Gesundheit: Wie gefährlich Handystrahlung wirklich ist

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Gesundheit: Wie gefährlich Handystrahlung wirklich ist

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In der Forschung wird heftig darüber gestritten, wie schädlich Handystrahlung wirklich ist.

von Meike Lorenzen

Während Handyhersteller und Mobilfunkbetreiber immer wieder beteuern, dass die Strahlung der Geräte nicht gesundheitsschädlich ist, leiden andere unter Elektrosensibilität. Auch die Behauptung, Handystrahlung löse Gehirntumore aus, hält sich wacker.

Doch was ist eigentlich dran an den Mythen rund um die Strahlung? Über dieses Thema wird in der Forschung heftig gestritten, während die Nutzer verunsichert sind.

Ein konkreter Fall: Vor zehn Jahren entdeckten Ärzte bei dem Italiener Innocente Marcolini einen gutartigen Tumor hinter dem Ohr. Entstanden ist das sogenannte Neuriom in den Schwann-Zellen, die sich um die Fasern des Hörnervs herum befinden. Marcolini vermutete, dass der Tumor durch die Vieltelefoniererei bei der Arbeit entstanden sein könnte und forderte von seinem Berufsverband einen Schadensersatz.

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Das Urteil des Gerichts ist eine kleine Sensation. Der Italiener bekam Recht. Das Gericht kam nach Sichtung wissenschaftlicher Forschungsergebnisse zu dem Ergebnis, das Handystrahlung durchaus Tumore auslösen könne. Ähnlich äußerte sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Frühjahr 2011. Die Krebsforschungsagentur IARC in Lyon stufte damals Handystrahlung im Rahmen der sogenannten „Interphonestudie“ bei Vieltelefonierern vage als „womöglich krebserregend“ ein.

Kritik an der schwedischen Forschung

Sowohl die Richter in Rom als auch die WHO stützen ihre Vermutung unter anderem auf Arbeiten des schwedischen Wissenschaftlers Lennart Hardell vom Universitätskrankenhaus Örebro. Hardell war damals bei der Sitzung in Lyon selbst anwesend. Seine epidemiologischen Studien haben bisher als einzige in der Forschungslandschaft einen Zusammenhang zwischen Handystrahlungen und Tumoren nachgewiesen. Demnach sorgen Mobiltelefone dafür, dass zwei- bis dreimal so viele Krebsfälle auftreten. Menschen unter 20 Jahren setzten sich einem fünf Mal höheren Risiko aus, an einem Hirntumor zu erkranken.

Die Ergebnisse der Interphonestudie ergaben, dass lediglich bei Vieltelefonierern, die mehr als zwölf Stunden am Tag ein Handy nutzen, ein gewisses Risiko bestehen könne. Zu einer konkreten Aussage ließen sich die forscher aber nicht hinreißen. Die Studie habe zu viele Unsicherheitsfaktoren aufgewiesen, die eine Verzerrung der Ergebnisse mit sich bringen könnte. Weitere Forschung sei nötig.

„Wegen seiner eindeutigen Ergebnisse wird Hardell immer wieder herangezogen“, sagt Dr. Sarah Drießen, Biologin am Institut für Arbeits- und Sozialmedizin an der RWTH Aachen. „Aber weder in anderen ähnlichen epidemiologischen Studien noch in experimentellen Studien konnte ein derartiger Zusammenhang bestätigt werden.“ Bei epidemiologischen Studien werden Bevölkerungsgruppen aufgrund  bestimmter Hypothesen genauer untersucht. Dazu dienen vor allem Befragungen, bei denen immer mit gewissen Unsicherheiten gerechnet werden muss. So kann sich ein erkrankter Mensch rückblickend falsch erinnern oder die 20. Frage im Fragebogen nicht mehr ganz so ernst nehmen, wie die erste. Die Wissenschaft nennt dieses Phänomen Recall-Bias. Experimentelle Studien arbeiten vor allem mit Tierversuchen und lassen so größere Stichproben und konkrete Versuche mit Handystrahlung zu. Das Problem hierbei: Die Ergebnisse an Tieren lassen sich nicht eins zu eins auf den Menschen übertragen.

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4 Kommentare zu Gesundheit: Wie gefährlich Handystrahlung wirklich ist

  • Die Mobilfunkdebatte hat mehr Gesichter, als der Artikel beleuchtet. Das hässlichste Gesicht sind die vielen Profiteure, die sich als Mobilfunkgegner ausgeben, tatsächlich aber nach materiellem und immateriellem Gewinn streben. So gibt es Baubiologen, die sich nebenher eine Bürgerinitiative (BI) halten. Die Geschäftsidee: Die BI verbreitet gratis Alarmstimmung, der Baubiologe hilft kostenpflichtig mit objektiv völlig unnötigen Schirmmaßnahmen gegen Sendemasten. Auch Alternativmediziner mischen mit, etwa mit einer "Funklochklinik", wo angeblich "elektrosensible" Privatpatienten gegen gutes Geld behandelt werden. Wie das genau gehen soll weiß keiner, denn es konnte bisher weder ein echter Elektrosensibler gefunden werden, noch gibt es ein widerspruchsfreies Wirkmodell, wieso ein Mensch extrem schwache Funkfelder spüren sollte. Und natürlich sind nicht acht Prozent der Deutschen "Elektrosensible". Diese Zahl wird immer wieder falsch vorgebracht, in Wahrheit beruht sie lediglich auf den Selbstauskünften einer Gruppe Befragter (mehr dazu auf http://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=thread&id=24099#p28872).

    Die Mobilfunkdebatte ist eine Scheindebatte, getragen von Anti-Mobilfunk-Vereinen wie Diagnose-Funk. Doch was sind das für Leute? Den Vereinen fehlt es hinten und vorne an Fachkompetenz, in bedrückender Selbstüberschätzung wirken dort im Vorstand z.B. ein Astrologe, ein Maschinenbauer, ein gelernter Drucker, ein Versorgungstechniker oder ein Architekt - das sind alles nette Berufe, in Sachfragen der Mobilfunkdebatte sind diese Leuten jedoch überfordert. Deshalb ist bei fast allen diesen Vereinen, auch der BUND zählt dazu, ein Interessenkonflikt zu erkennen: Man orientiert sich an den Empfehlungen der Baubiologen-Verbände. Das hat fatale Folgen: So sorgt sich z.B. der BUND in seinem Mobilfunk-Positionspapier exzessiv wegen Sendemasten, die Handys als Strahlungsquelle aber unterschlägt er völlig. Für mich ein skandalöses Versagen zugunsten der Baubiologie.

  • Na Spatenpauli, der Pöbler vor dem Herren darf nicht fehlen in der Riege der Gekauften oder Abhängigen.

    Spatenpauli, das sollte man wissen betreibt ein Lobby-Portal für die Mobilfunkindustrie.

    Lerchl und Spatenpauli - das passt gut zusammen: Vom Duktus her undinhaltlich sowieso.

  • Prof. Lerchel wurde jetzt rechstkräftig verurteilt wegen Datenfälschung. Er fälschte Ergebisse der Studien, in denen die Karzinogenität der Mirkowellenstrahlung nachgewiesen wurde.

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