Innovation der Woche: Nie wieder Wembley

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kolumneInnovation der Woche: Nie wieder Wembley

Kolumne von Andreas Menn

Prallt der Ball auf der Torlinie ab, stehen Schiedsrichter vor einer der schwierigsten Entscheidungen im Fußball-Sport: Tor oder nicht Tor? Eine neue Technik aus Deutschland soll künftig alle Zweifel ausräumen.

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Hat der Ball die Torlinie überquert oder nicht? Der Fußball-Weltverband FIFA und das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) haben in Nürnberg eine Technologie vorgestellt, mit der überprüfbar sein soll, ob der Ball tatsächlich regelkonform die Torlinie passiert hat.

Die legendäre Szene ist wohl jedem, der sich nur ein wenig mit Fußball auskommt, noch vor Augen: Im Londoner Wembley-Stadion stehen sich Deutschland und England im Finale der Fußball-WM 1966 gegenüber, in der 101. Minute steht es 2:2. Dann plötzlich kickt der britische Stürmer Geoff Hurst den Ball vorbei am deutschen Torhüter und trifft: Die Latte. Der Ball prallt ab, titscht auf die Torlinie und fliegt wieder hinaus aus dem weißen Kasten. Schiedsrichter Gottfried Dienst aus der Schweiz entscheidet: Tor, 3:2 für England.

Noch Jahrzehnte später ist das berühmte Wembley-Tor, das England die Siegertrophäe bescherte, Gegenstand hitziger Diskussionen und mühsamer Videobeweise. Und immer wieder kommt es zu neuen Situationen, in denen niemand sicher sagen kann: Tor oder nicht Tor?

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Zweifel ausräumen

Eine neue Technik könnte die Zweifel im Strafraum bald ein für alle Mal ausräumen. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen (IIS) in Erlangen haben eine Art Lichtschranke für die Torlinie entwickelt, die jeden eindringenden Ball exakt erfasst und bei einem Tor blitzschnell den Schiedsrichter informiert. Sie könnte schon in der nächsten WM zum Einsatz kommen.

“Ein Tor”, so lautet Regel Nummer 10 der Fifa-Spielregeln, “gilt nur dann, wenn der Ball die Torlinie zwischen den Torpfosten und unterhalb der Querlatte in vollem Umfang überquert.” Eine Definition, die mehr Präzision voraussetzt, als ein Linienrichter bieten kann, der mehr als 30 Meter vom Geschehen entfernt hinter der Eckfahne steht, wie Kritiker seit Jahren bemängeln.

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