Bild: APNavigationssystem mit Peilsender
Was heute Autofahrer sicher auf unbekannten Straßen ans Ziel führt, war 1964 eine Sensation. In dem Film "Goldfinger" kann James Bond in seinem Aston Martin sich und seine Verfolger auf einem Monitor exakt lokalisieren. Die Idee, die zuerst im zugehörigen Roman auftauchte, soll den CIA-Chef Allen Dulles 1959 so fasziniert haben, dass er den Geheimdienst anwies, solche Geräte zu entwickeln. Als aber erste Tests scheiterten, verwarf Dulles die Idee. Das erste serienmäßige Navigationssystem kam dann in den 1990er Jahren auf den Markt.
Bild: REUTERSInfrarot-Kamera
Als James Bond in "Feuerball" auf den Bahamas seinem Erzfeind begegnet, hat der Geheimagent neben einer Harpune ein besonderes Hilfsmittel, das ihm auch im Dunkeln nützt: Eine Infrarot-Kamera. Das Gerät aus dem Film gab es damals nicht im normalen Handel zu kaufen. Ein ähnliches Produkt namens "Calypso" war Anfang der Sechziger Jahre nur für Spezialisten zu haben. Nach dem Film wurden Infrarotkameras zum Massenprodukt. Heute ist Infrarotbild Bestandteil jeder besseren Kamera.
Bild: Auto-Gryo.comDer Gyrocopter
Mit einem Ein-Mann-Hubschrauber hob 007 im Streifen "Man lebt nur zweimal" ab - vier Verfolger hinter sich und gewaltig bewaffnet. Die Erfindung der Gyrocopter lag damals zwar schon einige Jahrzehnte zurück - sie wurden vereinzelt schon in den Zwanzigern und Dreißigern gebaut - aber eine Serienproduktion startete erst 2007. Eine Firma aus Hildesheim baut die Mini-Hubschrauber seitdem serienmäßig für bis zwei Personen und verkauft sie überall in die Welt.
Bild: .jetlev-flyer.comDüsenrucksack
Ebenfalls fliegend unterwegs war James Bond im Film "Feuerball" 1965 - diesmal mit einem Ein-Mann-Düsenrucksack. Die Firma Bell hatte 1961 das erste Modell entwickelt, das einen Menschen 21 Sekunden lang in der Luft hielt. Vier Jahre später schaffte Bond im Film immerhin 4 Minuten und konnte ein Schloss überfliegen. Auch bei den Olympischen Spielen in Los Angeles 1984 war der Rucksack Thema: Ein Mann schwebte während der Eröffnungsfeier ins Stadion. In Deutschland produziert eine Itzehoer Firma den sogenannten "Jetlev Flyer". Zwar funktioniert er nur im Wasser, doch hält er länger durch: Bis zu zwei Stunden kann der Pilot mit über 60 Stundenkilometern in der Luft über die Wasseroberfläche düsen.
Bild: APFliegendes Auto
Im James-Bond-Film "Der Mann mit dem goldenen Colt" von 1974 war es nur eine kurze Szene - aber die sorgte für einen Rieseneffekt. In einem thailändischen Hangar verwandelt sich ein goldenes AMC Matador Coupé in ein Flugzeug. Kurz danach hebt das ein-Meter-Vehikel ab - ferngesteuert.
Der Traum mit einem Auto zu fliegen hat Tüftler schon lange beschäftigt. Schon 1917 und in den 40er Jahren gab es Versuche, die sich jedoch bisher nicht durchsetzen konnten. Zwei Unternehmen sind aber immer noch dran. Sowohl der holländische Hersteller Pal-V, als auch die US-Firma Terrafugia wollen nach erfolgreichen Test im Jahr 2013 ein "fliegendes Auto" auf den Markt bringen.
