Innovationen: Welche Projekte auf den Innovationspreis hoffen

Innovationen: Welche Projekte auf den Innovationspreis hoffen

Der richtige Mix aus Kreativität und Genialität bringt Unternehmen Vorsprung im Markt. Diese Ideen haben es beim Deutschen Innovationspreis in die letzte Runde geschafft.

Sparsamere und leisere Jet-Triebwerke, Sensoren die Handys Gefühl verleihen, oder Bildschirme, die ohne Spezialbrille knackscharf 3-D-Bilder anzeigen. Smarte Ideen gab es in diesem Jahr unter den Einreichungen zum renommierten Deutschen Innovationspreis - präsentiert von der WirtschaftsWoche, Accenture, EnBW und Evonik - wieder zuhauf.

Die Produkte und Dienstleistungen, die es in die Schlussrunde geschafft haben, stellen wir Ihnen auf den Folgeseiten vor, ehe am Abend die Sieger in München gekürt werden. Wenn Sie über die nächste Ausschreibung informiert werden wollen, registrieren Sie sich bitte unter www.der-deutsche-innovationspreis.de.

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Exakt und supersanft ätzen

Wasserstoffperoxid macht nicht nur Haare blond. Sehr viel konzentrierter als beim Friseur wird die Chemikalie auch zum Ätzen sogenannter Leiterplatten für Computer oder Smartphones eingesetzt. 15 Millionen Liter des Bleichmittels verbraucht die Elektronikindustrie jedes Jahr weltweit in der Halbleiterfertigung. Bisher jedenfalls. Denn nun hat das schwäbische Startup Akon aus Westhausen bei Aalen ein alternatives Verfahren namens Oxijet entwickelt, das mit Ozon statt mit dem explosiven und hautätzenden Wasserstoffperoxid arbeitet. Die neue Technik schützt zum einen die Mitarbeiter und spart Kosten, weil die aufwendige Lagerung des Gefahrstoffs entfällt. Zudem sind die mit Oxijet geätzten Leiterbahnen viel akkurater – und machen damit zehnfach kleinere Strukturen auf den Chips möglich.

Die Jury des Innovationspreises 2013

  • Roland Tichy (Vorsitz)

    Chefredakteur, WirtschaftsWoche:

    "Die Basis von Innovationen ist schöpferische Zerstörung in Schumpeter'schen Sinne. Nur Ideen, die Bestehendes in Frage stellen haben die Chance, Märkte dauerhaft zu verändern und die führende Stellung des deutschen Technologiestandorts zu sichern. Deshalb soll Der Deutsche Innovationspreis vor allem die kreativen Zerstörer unserer Wirtschaft auszeichnen, die aus Altem Neues schaffen."

  • Prof. Dr. Gerd Binnig

    Gründer der Definiens AG:

    "Die Quelle von Innovationen ist oft Freude am Denken, Mut einer Intuition zu folgen und Neuland zu betreten und auch ein wenig Naivität, die das Muthaben etwas leichter macht. Zum erfolgreichen Orientieren im Neuland bedarf es dann noch einer selbstkritischen Hinterfragung der eigenen Ideen. In der Forschung ist es schwer genug all diese erforderlichen Qualitäten zu vereinen. In der Industrie ist die Anzahl der beteiligten Personen und Disziplinen zudem deutlich größer und sie alle müssen innovativ zusammenspielen. Der Innovationspreis macht Mut, diese schier unlösbar erscheinende Aufgabe anzupacken."

  • Prof. Dr. Hubertus Christ

    Ehemaliger Vorsitzender, Deutscher Verband technisch-wissenschaftlicher Vereine DVT:

    "Die deutsche Wirtschaft verdankt ihre Erfolge Produkten, die für die Abnehmer attraktiver sind als diejenigen ihrer Wettbewerber. Die Halbwertzeit der Attraktivität beträgt nur wenige Jahre, in manchen Branchen nur Monate. Das ist der Grund,  weshalb das rohstoffarme Deutschland auf Innovationen angewiesen ist, und wir diese fördern müssen, wo immer es geht. Innovationspreise dienen dem breiten Verständnis der Notwendigkeit und der Art von Innovationen und sollen motivierend auf Firmen und Menschen wirken."

