Intel: Wie eine Smartwatch bei der Parkinsonforschung hilft

Intel: Wie eine Smartwatch bei der Parkinsonforschung hilft

Nach Google und Apple steigt nun auch Intel in die Gesundheitsbranche ein. Per Smartwatch sollen Daten von Parkinson-Patienten gesammelt und so neue Behandlungsansätze gefunden werden.

Intel setzt sich für ein neues Programm im Bereich Big Data ein: Zusammen mit der Michael J. Fox-Stiftung für Parkinsonforschung will der Chiphersteller eine Studie initiieren, deren Daten mit Hilfe von Wearables - tragbaren Fitnessuhren - erhoben werden. Das Ziel ist die Erforschung von Mustern in der Krankheit, um mittelfristig eine Behandlung dafür entwickeln zu können.

Intel will im Herbst eine App bereitstellen, mit Hilfe derer Patienten ihren Gesundheitsstatus und eingenommene Medikamente vermerken sollen. Zusätzliche Daten sollen von dem kleinen Gerät am Handgelenk übermittelt werden. Intel will damit die Datenerfassung einfacher machen. Bisher beschränkte sich diese laut Intel meist auf wenige ärztliche Untersuchungen, die in analoge Patientenakten übertragen wurden. Mit dem neuen System könnten Tausende Patienten über einen langen Zeitraum beobachtet werden. „Damit wird eine kritische Masse an Daten erfasst, die neue Erkenntnisse liefern könnte“, so Intel.

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Das Projekt wurde bereits in kleinem Maßstab über einen Zeitraum von vier Tagen getestet, in der Kontrollgruppe befanden sich 16 Parkinson-Patienten sowie neun Freiwillige. Genutzt wurde die Pebble-Smartwatch, eine frei auf dem Markt verfügbare intelligente Armbanduhr. Die erfassten Daten werden derzeit von Forschern untersucht und sollen mit Hilfe von Parkinson-Experten Grundlage für Berechnungsalgorithmen erstellen. Intel hofft, dass Symptome wie Zittern, Schlafmuster, Gangart und Gleichgewicht Rückschlüsse auf die Krankheit liefern und neue Behandlungsansätze möglich machen.

Mit dem Projekt verspricht sich Intel aber sicher nicht nur Prestige: Der Konzern hat so die Chance, zu zeigen, wie viel in seinen Technologien steckt. Dazu gehört unter anderem die Rechenzentrumstruktur in der Cloud von Amazon Web Services, aber auch seine als Cloudera betitelte Version von Hadoop, einer Grundlage für verteilt arbeitende Software. Mit Cloudera lassen sich große Mengen verschiedener Daten schnell analysieren – Big Data ist das Stichwort. Ende März wurden 740 Millionen Dollar in dieses Projekt investiert, was ein klares Indiz für den Stellenwert des Projekts sein dürfte.

Ganz neu ist das Thema Parkinson für Intel nicht. Der ehemalige Firmenchef Andy Grove erkrankte selbst an der Krankheit, trat der Fox-Stiftung bei und spendete mehrere Millionen Dollar für die Forschung.  

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Intel ist mit dem aktuellen Projekt nicht allein, allerdings ist es sehr spezifisch auf eine Krankheit beschränkt. Sowohl Google als auch Apple stellen in Kürze ihre Gesundheitsanwendungen vor. Während Google sich auf den Fitnessbereich beschränken will, plant Apple den Schritt in die Medizinwelt. Das sogenannte Health Kit soll Entwicklern die Möglichkeit geben, externe Geräte wie Blutdruckmesser und Pulsbänder mit dem iPhone zu koppeln. Mittelfristig soll dies dabei helfen, Krankheiten früher zu erkennen und eventuelle Risikofaktoren zu benennen.

Viele Mediziner begrüßen die neuen technischen Möglichkeiten. Patienten ließen sich damit noch engmaschiger beobachten, auch außerhalb der Praxis. Datenschützer sehen in den neuen Technologien allerdings auch Gefahren: Hackern wird es damit leicht gemacht, Zugriff auf sensible Daten zu erhalten, die normalerweise unter Verschluss in Arztpraxen und Krankenhäusern liegen.

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