Innovationspreis: Edles Kuschel-Plastik für Autos

Innovationspreis: Edles Kuschel-Plastik für Autos

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Forscher Frank Alt (links) und Marketingmanager Erik Licht haben einen stabilen Kunststoff entwickelt, dessen Oberfläche fast so griffig daherkommt wie Leder

von Susanne Kutter

Kategorie Großunternehmen: Bauteile aus dem Kunststoff Softell vereinen Gegensätze: Sie sind weich und robust zugleich, preiswert und leicht zu recyceln.

Wenn Erik Licht in ein fremdes Auto steigt, überfällt den Kunststoffchemiker und Marketingmanager des Chemiekonzerns LyondellBasell eine berufsbedingte Marotte. Prüfend streichen seine Finger über alle Plastikteile im Innenraum: Türverkleidungen, Griffe, Ablagefächer und Instrumententafel. Er tastet und fühlt, fährt an Kanten entlang, drückt, kratzt, klopft und horcht. Denn die Hersteller solcher Bauteile für die Innenausstattung hochwertiger Karossen sind Lichts Kunden. Sie wünschen sich matte, edel wirkende Oberflächen statt billiger Hartplastik-Optik in Hochglanz – und Licht liefert ihnen die Kunststoffe dafür.

Schalldämmend, günstig und recycelbar

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Bisher ließen sich diese griffigen Oberflächen, die eher an Leder als an Plastik erinnern, nur durch teure, mehrschichtige Kaschierungsverfahren erzeugen: Dabei bekommt ein harter und glatter Kunststoff einen weichen Schaumüberzug, der dann noch lackiert wird. Mit dem neuen Kunststoff Softell, den Lichts Chemiker-Kollege Frank Alt entwickelt hat, fällt ein Großteil des Aufwandes weg. Kunststoffe mit den begehrten Soft-Touch-Oberflächen sind damit viel zeit- und ressourcensparender in einem Arbeitsgang herzustellen. Zudem lassen sie sich anschließend auch einfacher recyceln. Und sie dämmen Schall sehr gut.

„Softell hat das Zeug, die Herstellung von Kunststoffteilen weltweit zu revolutionieren“, sagt Frank Riemensperger, Mitglied der Jury des Innovationspreises und Deutschland-Chef der Unternehmensberatung Accenture. Zugleich leiste es einen wesentlichen Beitrag zu einer nachhaltigeren Produktion und damit zur sogenannten grünen Chemie. Mit der Entwicklung seiner deutschen Tochter in Frankfurt kam das weltweit drittgrößte Chemieunternehmen LyondellBasell ins Finale der Kategorie Großunternehmen. Das neue Material ist zwar etwas teurer als bisherige Massenkunststoffe. Dafür entfallen im Vergleich zu den mehrschichtigen Kaschierungen zwei von drei Arbeitsschritten, sodass die Fertigteile insgesamt preiswerter und besser recycelbar werden.

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