  • Dr. Klaus Engel

    Vorsitzender des Vorstandes, Evonik Industries AG:

    "Das Wort Innovation hat im öffentlichen Raum nur Freunde. Aber so viel Erfolg ist auch ein Fluch. Denn wo sich alles als innovativ anpreist, schwindet das Verständnis dafür, was das eigentlich ist – eine Innovation. Sagen wir es so: Eine Innovation ist mehr als eine Optimierung bestehender Produkte und Prozesse, sie ist ein Sprung, der einen qualitativ neuen Raum erschließt. Das Bewusstsein für diesen Zusammenhang zu schärfen, ist nicht das geringste Verdienst des Deutschen Innovationspreises."

  • Prof. Dr. Matthias Kleiner

    Präsident (2007-2012), Deutsche Forschungsgemeinschaft

    "Der Transfer von Forschungsergebnissen in Wirtschaft und Gesellschaft lebt von Synergie. Ein gelungener Erkenntnistransfer ist keine Einbahnstraße, sondern initiiert neue wissenschaftliche Fragestellungen, neue Forschung und Innovationen. Dafür müssen Wissenschaft, Unternehmen und Institutionen vertrauensvoll kooperieren. Die DFG verfügt mit ihren Gutachterinnen und Gutachtern, ihren Gremien und der Geschäftsstelle über ein deutschlandweit einzigartiges Potenzial an Informationen über wissenschaftliche Erkenntnisse für die frühe Phase des Innovationsprozesses. Dieses Wissen lässt sich für den Brückenschlag zur Wirtschaft und Gesellschaft durch Erkenntnistransfer intensiv nutzen."

  • Dr. Frank Mastiaux

    Vorsitzender des Vorstandes, EnBW Energie Baden-Württemberg AG:

    „Die Energie der Zukunft braucht Innovationen, nicht nur technologisch sondern auch systemisch und in neuen Formen der Zusammenarbeit. Dies wird auch zu erweiterten Marktchancen führen. Daher gilt es Innovation zu fördern und zu nutzen: - kreativ im Ansatz und konsequent in der Umsetzung."

  • Frank Riemensperger

    Vorsitzender der Geschäftsführung, Accenture GmbH:

    "Deutschland hat keine natürlichen Rohstoffe, unser Rohstoff sind die klugen Köpfe. Innovation definiert als Kombination von Erfindungen und Markterfolg hat uns über Jahrzehnte den Wohlstand beschert, den wir heute genießen. Das Zusammentreffen von klugen Köpfen, Know-how, Kapital und Unternehmertum als Nährboden für Innovation ist heute nicht mehr ein Privileg der Triade. Vielmehr haben die neuen Zentren in der Multipolaren Welt intensiv den Wettbewerb um den besten Innovationsstandort aufgenommen. Die Megatrends – Energiewende, Demographische Verschiebung, Mobilität, IT-Revolution, und Konvergenz von Industriesegmenten einerseits und neue Geschäftsmodelle um integrierte Produkte und Services andererseits – sind unsere Chance auch künftig den Wohlstand von Deutschland durch Innovation zu erhalten. In diesem Sinne freut sich die Jury auf eine wahre Innovations-Vielfalt."

  • Cornelia Rudloff-Schäffer

    Präsidentin, Deutsches Patent- und Markenamt:

    "Innovationen sind der Motor, der Volkswirtschaften antreibt. Mit ihren Investitionen in Forschung und Entwicklung stärken innovative Unternehmen den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Deutschland. Die Initiative „Der Deutsche Innovationspreis“ honoriert herausragende, zukunftsweisende Innovationen deutscher Unternehmen und unterstreicht damit deren Bedeutung auch gegenüber der breiten Öffentlichkeit. Ich freue mich darauf, als Jurymitglied an der Vergabe dieses Preises mitzuwirken."