Für Filmkenner: Das Auto vom Typ AMC Hornet Hatchback Spezial, das kurz vor der Szene im Hangar über einen der Kanäle außerhalb Bangkoks "flog", machte sich lediglich die Gesetze der Physik zu Nutze. In knapp drei Sekunden übersprang das Fahrzeug exakt 15,86 Meter - Forscher an der New Yorker Cornell Universität hatten dies per Computer berechnet.
Bild: ScreenshotTV-Uhren
Im Sommer 1982 verkaufte der japanische Hersteller Seiko für rund 1000 Mark zum ersten Mal eine Armbanduhr, mit der man bis zu fünf Stunden am Stück fernsehen konnte. James Bond, in diesem Fall gespielt von Peter Sellers, war da etwas früher dran: Schon 1967 schaut er in der Parodie "Casino Royale" auf sein Zeitinstrument, das ihm die leicht bekleidete Ursula Andress "live" überträgt. 16 Jahre später ist Lüstling Roger Moore mit einer Kamera-Uhr in Aktion. In dem Film "Octopussy" nutzt er ein Teleobjektiv mit Zoom, um einer Mitarbeiterin genauer auf die Oberweite zu schauen. Der kleine 1,2 Zoll Bildschirm im Film ist sogar in Farbe. Das notwendige Equipment - TV-Empfänger, Kabel und Kopfhörer - kommt dagegen nicht vor.
Bild: dpaTauchendes Auto
Der weiße Lotus Esprit beschleunigt, taucht elegant ins Wasser und wird zum U-Boot. Was Roger Moore und Beifahrerin Barbara Bach in "Der Spion, der mich liebte" 1977 vormachen, war trickreich, denn die beiden kämpften im Londoner Wasserbassin. Der Sportwagen wurde zu einem der größten Erfolge für den englischen Autobauer. Als Autovisionär Frank Rinderknecht im Jahr 2008 ein tauchfähigen umgebauten Lotus Elise auf dem Genfer Autosalon vorstellte, war ihm die Aufmerksamkeit sicher. Seinen "Rinspeed sQuba" hatte er abgedichtet, mit Styropor ausgelegt, und zwei Jetantriebe und zwei Propeller am Heck angebracht. Auf ein Dach verzichtete Rinderknecht, lieber zog er sich eine Taucherausrüstung über und blickte nach oben auf die Fischwelt.
Bild: PresseSchlüsselfinder
In "Der Hauch des Todes" leistet der Schlüsselfinder Timothy Dalton alias 007 große Dienste. Drei gepfiffene Takte der "Rule Britannia" genügen, damit das Gerät Betäubungsgas versprüht. Auch "hochexplosiven Stoff" kann es. Fast zeitgleich mit dem Film brachte die Elektronikfirma Philips Ende der 1980er Jahre Schlüsselfinder auf den Markt - und war bald beliebt. Über ein Schallloch nimmt das Gerät Töne wahr und reagiert darauf - freilich kann es nicht explodieren. Seit etwa zwei Jahren kam eine technische Neuerung hinzu: Der "Find One Find All" mehrere Gegenstände an unterschiedlicher Stelle orten. Eine LED-Anzeige blinkt umso stärker, je näher der vermisste Gegenstand ist.
Bild: REUTERSUnsichtbares Auto
Der Aston Martin Vanquish ist das Ultimum britischer Ingenieurskunst - in "Stirb an einem anderen Tag" wird aus Vanquish "Vanish", zu deutsch verschwinden. Bond, gespielt von Pierce Brosnan, lässt in einer Action-Sequenz einen Gangster schon mal gegen das "unsichtbare" Etwas auffahren. Mercedes griff Jahre später die Idee wieder auf - im März 2012 ließ es einen Typ F-Cell durch Hamburg fahren, dessen Fahrerseite mit 140 biegsamen LED Platten ausgestattet war. Bilder, die eine Kamera auf der Beifahrerseite von der Umgebung aufzeichnete, wurden auf die Platten gespielt - das perfekte Chamäleon.
