Gesundheit: Diese Trends verändern die Medizin

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Gesundheit: Diese Trends verändern die Medizin

von Susanne Kutter

Mikro-Labors zum Schlucken, OP-Roboter und Organe aus dem Reagenzglas - was wie Science-Fiction klingt, wird in Praxen, Kliniken und Forschungszentren schon Realität: Gendiagnostik, Digitalisierung und Automatisierung verändern die Medizin von Grund auf.

Obwohl die medizinische Versorgung immer größere Summen verschlingt, hängen Heilung und Überleben noch immer von erschreckend vielen Zufällen ab. So gibt es gegen Krankheiten wie bösartige Tumore oder Altersdemenz noch gar keine Mittel. Bakterien und Viren entwickeln Resistenzen. Und weil die heutigen Medikamente für Durchschnittsmenschen konzipiert sind, wirken sie nur bei einem Bruchteil der Patienten optimal, vielen schaden sie sogar.

Das aber ändert sich gerade, weil Gendiagnostik und Digitalisierung radikal neue Therapien ermöglichen. So können Ärzte mit Gentests vorab das optimale Medikament finden und damit teure Fehlbehandlungen vermeiden.

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Die wichtigsten Trends im Überblick.

1. Gentest für Krankheitserreger

Wer heute zum Arzt kommt, etwa mit Heiserkeit oder Halsschmerz, hat große Chancen, ohne große Untersuchung wieder vor der Tür zu stehen - mit einem Rezept für ein Antibiotikum in der Hand. Viel mehr als einen kurzen Blick wird der Arzt kaum in den Rachen werfen. Dann heißt es hoffen, dass das Mittel anschlägt und die Erreger, die die Entzündung verursachen, nicht längst dagegen resistent sind.

Das wird künftig ganz anders aussehen: In fünf bis zehn Jahren nimmt der Arzt einen Rachenabstrich und prüft ihn mit einem vollautomatischen Genanalysegerät auf seinem Tisch. In Minuten ist dann klar, ob und welche krankmachenden Keime sich im Rachen des Patienten tummeln. Und ob sie Gene in ihrem Erbgut tragen, die sie immun gegen bestimmte Antibiotika oder Virostatika machen.

An der Universalanalyse arbeiten die Forscher noch. Doch erste vollautomatische Resistenztests gibt es schon. Das Unternehmen Curetis aus Holzgerlingen bei Stuttgart hat sie entwickelt. Bei Patienten mit Lungenentzündung oder Blutvergiftung kann ein Analyseroboter in weniger als drei Stunden den Erregertyp samt Resistenzen finden.

2. Gezielte Auswahl innovativer Bakterien- und Virenkiller

Präpariert mit dem Wissen aus der Genanalyse ihres Patienten, können Ärzte in den kommenden fünf Jahren bei immer mehr Erkrankungen gezielt jene Medikamente finden, die den Krankheitserreger garantiert ausmerzen. Die Abkehr vom heutigen Blindflug erspart den Patienten mitunter wochenlange Krankheit.

Medikamente, Impfstoffe und Co. Was das Pflaster der Zukunft alles kann

Das Pflaster der Zukunft kann viel mehr als nur Kratzer und Wunden abdecken: Es beschleunigt die Heilung, versorgt den Körper mit Medikamenten und Impfstoffen – und misst zugleich, ob sie auch richtig dosiert sind.

Digitales Pflaster auf dem Rücken einer Frau Quelle: REUTERS

Ärzten werden zudem ganz neue Wirkstoffe zur Verfügung stehen. Zum Beispiel neue Bakterien-Killer, die Forscher des Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie in Leipzig gefunden haben. Es sind kurze Ketten von Aminosäuren, sogenannte Peptide. Sie wirken gegen den Karieserreger Streptococcus mutans oder den gefürchteten Krankenhauskeim Staphylococcus aureus, behindern deren Wachstum oder töten sie, ohne menschlichen Zellen zu schaden. In 10 bis 20 Jahren, glauben Pharmaforscher, werden solche neuen Medikamente marktreif sein.

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