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Innovation der Woche: Stromberg soll vor Blackout retten

von Andreas Menn

Wind und Sonne liefern immer mehr Strom, wann und wieviel wissen wir aber leider nicht im Voraus. Ein  Ingenieur schlägt nun einen kolossalen Speicher vor, der Deutschlands Energieversorgung sichern soll - mit einem ein Kilometer großen Steinblock.

Ein Physiker der Hochschule Furtwangen plant ein Energiespeicherkraftwerk, das die Ausmaße des australischen Ayers Rock hat.
Ein Physiker der Hochschule Furtwangen plant ein Energiespeicherkraftwerk, das die Ausmaße des australischen Ayers Rock hat.

Für den Komplettumstieg auf Erneuerbare Energien muss Deutschland Berge versetzen – und zwar buchstäblich. Das zumindest schlägt Eduard Heindl von der Hochschule Furtwangen vor. Der Physiker will einen Energiespeicher aus Granitgestein bauen, der fast so riesig in die Landschaft ragen soll wie der Ayers Rock in Australien.

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Der Plan: Mit Bohrtunneln und Gesteinssägen will Heindl einen Zylinder aus einem Granitfelsen lösen, mehr als 500 Meter hoch und einen Kilometer breit. Die Spalte und Wände werden abgedichtet. Gewaltige Pumpen sollen dann riesige Wassermengen unter die Steinsäule drücken, um sie um Hunderte Meter anzuheben. Angetrieben werden die Pumpen von Überschussstrom aus Windrädern und Solarzellen. Wird, etwa bei Windflaute, Energie benötigt, fließt Wasser unter dem Druck des Granitzylinders ab und treibt Stromturbinen an.

Unsichtbares Jahrhundertbauwerk

Das Prinzip ähnelt einem Pumpspeicherkraftwerk, doch sei der Lageenergiespeicher, wie Heindl seine Erfindung nennt, wegen des hohen Wasserdrucks kompakter und brauche hundertmal weniger Fläche und viermal weniger Wasser als ein Stausee. Ein einziger Lageenergiespeicher soll 2000 Gigawattstunden Strom bunkern - das 50fache aller heutigen deutschen Pumpspeicherkraftwerke und mehr, als ganz Deutschland an einem Tag verbraucht.

Potentielle Orte für den Riesenspeicher hat der Ingenieur bereits anvisiert: Im Harz und im Schwarzwald etwa sei das Gestein geeignet für das Jahrhundertbauwerk. Hinter Atdorf hat Heindl ein einsames Tal ausgemacht, in dem der Speicherblock sich auch 200 Meter aus dem Boden erheben könnte, ohne weithin sichtbar das Landschaftsbild zu stören.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 03.02.2012, 10:46 UhrStephan.Locher

    @Monty: jede Technik war anfangs unerprobt und teuer, das ist kein Argument "Wider". Teurer könnte uns perspektivisch sogar die eingegangene Abhängigkeit zur französischen oder tschichischen Atomkraft kommen.

  • 23.01.2012, 09:16 UhrMasterD

    Billiger Strom, jederzeit, Arbeitsplätze, Auto und Fernsehen... Aber bloß kein nachteil... ich würde jedem der große Projekt blockieren möchte den Strom abstellen wenn es nötig ist... Bei uns die Atomkraftwerke abstellen (Grundlast) aber von anderen Länder teuer beziehen mit Subvention deren Arbeitsplätze... So weit sind wir in Deutschland...

  • 22.01.2012, 18:17 UhrAnonymer Benutzer: Monty

    Gott sei Dank versorgen uns Frankreich und Tschechien mit Stom aus deren Kraftwerken, damit wir uns nicht auf derlei unerprobte und teure Technik (ich muss mich zwingen, es so zurückhaltend zu formulieren) verlassen müssen.

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