Gesundheitsreport der Barmer: Volksseuche Zahnfleischentzündung

Gesundheitsreport der Barmer: Volksseuche Zahnfleischentzündung

, aktualisiert 27. April 2017, 11:11 Uhr
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Nach dem neuesten Gesundheitsreport der Barmer Ersatzkasse leiden viele Deutsche unter Parodontitis. Deshalb seien die Vorsorgeuntersuchungen und Früherkennung besonders wichtig.

von Peter ThelenQuelle:Handelsblatt Online

Der neue Gesundheitsreport der Barmer Ersatzkasse belegt, dass Entzündungen des Zahnfleischs, in der Medizin Parodontitis genannt, in Deutschland oft viel zu spät und dann auch nicht konsequent genug behandelt werden.

BerlinUm die Mundgesundheit vieler Menschen in Deutschland ist es nicht sehr gut bestellt. „Um es auf den Punkt zu bringen, die Verbreitung von Parodontitis hat erschreckende Ausmaße“ so der Vorstandschef der Barmer Ersatzkasse, Christoph Straub, bei der Vorstellung des aktuellen Zahnreports.

„Laut der Fünften Deutschen Mundgesundheitsstudie leidet in Deutschland mehr als die Hälfte der Erwachsenen mittleren Alters, das sind mindestens fünf Millionen Frauen und Männer, an der Erkrankung des Zahnhalteapparats“, so Straub weiter. Bei den Senioren seien sogar nahezu zwei Drittel davon betroffen, was ebenfalls mehr als fünf Millionen Personen entspricht.

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Eine Therapie könnte helfen, die meist chronisch verlaufende Entzündung  des Zahnfleisches in den Griff zu kriegen. Doch den meisten Patienten fehlt dazu der Durchhaltewille.

Laut dem Zahnreport lassen zwar etwa 50 Prozent der erwachsenen Versicherten, also 34 Millionen Personen, in einem Zeitraum von zwei Jahren eine Parodontitis-Untersuchung vornehmen. Im Jahr 2015 haben laut Zahnreport aber gerade einmal zwei Prozent und damit 1,2 Millionen Personen die daran anschließende Therapie auch durchlaufen.

„Sicherlich benötigt nicht jeder Patient mit erkranktem Zahnhalteapparat jedes Jahr eine Therapie. Allerdings gibt es doch eine deutliche Diskrepanz. Die Zahl der an Parodontitis Erkrankten ist enorm, während die Zahl der Behandelten sehr viel geringer ist“ sagt Studienautor Michael Walter, Direktor der Dresdener Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus. Und die Zahl der abgeschlossenen Therapien sei noch einmal niedriger.


Früherkennung bei Zuckerkranken besonders wichtig

Die Folgen dieser Entwicklung sind  ernüchternd. „Nach der Parodontitis-Therapie gehen demnach bei etwa einem Drittel der Erkrankten und damit bei bundesweit 440.000 Personen innerhalb von vier Jahren Zähne verloren“, meint Straub.

Dabei gehen die Menschen mit dem Problem je nach Region offenbar sehr unterschiedlich um. Während im Saarland nur 0,9 Prozent der Versicherten eine Therapie erhielten, waren es in Nordrhein-Westfalen mehr als doppelt so viele, nämlich 2,1 Prozent.

„Wir beobachten diesen Unterschied schon seit mehreren Jahren. Die Ursachen dafür können wir mit den Reportdaten allerdings nicht aufklären“, sagt Walter.

Besonders wichtig sind Früherkennungs- und Nachsorgeuntersuchungen zu Parodontitis bei Zuckerkranken. „Zahnentfernungen nach einer Parodontitis-Therapie erfolgen bei Diabetikern deutlich häufiger. Bei jungen Diabetikern ist das Risiko mehr als doppelt so hoch wie bei gleichaltrigen Nicht-Diabetikern. Die Therapie schlägt also schlechter an“, sagt Barmer-Chef Straub.

Er wünscht sich daher, dass die Parodontitis-Prophylaxe zum festen Bestandteil der bereits bestehenden strukturierten Behandlungsprogramme für Diabetiker wird.

Quelle:  Handelsblatt Online
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