Fregattvögel: Vogelflug im Schlafmodus

Fregattvögel: Vogelflug im Schlafmodus

, aktualisiert 03. August 2016, 13:01 Uhr
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Fregattvögel schlafen beim Fliegen und halten dabei meistens doch ein Auge offen.

Quelle:Handelsblatt Online

Fregattvögel sind echte Dauerflieger und können während des Fliegens sogar schlafen. Wie das geht und warum sie weder abstürzen noch mit Artgenossen kollidieren, haben deutsche Forscher herausgefunden.

StarnbergFregattvögel schlafen beim Fliegen, halten dabei aber meist doch ein Auge offen. Das haben Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Ornithologie im bayerischen Seewiesen herausgefunden. Sie untersuchten die Hirnströme der Vögel während des Fluges. Die Tiere brauchen demnach während ihrer oft tagelangen Flüge weit weniger Schlaf als an Land, schreiben die Forscher im Fachblatt „Nature Communications“.

Wie das Forscherteam um Niels Rattenborg ermittelte, schlummern die Tiere in der Luft gerade mal eine dreiviertel Stunde pro Tag. Meist bleibt eine Hirnhälfte wach und das dazugehörige Auge offen.

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Teilweise waren aber auch beide Hirnhälften im Schlafmodus. Doch auch in diesem Fall stürzen die Fregattvögel nicht ab. Für die aerodynamische Kontrolle sei es wohl nicht nötig, eine Gehirnhälfte wach zu halten, schlussfolgern die Forscher.

Als Versuchstiere dienten Fregattvögel, die auf den Galapagos-Inseln brüten. Die Ornithologen befestigten an den Köpfen von weiblichen Tieren Geräte, um deren Gehirnströme während der bis zu zehn Tage langen Flüge zu messen.

Tagsüber blieben die Vögel wach und jagten nach Beute. Mit Einbruch der Nacht verfielen die Tiere bis zu sechs Minuten am Stück in einen sogenannten Slow-Wave-Schlaf. Wenn sie in kreisenden Bewegungen die aufsteigenden Luftströme nutzten, blieb meist die Gehirnhälfte wach, die mit dem in Flugrichtung blickenden Auge verbunden ist.


Warum brauchen die Tiere nur so wenig Schlaf?

„Die Fregattvögel halten ein Auge offen, um einen Zusammenstoß mit anderen Vögeln zu verhindern“, so Rattenborg. Es sei aber noch unklar, warum die Vögel im Flug so wenig schlafen – selbst in der Nacht, wenn sie nicht auf Jagd sind: „Warum wir und viele andere Tiere so dramatisch unter Schlafmangel leiden, während einige Vögel scheinbar problemlos mit viel weniger Schlaf umgehen, bleibt vorerst noch ein Mysterium.“

Erst kürzlich fanden Forscher der TU München heraus, dass manche Fregattvögel länger als einen Monat ohne Zwischenlandung in der Luft verbringen. Sie lassen sich dabei unterhalb oder sogar inmitten von Kumulus-Wolken von günstigen Winden und starken Luftströmungen in die Höhe tragen und gleiten dann im Energiesparmodus kilometerweit vorwärts. Die Vögel können so mehr als 400 Kilometer am Tag zurücklegen.

Aktiv mit den Flügeln schlagen Fregattvögel meist nur, wenn sie nahe der Wasseroberfläche nach Nahrung suchen. Denn die Tiere müssen Landungen auf dem Wasser vermeiden – obwohl sie zu den Seevögeln gehören, ist ihr Gefieder nicht wasserabweisend. Fregattvögel fangen ihre Beutetiere – Fische sowie Kalmare und andere Kopffüßer – direkt aus dem Flug heraus, wenn diese nah der Wasseroberfläche schwimmen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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