Gaia-Mission erfolgreich angelaufen: ESA startet Vermessung der Milchstraße

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Gaia-Mission erfolgreich angelaufen: ESA startet Vermessung der Milchstraße

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Die Mission Gaia ist am Donnerstag erfolgreich gestartet.

von Meike Lorenzen

Die Sojus-Trägerrakete mit Gaia an Bord ist am Morgen abgehoben. Das Esa-Teleskop soll die bislang größte und detaillierteste 3D-Karte unserer Milchstraße erstellen. Ein schwieriges Unterfangen.

Was für ein Jahresabschluss für die europäische Raumfahrt: Kurz vor Weihnachten startet die Europäische Raumfahrt Agentur (ESA) eine der wichtigsten Missionen des Jahres. Mit noch nie dagewesener Genauigkeit wollen die Wissenschaftler eine Milliarde Sterne der Milchstraße erfassen und so eine einzigartige Himmelskarte unseres Sonnensystems erstellen.

Um Punkt 10 Uhr am Freitagvormittag schauten Wissenschaftler aus aller Welt gebannt auf den Bildschirm. Von der Weltraumstation Kourou in Französisch-Guayana aus sollte die Arianespace-Sojus-Rakete ins All starten, an Bord eine 2023 Kilogramm schwere Raumsonde und das Astronomie-Teleskop „Gaia“, das die außergewöhnlichen Bilder aus dem All schießen soll. Erwartet werden nicht nur Daten über die Position der Sterne. Auch über die Temperatur, Helligkeit und Zusammensetzung soll das Teleskop Auskunft geben.

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Trotz der Summe von einer Milliarde Sterne, misst „Gaia“ damit nur etwa ein Prozent der Milchstraße. Das Unterfangen scheint nahezu unmöglich. Nur ein Beispiel: Um die Position der Sterne auf den Abbildungen „in die realen Positionen der Sterne umzurechnen, muss die absolute Orientierung des drei Meter hohen Satelliten im Weltraum auf etwa einen Atomdurchmesser genau bekannt sein – und zwar für jeden Zeitraum der fünfjährigen Mission“, sagt Ulrich Bastian, Mitglied des 13-köpfigen Gaia-Science-Teams der Esa. Ein Atomdurchmesser entspricht 0,3 Nanometer, also 0,000000003 Meter.

Dennoch haben Wissenschaftler, Techniker und Ingenieure Lösungswege gefunden. Zu den Wunderwerken der Raumsonde gehören die eine Milliarde Pixel starke Digitalkamera aus 106 CCD-Sensoren, die Elektronik zur Hochgeschwindigkeits-Datenübertragung und die Mikrotriebwerke für die Lageregelung in der Umlaufbahn.

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„Gaia ist die größte Entdeckungsmaschine der Astronomie. Dadurch wird Europa zum Vorreiter in Sachen Präzisionsastronomie“, sagt Álvaro Giménez Cañete, ESA-Direktor für Wissenschaft und robotische Exploration.

Der Start am Donnerstag verlief reibungslos. Tage zuvor war der Himmel über dem Land im Nordosten Südamerikas noch voller Regenwolken gewesen. Pünktlich zum Start zeigte sich der Himmel größtenteils blau, so dass der Schweif der Rakete lange zu sehen war.

„Gaia“ beginnt seine Arbeit eineinhalb Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Insgesamt soll die Mission fünf Jahre dauern. Vor 2020 wird die Karte kaum fertig gestellt sein, glauben die Wissenschaftler. Überwacht wird die Forschungsreise vom Satellitenkontrollzentrum in Darmstadt.

Mit Material von dpa

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