Gleiche Ernährung, mehr Gewicht: Wir werden immer dicker - und können nichts dafür

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Gleiche Ernährung, mehr Gewicht: Wir werden immer dicker - und können nichts dafür

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Lieber den kleinen Burger - Menschen nehmen schneller zu als noch vor 30 Jahren

von Thorsten Firlus

Eine Studie zeigt: Menschen müssen heute noch weniger essen und sich mehr bewegen, um den gleichen Body Mass Index zu haben wie die Menschen vor 30 Jahren. An den Ursachen können wir wenig ändern.

Gute Nachrichten für alle Menschen, die mit ihrem Gewicht hadern oder sich schwer damit tun, es zu halten oder gar zu senken – sie können nur bedingt etwas dafür. Den Menschen fiel es vor mehr als 30 Jahren deutlich leichter das Gewicht zu halten, fanden die Forscher der Toronto York University heraus. Sie untersuchten das Ernährungsverhalten von 36400 US-Bürgern im Zeitraum von 1971 bis 2008 und die körperliche Aktivität von 14.419 Menschen zwischen 1988 und 2006.

Die überraschendste Erkenntnis: Ein Mensch, der 2006 die gleiche Menge Kalorien aufnahm und sich im gleichen Umfang körperlich betätigte wie ein Mensch aus dem Jahr 1988 würde einen um 2,3 Punkte höheren Body Mass Index (BMI) haben. Ein rund 10 Prozent höheres Gewicht haben somit die Menschen der Jetztzeit gegenüber denen aus den Achtzigern. Für die Menschen heute bedeutet dies: Um den BMI unten zu halten, müssen sie weniger essen und sich noch mehr bewegen als die Generationen zuvor.

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Wie sich der BMI berechnet

  • Formel

    Der Body-Mass-Index berechnet sich wie folgt: Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch die Körpergröße mal Körpergröße in Metern.

    Bei einem Gewicht von 90 Kilogramm und einer Größe von 1,90 Meter beträgt der BMI also knapp 25.

  • Was ist normal?

    Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO wird ein BMI zwischen 18,5 und 24,9 als normal angesehen. Ab einem Wert von 30 Kilogramm pro Quadratmeter Körpergröße gelten Übergewichtige als behandlungsbedürftig.

Eindeutige Ursachen vermochten die Forscher nicht zu benennen, wie das Magazin „Obesity Research & Clinical Practice“ berichtet. Jennifer Kuk von der Toronto University bot drei verschiedene Faktoren an, die diese zunächst rätselhafte Entwicklung befördern könnten:

Chemikalien

Heutzutage sind Menschen mehr Chemikalien ausgesetzt, die unter Umständen die Gewichtszunahme des Körpers beeinflussen. Dazu zählen Pestizide oder auch Bestandteile von Lebensmittelverpackungen. Diese könnten, so die Wissenschaftler, den Hormonhaushalt so weit beeinflussen, dass die Kalorienaufnahme verändert werde.

Medikamente

Das gleiche gilt für vor allem in den USA beliebte Medikamente wie Prozac. Antidepressiva sind eines der am häufigsten verschriebenen Medikamente und wurden bereits oft mit Gewichtszunahme in Verbindung gebracht.

Bakterien

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Die Darmflora der Menschen könnte sich in den vergangenen Jahrzehnten so verändert haben, dass ebenfalls der Körper dazu neigt, die aufgenommenen Kalorien schneller zu speichern. Verursacher dieser Wandlung könnten neben des gestiegenen Verbrauchs von Fleisch von mit Hormonen und Antibiotika behandelten Tieren in den USA in den vergangenen 30 Jahren auch beispielsweiße Süßstoffe sein.

Die Forscher ziehen den für den bequemen Menschen schönen Schluss, dass sie ihr Gewicht weniger weit weniger kontrollieren können, als man bislang annahm. So schön es ist, die Verantwortung zumindest zum Teil an Einflüsse außerhalb der eigenen Kontrolle zu schieben – wenn der Gürtel spannt, dürfte auch heute klar sein: Zu viel Essen, zu wenig Bewegung. Am Prinzip der negativen Kalorienbilanz für Gewichtsreduktion ändert schließlich auch kein Darmbakterium etwas. Es ist nur gegebenenfalls noch schwerer, sie zu erzielen.

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