Bild: dapdFax in der Uhr
Jahrelang sah man an Bonds Handgelenk nur Rolex oder Breitling. Ende der 1970er Jahre kam Seiko - und die Japaner überraschten mit einem originellen Gag. In einer Berghütte in den Alpen vergnügt sich Bond gerade in umwerfender Begleitung, als ihn über seine Armbanduhr ein Fax erreicht: "007 to Report HQ, Immediate M" - Dienstantritt für England. "Es ist gerade was gekommen", wird doppeldeutig auf deutsch übersetzt. Gerade mal 13 Sekunden taucht die Erfindung im Film auf - Realität wurde sich nicht. Das reale Pendant "Seiko Quartz Digital LC Alarmchronograph 0674" konnte nie Nachrichten übertragen.
Navigationssystem mit Peilsender
Was heute Autofahrer sicher auf unbekannten Straßen ans Ziel führt, war 1964 eine Sensation. In dem Film "Goldfinger" kann James Bond in seinem Aston Martin sich und seine Verfolger auf einem Monitor exakt lokalisieren. Die Idee, die zuerst im zugehörigen Roman auftauchte, soll den CIA-Chef Allen Dulles 1959 so fasziniert haben, dass er den Geheimdienst anwies, solche Geräte zu entwickeln. Als aber erste Tests scheiterten, verwarf Dulles die Idee. Das erste serienmäßige Navigationssystem kam dann in den 1990er Jahren auf den Markt.
Wirtschaftswoche: Mr. Rattner, Forschungslabors gelten in vielen Konzernen als schmückende, aber wenig produktive Anhängsel, deren Budgets bei Sparprogrammen als Erste leiden. Droht Ihnen das bei Intel auch?
Es gab tatsächlich schon mal Stimmen, die die Forschungsprojekte hinterfragten. Vor sechs, sieben Jahren, als Intel in Umstrukturierungen steckte. Damals lag einiges im Argen: Oft hatten Forscher gute Ideen für Produkte. Aber in der Produktentwicklung war keiner verfügbar oder interessiert. Dann gab es Fälle, wo sich Produktleute an frühere Forschungsprojekte erinnerten, für die es nun Bedarf gäbe. Da aber steckten die Forscher in anderen Projekten und waren nicht mehr interessiert.
Und heute?
Haben wir das grundlegend geändert. Heute verfolgen wir den sogenannten Pathfinder-Ansatz und bringen Forscher und Produktentwickler früh zusammen. Dann überlegen sie, was es an Durchbrüchen gibt und wie man die als Produkt umsetzen könnte. Ziel ist zu erkennen, wo es überhaupt einen Markt dafür gibt? Ob der vielleicht noch Jahre weg ist und wir uns erst mal auf andere Sachen fokussieren. Das Ziel ist, aus Erfindungen Innovationen zu machen.

Erfindung, Innovation – wo liegt der Unterschied?
Innovation ist ein Produkt, eine Dienstleistung oder eine Technologie, die Leute kaufen und nutzen können. Erfinden schöpft Neues, das aber nicht zur Produktreife gelangen muss. Viele Leute bringen das durcheinander. Das ist gefährlich.
Was, bitte, ist daran gefährlich?
Das Gros industrieller Forschung in den USA nach dem Zweiten Weltkrieg fokussierte sich auf das Erfinden. Institute wie die Bell Labs oder Xerox Parc sind zu Recht Legenden. Aber die Innovation haben andere vollbracht, die das Marktpotenzial der Erfindungen erkannten.
Nennen Sie mal ein Beispiel.
Der Transistor in den Bell Labs war eine Kuriosität, bis die Gründer von Fairchild daraus ein Produkt machten und Bob Noyce mit dem integrierten Schaltkreis das Fundament von Intel legte. Noch bekannter ist die PC-Steuerung mit den charakteristischen Programmfenstern. Die stammt von Xerox, doch erst Apple-Gründer Steve Jobs verhalf ihr mit dem Macintosh-Computer zum Durchbruch.
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