Gentechnik: Mammut-Schnitzel dank Klonverfahren?

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Gentechnik: Mammut-Schnitzel dank Klonverfahren?

von Susanne Kutter

Bald könnte das Klonen ausgestorbener Tiere möglich werden. Wissenschaftler entziffern gerade das Erbgut von Eiszeit-Tieren.

Erinnern Sie sich noch an den Thriller Jurassic-Park? In dem Forscher einen Dinosaurier mithilfe der Klontechnik zum Leben erwecken? 1993, als Regisseur Steven Spielberg den Streifen drehte, war das Klonen noch Fiktion. Erst drei Jahre später gelang es tatsächlich, das Schaf Dolly aus einer Körperzelle eines anderen Schafs als genetisches Duplikat herzustellen.

Seither gab es immer wieder Versuche, auf diese Weise einige bereits ausgestorbene Tierarten erneut zum Leben zu erwecken - bislang ohne Erfolg. Doch nun sind Forscher mit zwei geglückten Versuchen einen gewaltigen Schritt vorangekommen.

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Eine der größten Hürden war die Vergänglichkeit der für ein solches Klonexperiment erforderlichen Erbsubstanz DNA: Anders als im Spielberg-Film ist sie in den versteinerten oder in Bernstein konservierten Überresten der Tiere meist zerstört. Selbst bei Säugetieren wie Mammuts, die erst in der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren ausstarben und in den Frostböden Sibiriens sehr gut erhalten blieben, konnte sie nicht wiederbelebt werden. Denn beim Einfrieren des Gewebes bilden sich Eiskristalle, die auch das Erbgut beschädigen.

Nun scheinen beide Probleme gelöst. Zum einen hat ein amerikanisch-russisches Forscher-Team gerade das Erbgut des Wollhaarmammuts zu 70 Prozent entziffert. Die DNA stammt aus den erhaltenen Haaren der Tiere. Und japanischen Wissenschaftlern gelang es mit einer neuen Technik, eine 16 Jahre lang bei minus 20 Grad tiefgefrorene Maus zu klonen. Sie fanden noch intakte DNA im Blut und im Gehirn.

Werden also bald steinzeitliche Mammuts, Höhlenbären oder Säbelzahntiger unsere Zoos bevölkern? Lässt sich eines Tages gar der Neandertaler wieder zum Leben erwecken? Gerd-Christian Weniger, Direktor des Neanderthal-Museums in Mettmann, hält nichts vom Klonen der Urmenschen: "Sie sind aus dem evolutionären Prozess ausgeschieden, das hatte seinen Grund." Die Idee, zu den rückgezüchteten Urpferden und Auerochsen, die die Freigehege seines Museums schon bevölkern, ein paar Mammuts zu stellen, findet er dagegen "amüsant".

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Allerdings ist der Weg bis dahin noch weit. So reichen 70 Prozent des Erbguts nicht aus, um ein gesundes Tier zu klonen. Selbst wenn 100 Prozent entziffert wären, müsste das Mammut-Erbgut noch in ein künstliches Chromosom verpackt und in den Zellkern einer Körperzelle verfrachtet werden, die dann zur Teilung angeregt wird. Als Leihmütter für einen so geklonten Embryo könnten Elefanten dienen.

Allerdings "hat bisher kein Mensch je versucht, einer Elefantenkuh einen Embryo einzupflanzen", unkt Reinhard Ziegler, Abteilungsleiter Paläontologie beim Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart. Von Haustieren wie Rind oder Schwein existieren dagegen bereits Tausende Klone weltweit. Das Fleisch ihrer Nachkommen darf in den USA sogar verkauft werden.

In der Fleischtheke könnten auch die geklonten Mammuts landen, fürchtet Ziegler: "Wir würden unsere Speisekarte um das Mammut-Schnitzel erweitern, sonst nichts."

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