Viele Erfindungen wenig Produkte
Bild: dpaAirbus plant an seinen deutschen Standorten vor allem zur Produktion seines neuen Verkehrsjets A350 XWB die Schaffung hunderter neuer Jobs. "Wir gehen von 1000 Neueinstellungen aus", sagte Airbus-Geschäftsführer Günter Butschek am 26. April im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Bei den Neueinstellungen handle es sich vor allem um Facharbeiter und Ingenieure. Den norddeutschen Standorten in Hamburg, Stade und Bremen mit derzeit rund 18.000 Mitarbeitern komme eine Schlüsselstellung bei der Entwicklung und Fertigung des Hightech-Fliegers zu. Im Sommer sei sein Erstflug geplant, Ende kommenden Jahres die erste Auslieferung.
Bild: dpaDas vergangene Jahr war für Volkswagen ein Jahr der Superlative: 192 Milliarden Euro Umsatz und 22 Milliarden Euro Gewinn. Nun möchte Volkswagen weiter wachsen - auch im Personalbereich: Der Konzern will seine Mitarbeiterzahl bis 2018 auf weltweit rund 600.000 erhöhen. Der Großteil der neuen Jobs soll nach Medienberichten allerdings außerhalb Europas entstehen. Erwartet wird, dass in fünf Jahren nahezu die Hälfte aller Beschäftigten der Marke VW im außereuropäischen Ausland arbeiten wird. Weltweit zählte der VW-Konzern Ende 2012 rund 550.000 Beschäftigte.
Bild: dpaDer Autobauer Audi hat im vergangenen Jahr ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 5,956 Milliarden Euro erwirtschaftet. Allein der Q3 wurde 80.000 mal verkauft. Das gute Ergebnis dürfte auch die Angestellten freuen: Die durchschnittliche Ergebnisbeteiligung der Mitarbeiter lag bei 8030 Euro. Außerdem planen die Ingolstädter, noch in diesem Jahr rund 1500 neue Mitarbeiter in Deutschland einzustellen.
Bild: dpaDer Schweizer Uhrenhersteller Swatch hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012 mit den erwirtschafteten Umsätzen nicht nur Analysteneinschätzungen sondern auch die eigenen Prognosen geschlagen: Statt des erwarteten Umsatzes von 7,74 Milliarden Franken setzte Swatch 8,14 Milliarden Franken um. Auch für 2013 erwartet das Unternehmen ein gesundes Wachstum und will daher 1500 neue Mitarbeiter einstellen, 900 davon allein in der Schweiz
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Bild: dapdDer Autobauer Porsche möchte seine derzeit schon gut 17.000 Köpfe zählende Belegschaft weiter ausbauen. Ziel sei es bis 2020 die Belegschaft auf 20.000 Mitarbeiter aufzustocken. Deshalb sollen in diesem Jahr etwa 1.000 neue Mitarbeiter eingestellt werden. Die aktuelle Belegschaft könne außerdem darauf hoffen, wieder einen satten Jahresbonus zu kassieren, denn Porsche-Mitarbeiter werden am Erfolg beteiligt. Einen Bonus von 7.600 Euro hatten 2012 alle Tarifbeschäftigten der Porsche AG - egal ob Küchenkraft oder Ingenieur bekommen.
Bild: dpaDer US-Autohersteller Ford holt sich für die Entwicklung neuer Modelle in diesem Jahr 2200 Mitarbeiter ins Haus. Offene Stellen gebe es etwa für Ingenieure sowie Produktions- und IT-Fachleute. Vor allem an spritsparenden Fahrzeugen sollten die neuen Kollegen tüfteln, sagte der Ford-Chef für Nord- und Südamerika, Joe Hinrichs. Einige der neuen Stellen will der zweitgrößte US-Autobauer mit befristet Beschäftigten und Praktikanten besetzen. Ford beschäftigt in seinem Heimatmarkt inzwischen fast 14 Prozent mehr Fachkräfte als zum Höhepunkt der Rezession 2009. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen mehr als 8100 neue Mitarbeiter eingestellt. Bei Ford lief es zuletzt wieder rund, der Konzern erzielte im Dezember den besten Absatz in diesem Monat seit 2006. Angesichts der Euro-Krise gilt der Heimatmarkt USA derzeit als einer der Hoffnungsträger der gesamten Branche.
Bild: dapdDer Schweizer Pharma- und Diagnostikkonzern Roche steckt mehr als 240 Millionen Franken (über 200 Millionen Euro) in seine Diagnostika-Produktion in Deutschland. Am Standort Penzberg bei München solle ein neues Produktionsgebäude entstehen und es sollen 50 zusätzliche Stellen geschaffen werden. Die Inbetriebnahme ist für Dezember 2014 geplant.
Bild: dpaDer amerikanische Onlinehändler Amazon will für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft 50.000 Saisonarbeitskräfte einstellen. Die Mitarbeiter sollen in Logistikzentren im ganzen Land beschäftigt werden, kündigte das Unternehmen an. Man gehe davon aus, das mehrere Tausend von ihnen anschließend in eine reguläre Vollzeitbeschäftigung wechseln könnten.
Zuvor hatten bereits andere große Einzelhändler in den USA die Einstellung Zehntausender Saisonarbeiter angekündigt, darunter der Konzern Wal-Mart, die Kaufhauskette Macy's und der Spielzeughändler Toys 'R' US.