  • Andreas Schmitz

    Sprecher des Vorstands, HSBC Trinkaus & Burkhardt AG und Präsident, Bundesverband deutscher Banken e.V.:

    "Innovationen sind die Triebfeder gesellschaftlicher Entwicklung. Insbesondere vor dem Hintergrund einer schrumpfenden Gesellschaft, der damit verbundenen Verknappung der Arbeitskräfte und der grundsätzlichen Rohstoffknappheit Deutschlands sind Innovationen für die Entwicklung der deutschen Volkswirtschaft von entscheidender Bedeutung. Die Intensität des globalen Innovationswettbewerbs hat in der jüngeren Vergangenheit deutlich zugenommen, wodurch es einerseits schwieriger geworden ist, erfolgreiche Innovationen zu entwickeln und andererseits erfolgreiche Innovationen durch tendenziell kürzere Lebenszyklen gekennzeichnet sind. Der deutsche Innovationspreis trägt dazu bei, die Quelle des deutschen Wohlstands zu fördern und damit Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern."

  • Prof. Dr. Günther Schuh

    Prorektor, Lehrstuhl für Produktionssystematik, RWTH Aachen:

    "Der Mensch an sich liebt Beständigkeit und ist dennoch neugierig. Wir müssen Neugierde und Phantasie beflügeln und den Mut zur Veränderung fördern, wenn wir uns nicht mit dem Zustand unserer sozialen und ökologischen Systeme zufrieden geben wollen. Innovatoren müssten so bewundert werden wie Sport- oder Pop-Stars, um die Jugend noch mehr zu begeistern. Der Deutsche Innovationspreis leistet dazu einen tollen Beitrag. Deshalb mache ich gerne mit."

  • Dr.-Ing. E.h. Manfred Wittenstei

    Vorsitzender des Vorstandes, WITTENSTEIN AG und 2007-2010 Präsident, VDMA:

    "Der Maschinenbau leistet einen wesentlichen Lösungsbeitrag zur Bewältigung gesellschaftspolitischer, ökonomischer und ökologischer Herausforderungen.
    Er ist somit DIE Schlüsselbranche für die Innovationsfähigkeit unseres Landes. Seine Innovationskraft und Umsetzungsstärke bilden die Basis für den wirtschaftlichen Erfolg in vielen Bereichen der Deutschen Industrie und damit für die weitere Entwicklung und Innovationsfähigkeit Deutschlands."

Sparsam auf der Straße segeln

Jeder Autofahrer kann durch seine Fahrweise enorm Sprit sparen. BMW hat daher sein Spritsparpaket Efficient Dynamics um ein intelligentes Energiemanagement erweitert: Aktiviert der Fahrer den Eco Pro genannten Modus, erhält er beim Fahren auf dem Bildschirm des Bordcomputers Tipps, wie frühes Schalten oder kraftstoffsparendes Gasgeben den Verbrauch senkt. Die Bonusreichweitenanzeige animiert zusätzlich zum Sparen. Sie zeigt, wie viele Extrakilometer der Fahrer bereits herausgefahren hat. Und der Vorausschauassistent, meldet vorab, wenn eine Tempobeschränkung kommt. Dann kann der Fahrer den Wagen mit der Leerlaufsegeln genannten Funktion gleiten lassen. Nur von Roll- und Luftwiderstand gebremst, liegt der Verbrauch dann bei 0,5 bis 1,0 Liter pro Stunde. Alles zusammen ermögliche bis 20 Prozent Kraftstoffersparnis, verspricht BMW.

Technik mit Gefühl

Sensoren sollen zum sechsten Sinn der Menschen werden. Jedenfalls wenn es nach dem Bosch-Sensortec-Geschäftsführer Stefan Finkbeiner und seinem Technikchef Udo-Martin Goméz geht. Lange baute Bosch die nur stecknadelkopfgroßen Messgeräte nur für Autos; heute stecken sie auch in Telefonen, Laptops und Spielkonsolen. Inzwischen arbeite laut Finkbeiner jedes zweite Smartphone weltweit mit Bosch-Sensoren. Die registrieren etwa, wie der Nutzer gerade sein Telefon hält, um Inhalte auf dem Display richtig darzustellen. Dafür messen die Fühler unter anderem das Erdmagnetfeld oder den Luftdruck. Bosch hat es in den vergangenen Jahren geschafft, die Baugröße der Sensoren um den Faktor 50 zu reduzieren. Ihr Stromverbrauch sank seit 2005 auf ein Hundertstel.

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