Forschungserfolg: Ebola-Impfstoff schützt zuverlässig

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Forschungserfolg: Ebola-Impfstoff schützt zuverlässig

Fieberhaft forschten Wissenschaftler an Impfstoffen gegen das Ebola-Virus. Nun berichten sie von einem außerordentlichen Fortschritt. Kann die Epidemie in Westafrika damit besiegt werden?

Erstmals wirkt ein Ebola-Impfstoff nachweislich: In einer großen Studie in Guinea schützte das Mittel VSV-ZEBOV die Teilnehmer zuverlässig vor einer Ansteckung mit dem Virus. Geimpft wurden Menschen, die engen Kontakt zu Neuinfizierten hatten und als besonders gefährdet galten. Die Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Margaret Chan, sprach von einer „sehr vielversprechenden“ Entwicklung. „Eine wirksame Impfung wird ein ganz wichtiges Mittel gegen laufende und zukünftige Ausbrüche von Ebola sein.“

In dem Feldversuch wurden über 4000 Teilnehmer geimpft. Sie erhielten den Impfstoff entweder, kurz nachdem bekanntwurde, dass ein ihnen nahestehender Mensch erkrankt war, oder aber erst mit einer Verzögerung von 21 Tagen. Die Studie ergab, dass der Impfstoff nach zehn Tagen zu 100 Prozent vor einer Ebola-Ansteckung schützt. Von jenen Teilnehmern, die erst mit dreiwöchiger Verzögerung geimpft wurden, erkrankten 16. Die Studie, an der auch die WHO und der US-Pharmakonzern Merck & Co beteiligt waren, wird im Fachblatt „The Lancet“ vorgestellt.

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Das ist das Ebola-Virus

  • Das Virus

    Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es löst ein sogenanntes hämorrhagisches, das heißt mit starken Blutungen einhergehendes, Fieber aus.

  • Sterblichkeit

    Je nach Erregerstamm sterben laut Angaben der WHO 25 bis 90 Prozent der Patienten an einer Ebola-Erkrankung. Trotz intensiver Forschung ist noch kein Heilmittel auf dem Markt, Impfstoffe sind in der Testphase.

  • Der Übertragungsweg

    Seinen Ursprung hat das Virus im Tierreich. Menschen können sich über den Kontakt zu erkrankten Tieren infizieren, unter anderem Affen oder Flughunde. Von Mensch zu Mensch überträgt sich die Krankheit durch Blut und andere Körperflüssigkeiten.

  • Die Krankheit

    Die Inkubationszeit beträgt nach WHO-Angaben zwei Tage bis drei Wochen. Dann setzen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwächegefühl und Halsschmerzen ein. Später gehen Nieren- und Leberfunktion zurück, auch andere Organe werden geschädigt. Es können schwere innere Blutungen auftreten. Erst wenn die Symptome auftreten, sind Infizierte ansteckend.

  • Die Gefahrenzone

    Ebola kommt vor allem nahe des afrikanischen Regenwaldes vor. Zum ersten Mal wurde das Virus 1976 im damaligen Zaire, der heutigen Demokratischen Republik Kongo, nahe dem Ebola-Fluss nachgewiesen. Daher hat die Krankheit ihren Namen.

    Laut aktuellen Zahlen der WHO (Stand: 14. November 2014) sind seit dem aktuellen Ausbruch mehr als 14.400 Ebola-Fälle bekanntgeworden, die meisten in Liberia und Sierra Leone. Fast 5200 Menschen haben das Virus nicht überlebt.

Ein für Impfungen zuständiges WHO-Gremium sprach von einem akzeptablen Sicherheitsprofil. Es habe auch in vergangenen Versuchen mit VSV-ZEBOV bei einigen Geimpften Nebenwirkungen wie Fieber und Gelenkschmerzen gegeben, diese seien aber zu akzeptieren gewesen, bestätigte Prof. Stephan Becker von der Universität Marburg. Er war bereits an mehreren Ebola-Impfversuchen beteiligt, jedoch nicht an der neuen Studie.

„Das ist Guineas Geschenk an Westafrika und den Rest der Welt“, erklärte der nationale Koordinator Guineas für die Bekämpfung Ebolas, Sakoba Keita. Allerdings kann der Einsatz des Impfstoffs nach Angaben der Studienautoren in Afrika problematisch sein, da das Mittel kalt gelagert werden muss.

Ebola-Forscher Stephan Günther "Übertragbarkeit von Viren zu ändern ist hochriskant"

US-Forscher fürchten, dass der Ebola-Erreger mutiert und noch ansteckender wird. Wie groß ist die Gefahr einer weltweiten Bedrohung durch das Virus? Ein Interview mit dem Virologie-Professor Stephan Günther.

Mit Informationskampagnen versuchen Hilfsorganisationen, über die Gefahren von Ebola aufzuklären. Quelle: AP

Die Impfstudie erfolgte nach der sogenannten Ringmethode, die auch schon bei der Bekämpfung von Pocken erfolgreich eingesetzt wurde. Dabei wird jeder geimpft, der mit einem Infizierten mehr oder weniger engen Kontakt hatte. „Diese Strategie soll einen schützenden Ring um ein infiziertes Individuum errichten und weitere Ansteckungen verhindern“, erklärt John-Arne Røttingen vom norwegischen Gesundheitsamt NIPH. Das Land hatte sich ebenso wie Kanada und Guinea an der Studie beteiligt.

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