Bild: PressebildRossmann
Der Drogeriemarktbetreiber hatte bereits zum Beginn des Jahres 2012 angekündigt, 100 neue Läden eröffnen und dafür 1000 neue Mitarbeiter einstellen zu wollen. Nach der Pleite des größten Konkurrenten Schlecker, übernahm Rossmann dann einfach 100 der insgesamt 490 Ihr-Platz-Filialen - der ehemaligen Premium-Markte im Schlecker-Imperium. Auf diesem Weg haben 2000 Schlecker-Frauen einen neuen Job bei Rossmann gefunden. Außerdem sind rund 30 Auszubildende von Ihr Platz bei Rossmann untergekommen. Damit arbeiten für Rossmann nun insgesamt 23.000 Menschen. Durch die Schlecker-Insolvenz haben 25.000 Menschen ihre Arbeitsstelle in Deutschland verloren - 14.000 von ihnen suchen nach wie vor einen neuen Job.
Bild: REUTERSBMW
Der Autobauer BMW hat sich nach Angaben der IG Metall dazu verpflichtet, die Zahl der Zeitarbeiter im Konzern künftig zu begrenzen. Die Vereinbarung zieht einen Schlussstrich unter den jahrelangen Streit zwischen BMW und der Gewerkschaft über den Einsatz von Leiharbeitern.
Nach Worten von Bayerns IG Metall-Chef Jürgen Wechsler wird BMW künftig die Leiharbeiterquote im Gesamtunternehmen auf acht Prozent begrenzen. Nach Gewerkschaftsangaben hatte die Quote in Spitzenzeiten an den deutschen Standorten bei über 15 Prozent gelegen. Zugleich werde BMW in Deutschland rund 3000 Mitarbeiter einstellen, möglichst aus den Reihen bisheriger Leiharbeiter. Allein in Leipzig soll die Belegschaft bis Ende 2013 um 700 Fachkräfte aufgestockt werden, vor mit Leiharbeitern, teilte der Leipziger BMW-Betriebsratschef Jens Köhler mit.
Airbus plant an seinen deutschen Standorten vor allem zur Produktion seines neuen Verkehrsjets A350 XWB die Schaffung hunderter neuer Jobs. "Wir gehen von 1000 Neueinstellungen aus", sagte Airbus-Geschäftsführer Günter Butschek am 26. April im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Bei den Neueinstellungen handle es sich vor allem um Facharbeiter und Ingenieure. Den norddeutschen Standorten in Hamburg, Stade und Bremen mit derzeit rund 18.000 Mitarbeitern komme eine Schlüsselstellung bei der Entwicklung und Fertigung des Hightech-Fliegers zu. Im Sommer sei sein Erstflug geplant, Ende kommenden Jahres die erste Auslieferung.
Wo ist da das Problem?
Viele Unternehmen haben sich zu lange am Modell von Bell Labs und Xerox orientiert. Bis sie merkten, dass die Forschungsmilliarden zwar viele Erfindungen brachten, aber zu wenig marktfähige Produkte. Unter dem Druck der Aktionäre haben viele dann ihre Forschungsetats reduziert. Es scheint, als ob Forschung das Erste ist, worauf man in Krisen verzichten kann, so etwas wie ein Luxusgut. Das ist riskant, denn es hemmt die industrielle Forschung – in den USA und weltweit.
Gehen Unternehmen nun die Ideen aus?
Ideen gibt es wie Sand am Meer. Aber ich habe weder Leute noch Budget, alle auszuprobieren. Die Herausforderung ist es, Ideen zu Produkten zu machen. Der Markterfolg liefert dann den Etat, neue Ideen zu realisieren. Auch deshalb verfolgen wir den Pathfinder-Ansatz.
Beschränkt es nicht die Kreativität, wenn sich alle mehr auf Produkte als auf Erfindungen konzentrieren?
Nein, unsere Erfahrung ist, dass die Arbeit besser wird, weil die Forscher in der Kommunikation mit Produktentwicklern ganz neue Einsichten gewinnen – und umgekehrt. Es fördert die Wertschätzung, wie schwer es ist, eine Erfindung in ein Produkt zu bringen und es zu fertigen. Auch daraus entstehen wieder neue Ansätze.
Was für Projekte sind das?
Zum Beispiel die Deep-Safe-Technologie: ein Verteidigungsmechanismus gegen Computerviren, den unsere Laborexperten erfunden haben. Zusammen mit unserer Sicherheitstochter McAfee und der IT-Architekturgruppe haben sie ihn marktreif gemacht.
Wie viele solche Projekte gibt es?
Wir verfolgen rund 50 Projekte gleichzeitig, brauchen aber etwa doppelt so viele in den Labors, um neue Ansätze für die nächsten Pathfinder-Missionen zu haben. 30 bis 40 Prozent, immerhin, schaffen es dann auf den Markt.
Sind Sie mit der Quote zufrieden?
Das ist okay, aber es geht weniger um absolute Zahlen als ums Umdenken. Einen neuen Mikroprozessor zu entwickeln kostet beispielsweise rund 600 Millionen Dollar. Und um die Fabrik dafür zu bauen, braucht man noch mal das Zehnfache. Aber wenn danach herauskommt, dass das Produkt Fehler hat oder am Markt vorbei zielt, hat man ein gigantisches Problem.
Wie wollen Sie das vermeiden?
Wir müssen früh genug nachdenken und die Ideen vorher auf alle möglichen Unwägbarkeiten prüfen – selbst wenn auch das teuer ist. Aber wenn sich dann herausstellt, dass etwas nicht funktioniert, ist die Notbremse immer noch viel billiger als der Bau einer neuen Fabrik. Manchmal ist es besser, technische Fehler oder strategische Irrtümer zu vermeiden, als einen vermeintlich schnellen Produkterfolg zu feiern – der dann vielleicht gar keiner ist.
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