Innovation der Woche: Lösung für die Ketchup-Flasche

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So läuft der Ketchup aus der Flasche. Dank der LiquiGlide-Flasche, die vier Studenten am MIT entwickelt haben

Kolumne von Benjamin Reuter

Um Ketchup aus der Flasche zu bekommen, gibt es bislang vier frustrierende Varianten. Doch US-Wissenschaftler bieten nun eine Lösung für das Alltagsproblem.

Wer kennt das nicht: Man hat einen köstlichen Burger und einen Haufen Pommes vor der Nase und dann steckt das Ketchup in der Flasche fester als Kleber in der Tube. Sicher, auch für dieses Problem gibt es Lösungen. Ganz genau vier waren es bisher. Die erste: Schläge auf den Flaschenboden. Mit dem Ergebnis, dass die Soße sturzbachartig Richtung Teller schießt und auch gerne mal darüber hinaus.


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Hersteller wie Heinz empfehlen ihren Kunden einen weiteren Trick gegen den Zähfluss. Flasche im 45-Grad-Winkel halten und das Gefäß leicht an den Seiten abklopfen. Ketchupmassage sozusagen. Eine dritte Möglichkeit sind Behälter aus Kunststoff. Die pusten nach einem beherzten Druck und begleitet von einem unappetitlichen Geräusch, das für gewöhnlich Naserümpfen auslöst, die Tomatencreme auf den Teller. Lösung Nummer vier: Die Hungrigen fischen das Ketchup mit einem Messer aus der Flasche, wie die Schimpansen mit einem Grashalm die Ameisen aus ihrem Bau.

Lange Rede, kurzer Sinn: In Sachen Ketchupflaschen befand sich die Menschheit bisher nicht auf der Höhe der Evolution. Schuld daran ist ein Phänomen mit dem klangvollen Namen Thixotropie. Das besagt, dass Flüssigkeiten wie Ketchup im ruhigen Zustand zähflüssig und klebrig werden.

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Das unwürdige Schauspiel in der Küche oder am Grill hat jetzt aber ein Ende. Denn vier Studenten an der renommierten US-Technikuniversität Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben eine LiquiGlide genannte Flutsch-Flasche entwickelt. Aus der rinnt das Ketchup gleichmäßig und ohne weitere Nötigung auf den Teller. Möglich macht es eine Beschichtung aus organischen Materialien für das Flascheninnere. Welcher Stoff genau es ist, der die Herzen von Barbecue-Fans höher schlagen lässt, verraten die angehenden Wissenschaftler nicht. Bei der US-Ernährungsbehörde FDA ist das Material aber als unbedenklich geführt. Die Patentierung läuft.

Da nun wirklich auch der letzte Rest der roten Soße aus der Flasche kommt, ist die Erfindung nicht nur Spielerei. Wie Dave Smith, einer der Erfinder sagt, könnten jährlich 500 Tonnen Ketchup eingespart werden. Einfach deshalb, weil sie nicht mehr am Flascheninneren klebend in den Müll wandern, sondern vorher auf die Teller.

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