter Lungenkrebs als Todesursache rücken. Der Prognose zufolge steigt in Deutschland die Lungenkrebs-Sterberate bei Frauen 2017 um knapp neun Prozent im Vergleich zu 2012, während sie bei Männern in ähnlichem Maße sinkt.

Wieder ist es der Zigarettenkonsum, den die Forscher als Grund anführen. „Die prognostizierte anhaltende Zunahme der Sterberate bei Frauen mit Lungen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs unterstreicht die Notwendigkeit für effiziente Tabakkontrolle für Frauen in Europa“, sagte Ko-Autor Fabio Levi von der Universität Lausanne.


Todesursache in Deutschland

Die Forscher erwarten, dass 2017 insgesamt 275.700 Menschen in der EU an Lungenkrebs sterben werden. Dies entspreche einem Anteil von 20 Prozent aller erwarteten Krebstoten. Zum Vergleich: Zahlen des Statistikamtes aus dem Jahr 2016 zeigen: Frauen wurden 2014 im Durschnitt 81,3 Jahre alt. Doch Frauen, die an Folgen von Krebserkrankungen verstorben sind, die im Zusammenhang mit Rauchen gebraucht werden können, starben im Schnitt 10,4 Jahre früher.

Auch ist die Zahl der an den Folgen des Rauchens verstorbenen Frauen in den vergangenen zehn Jahren von 11.870 (2005) auf 15.748 (2014) angestiegen. Neben Lungen- und Bronchialkrebs zählen auch Kehlkopf- und Luftröhrenkrebs zu den Folgeerkrankungen des Rauchens. In Deutschland ist Krebs die Todesursache Nummer zwei, häufigster Grund sind Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems.

Fortschritte bei der Krebsbekämpfung in der Europäischen Union gibt es bei Magen-, Darm-, Prostata-, Brust- und Gebärmutterhalskrebs sowie Leukämie, die Sterberaten hier werden laut Forscherteam in diesem Jahr weiter abnehmen. Nicht nur bei Lungenkrebs, sondern auch bei Tumoren der Bauchspeicheldrüse ist der Trend dagegen ein anderer. Das Problem: Hier gibt es vergleichsweise wenig Fortschritte bei Behandlung und Vorbeugung der Erkrankung.

Laut der Untersuchung werden voraussichtlich 76.100 Männer an Bauchspeicheldrüsenkrebs und 43.800 Frauen im Jahr 2017 sterben. Während die Sterberate bei Männern stabil ist, wird sie bei Frauen um 3,5 Prozent steigen. Bauspeicheldrüsenkrebs ist unter den Krebsarten an vierter Stelle der Todesursachen.

Zwar sei Tabak ein Faktor, der Bauspeicheldrüsenkrebs begünstige, allerdings nicht der einzige, so die Forscher: Übergewicht und Diabetes – vor allem in Nordeuropa verbreitet – können ebenfalls negativen Einfluss haben. Die Forscher fordern von Politikern, mehr zur Aufklärung und Prävention beizutragen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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