Innovation der Woche: Pflaster als Lebensretter

Innovation der Woche: Pflaster als Lebensretter

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Die zehn mal zehn Zenimeter große Auflage namens Hematrix, ist mit drei Substanzen imprägniert, die die Blutgerinnung in Gang bringen.

von Susanne Kutter

Druckverbände bei stark blutenden Wunden anzulegen ist eine Kunst, die kaum ein Laie beherrscht. Immer wieder verbluten deshalb Menschen, obwohl Helfer zur Stelle waren. Mit der neuartigen Wundauflage Hematrix lässt sich das Problem lösen, denn es stoppt die Blutung auch ohne Druckverband.

Wer kann sich noch an seinen letzten Erste-Hilfe-Kurs erinnern? Und wie war das damals mit den Druckverbänden, die angelegt werden müssen, damit das Unfallopfer nicht verblutet? Kaum ein Laie kann das wirklich, und selbst ausgebildete Mediziner tun sich damit schwer, wenn sie nicht gerade Chirurgen oder Rettungssanitäter sind, sagt Stefan Bertsch, Gründer der Münchner Hematris.

Und deshalb hat Bertsch eine blutstillende Wundauflage entwickelt, mit der jeder noch so unerfahrene Ersthelfer auch stark blutende Wunden sicher verschließen kann. Selbst dann, wenn sich die Wunde an sonst sehr schlecht abzubindenden Körperteilen wie dem Kopf oder dem Rumpf befindet oder wenn der Helfer selbst sehr aufgeregt ist, etwa weil das Unfallopfer das eigene Kind ist.

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Beschleunigte Blutgerinnung

Der Trick an der zehn mal zehn großen Auflage namens Hematrix, die jetzt für 89 Euro pro Stück in den Handel kommt: Die flexible und schwammartige Auflage ist mit drei Substanzen imprägniert, die die Blutgerinnung in Gang bringen – Thrombin, Calciumclorid und Epsilon-Aminocapronsäure. Damit die Sache funktioniert, muss die Auflage drei bis fünf Minuten fest auf die blutende Wunde gedrückt werden. Die Substanzen werden dann frei und bringen das Blut zum verklumpen – laienhaft ausgedrückt: Es bildet sich eine Schorfschicht.

Die Gerinnung des Blutes schreitet dabei von außen nach innen im Körper voran, so dass nach spätestens fünf Minuten kein Blut mehr austritt, wie eine Studie an über 100 Personen zeigte. Anschließend muss die Auflage entweder mit einer Binde fixiert oder festgehalten werden, bis Rettungskräfte oder ein Arzt eintreffen. Die Profis werden anschließend die Auflage ablösen, ohne die Schorfschicht zu verletzen und die Wunde danach ordentlich vernähen oder klammern.

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Das Notfall-Patch ist luftdicht verschweißt und hält bei bis zu 25 Grad Celsius originalverpackt mindestens zwei Jahre lang, so Entwickler Bertsch. Da aber gerade beim Militär und in heißeren Ländern des nahen und fernen Ostens großes Interesse an seinem Blutstillungs-Pflaster besteht, hat er es schon einem Härtetest unterzogen: „Selbst bei 40 Grad Dauertemperatur war es nach einem halben Jahr noch voll funktionsfähig“, so Bertsch.

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