Full-HD für die Ohren: Ein neuer Audiostandard ändert das Hörerlebnis

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Full-HD für die Ohren: Ein neuer Audiostandard ändert das Hörerlebnis

von Thomas Kuhn

30 Jahre nach Entwicklung der CD soll ein neues Audioformat Musikfans ein bislang unerhörtes Klangerlebnis bieten. Die WirtschaftsWoche hat scharf hingehört und erklärt, was der Super-Sound leistet.

Lange Zeit galt die Audio-CD als das Maß der Dinge für bestmögliche digitale Klangqualität. Tatsächlich aber war die in den Achtzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts entwickelte Audiotechnik nur eine recht unvollkommene Annäherung der digitalen Musikspeicherung an die analoge Vorlage. Sie war der Kompromiss aus möglichst hoher Klangqualität und begrenztem Speicherplatz auf dem digitalen Medium.

Die CD

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CDs nutzen eine Abtastrate von 44,1 Kilohertz. Das heißt, die analogen Schwingungen der Musik werden bei der Produktion gut 44 Mal pro Sekunde digital erfasst. Das ermöglicht es, den vom Menschen hörbaren Frequenzbereich bis 20.000 Hertz wiederzugeben. Allerdings fallen dabei Überlagerungen mit Obertönen aus dem (prinzipiell für Menschen unhörbaren) Bereich über 20.000 Hertz weg, die nach Ansicht vieler Sound-Enthusiasten im Zusammenspiel mit den hörbaren Frequenzen sehr wohl die Gesamtwahrnehmung der Musik beeinflussen.

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Quelle: Presse

Noch deutlicher – und in diesem Fall tatsächlich hörbar – ist die Begrenzung auf gut 65.000 speicherbare Klangnuancen durch die CD-Bit-Tiefe von 16 Bit. Das sorgt dafür, dass gerade bei leisen Tönen Details wegfallen und der Musik bei der Wiedergabe mitunter die Fülle fehlt. Dennoch liefert die CD, wie dieser von highresaudio.com zur Verfügung gestellte Ausschnitt der Aufnahme „Homage to Q“ aus dem Album Fragile des Musikers Robert Len zeigt, einen insgesamt sehr anständigen Sound.

Soundbeispiel in CD-Qualität *

Die MP3-Datei

Deutlich drastischer ist dagegen der Qualitätsverlust bei MP3-Dateien. Sie waren sowohl die Antwort auf teuren und knappen Speicherplatz im Musik-Player als auch auf langsame Online-Verbindungen, die den Download von Musikdateien in CD-Qualität aus dem Netz extrem in die Länge zogen.

Die psycho-akustische Datendiät - durch die dank MP3 mögliche Kompression auf bis zu einem Zehntel der Ursprungsgröße - hat den Sound-Files allerdings hörbar zugesetzt. Etwa bei der lange Zeit üblichen mittleren Kompression mit einer Datenrate von 128 Kilobit/Sekunde.

Zwar sind inzwischen auch MP3-Datenraten von bis zu 320 Kilobit/Sekunde üblich. Dann allerdings wachsen auch wieder die Dateigrößen. In der Musterdatei von „Homage to Q“, aufgenommen mit 128 Kilobit/Sekunde, klingen die Höhen stumpf, und auch die Feinheiten der einzelnen Instrumente verschwimmen im Soundbrei.

Soundbeispiel MP3-Qualität *

Der HiRes-Audiostandard

Dagegen kommt der neue, hochauflösende HiRes-Audiostandard – das steht für High-Resolution – dem analogen Originalklang so nahe wie kein digitales Audioformat für den Massenmarkt zuvor. Hochwertige Dateien haben eine Abtastrate von 96 Kilohertz. Das heißt, sie erfassen Musik mit mehr als doppelt so vielen Abtastpunkten wie CDs.

Zudem kann der Super-Sound dank seiner Bittiefe von 24 Bit mehr als 16 Millionen Ton-Nuancen wiedergeben. Das liefert beim Abspielen wesentlich mehr akustische Feinheiten, leise Tondetails und ein räumlicheres Klangempfinden.

Soundbeispiel High-Res-Qualität *


Der Innovationsschub

Rein technisch betrachtet ähnelt der Leistungssprung beim Sound damit dem Innovationsschub, den die Videowelt beim Übergang vom Röhrenfernsehen zum HD-TV durchlaufen hat. Denn so wie hochauflösende Fernsehaufnahmen nun viermal mehr Bildpunkte darstellen können, enthalten HiRes-Audiodateien nun mehr als 3,5-mal mehr Sound-Informationen als der Datenstrom von der CD. Und je nach Kompression bis zu 40-mal mehr Klang-Bits wie eine MP3-Datei.

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Um die Opulenz des HiRes-Klanges wahrnehmen zu können, empfiehlt es sich allerdings, die Musterdatei über hochwertige Kopfhörer oder ein gutes Soundsystem abzuspielen. Die mitgelieferten Kopfhörer von Smartphones oder MP3-Spielern sind dagegen oft für die Wiedergabe komprimierter Musikstücke angepasst.

* Nicht jeder Musikplayer auf PC oder Mac kann Audio-Files im Format 24 Bit/96 Kilohertz wiedergeben. In dem Fall empfiehlt sich die Installation des kostenfreien VLC-Players, den Sie hier finden.

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