Gentechnik: Skandalforscher will Mammut klonen

Gentechnik: Skandalforscher will Mammut klonen

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Mammut im Museum: Ein Südkoreaner will die Tiere nun klonen.

Ein Südkoreaner will Mammuts klonen. Erst sollte die Russenmafia das Gewebe liefern, nun hat er einen anderen Weg gefunden. Und es gibt weitere Projekte zum Klonen der Urzeitelefanten.

Der Klon-Spezialist Hwang Woo Suk aus Südkorea war einst ein Star in der Wissenschaft, vor allem in der Stammzellforschung war Hwang ein Pionier. Doch dann folgte der tiefe Fall: Zwei seiner Studien zu embryonalen Stammzellen wurden als Fälschung aufgedeckt.

Nun sorgt Hwang mit einem neuen Projekt für Aufsehen: Er will ein Mammut klonen. Dazu unterzeichnete der Südkoreaner am Dienstag in Seoul ein Abkommen mit einem Vertreter der Nordöstlichen Föderalen Universität in der russischen Teilrepublik Jakutien über die Zusammenarbeit bei dem ehrgeizigen Projekt. Möglichst bald sollen Gewebeproben aus Überresten eines Exemplars der ausgestorbenen eiszeitlichen Elefantenart von Russland nach Südkorea gebracht werden, wie ein Sprecher der von Hwang geleiteten Sooam Biotech Research Foundation in Seoul mitteilte. Man sei zuversichtlich, dass die russische Regierung die erforderliche Genehmigung für die Ausfuhr entsprechender Gewebeproben nach Südkorea in den nächsten Monaten erteilen werde, hieß es.

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Gewebeproben von der Russenmafia

Es ist nicht sein erster Versuch, denn im Zuge des Prozesses um die Fälschungen ging es auch um die Veruntreuung von Forschungsgeldern. Dabei hatte Hwang eingeräumt ein Teil davon an die russische Mafia gezahlt zu haben, die ihm dafür Gewebeproben von Mammuts besorgen sollten.

Der einst als Fälscher entlarvte Klon-Spezialist Hwang Woo Suk aus Südkorea mit dem Klonhund "Snuppy". Quelle: dpa

Der einst als Fälscher entlarvte Klon-Spezialist Hwang Woo Suk aus Südkorea mit dem Klonhund "Snuppy".

Bild: dpa

Doch trotz seiner Skandale kann der Forscher auch erfolgreiche Klonprojekte vorweisen. Hwang Woo Suk hatte im August 2005 den ersten Klonhund, „Snuppy“, vorgestellt. Während zwei seiner Studien zu embryonalen Stammzellen als Fälschung aufgedeckt wurden, hatte sich „Snuppy“ tatsächlich als Klon erwiesen.

Zuletzt hatte Hwangs Sooam Foundation unter anderen Tieren bereits erfolgreich Kojoten geklont. „Das Klonen der Kojoten war nur ein Anfang“, sagte der Sprecher. Hwang hatte im vergangenen Oktober acht Kojoten präsentiert, die er nach eigenen Angaben geklont hatte.

Weitere Forscher wollen Mammut klonen

Bei dem nun geplanten Projekt wollen die Forscher Zellkerne aus dem Mammut-Gewebe in Eizellen eines indischen Elefanten einsetzen. Diese Eizellen sollen dann einer Elefantenkuh eingepflanzt werden, damit sie den Embryo austrägt. Im Gegenzug für das Mammut-Gewebe will Sooam sein Technologie-Knowhow mit der russischen Universität teilen.

Im Januar 2011 hatten japanische Forscher erklärt, dass es bereits Vorbereitungen zur Erschaffung eines Klon-Mammuts gebe. Auch andere Forscher hatten schon Jahre zuvor ähnliche Ankündigungen gemacht. Als 2008 das Erbgut des Mammuts zu großen Teilen entziffert worden war, hatte das Fachjournal „Nature“ allerdings die Chance auf ein Klon-Mammut als äußerst gering eingeschätzt. Das Erbmaterial sei zu stark zerstört gewesen.

ov/dpa

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