Kampf gegen Epidemien: Neue Ebola-Medikamente sind keine Wundermittel

Kampf gegen Epidemien: Neue Ebola-Medikamente sind keine Wundermittel

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Kent Brantly (l.) bei der Untersuchung eines Ebola-Patienten. Der US-Mediziner ist inzwischen selbst an Ebola erkrankt.

Das Ebola-Mittel ZMapp könnte der Schlüssel zur Eindämmung der Epidemie werden. Experten warnen allerdings vor verfrühten Hoffnungen.

Eine experimentelle Ebola-Behandlung hat offenbar zwei Amerikanern das Leben gerettet. Die Behandlung befindet sich aktuell noch im Tierversuchsstadium und kann den Ebola-Erreger offenbar auch dann bekämpfen, wenn die Infektion bereits fortgeschritten ist.Für das Ebola-Virus gibt es derzeit nämlich noch keine gängigen Behandlungsansätze. Aktuell beschränken sich die Lösungen der Ärzte darauf, Betroffene von Gesunden zu isolieren. Kent Brantly und Nancy Writebol, zwei amerikanische Helfer , die in einer Klinik nahe der Hauptstadt Monrovia bei der Behandlung von Kranken halfen, infizierten sich nun offenbar bei ihrer Arbeit in Liberia mit dem Virus und wurden mit einem noch in der Erforschungsphase befindlichen Serum aus Antikörpern behandelt. Während Brantly deutliche Fortschritte machte, schwebt Writebol derzeit noch in Lebensgefahr.

Das Mittel wurde von Mapp Biopharmaceutical entwickelt. Die enthaltenen Antikörper sollen dazu in der Lage sein, sich an den Teil des Virus anzuheften, die dafür nötig sind, um sich mit den menschlichen Zellen zu verbinden – das sogenannte Ebola-Glykoprotein. Gewonnen wurde das Mittel ursprünglich aus Ebola-infizierten Mäusen, um es für Menschen tauglich zu machen, mussten die Forscher die Gene der Antikörper klonen und den Genteil der Maus mit dem der Menschen ersetzen. Mit Hilfe von Tabakpflanzen lassen sich die Antikörper mittlerweile in großen Mengen herstellen.

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Ebola-Virus Quelle: dpa

Das Serum wurde bereits 2013 erfolgreich getestet – allerdings nur an Affen. Einige wurden mit dem Serum geimpft und zwei Tage später dem Virus ausgesetzt – die Überlebensrate lag bei 100 Prozent. Bei Primaten, die das Serum erst zwei Tage nach Ansteckung mit Ebola erhielten, lag die Sterblichkeitsrate noch bei 25 Prozent. Von jenen, die 120 Stunden nach der Infektion behandelt wurden, überlebten immer noch 43 Prozent.

Ebola-Behandlung noch höchst experimentell

Experten warnen bereits davor, ZMapp als potentielles Wundermittel gegen Ebola zu sehen. Bisher wurden die Antikörper nur an wenigen Menschen getestet, darunter die beiden Helfer. Ob das Mittel auch an anderen Patienten eine positive Wirkung zeigt, ist noch nicht abzusehen. Zudem fehlt momentan die offizielle Zulassung, die nur in absoluten Ausnahmefällen übersprungen werden darf – wie in diesem Fall.

Zudem ist ZMapp nicht das einzige Mittel gegen Ebola, das sich in der Erprobungsphase befindet. Das kanadische Unternehmen Tekmira forscht an einem Mittel namens TKM-Ebola, das ebenfalls Chancen hat, bald die Marktreife zu erhalten.

Ein Hauptproblem der Ebola-Forschung und -Behandlung ist die Finanzierung. Die Weltbank sagte erst kürzlich Hilfen in einer Höhe von 149 Millionen Euro zu, die den betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone zu Gute kommen sollen. Zudem mangelt es den Menschen in den betroffenen afrikanischen Ländern an Vertrauen in die meist westlichen Helfer. Verwandte verstecken die Erkrankten oft vor den Helfern und pflegen sie selbst - und stecken sich oft selbst damit an.

Ebola: Eine Gefahr für Deutsche?

Die Gefahr für Deutsche, sich mit dem Ebola-Virus anzustecken, ist glücklicherweise sehr gering. Die aktuellen Gefahrengebiete sind keine klassischen Touristenziele. Das Ansteckungsrisiko ist allerdings vorhanden: Ebola überträgt sich durch Körperflüssigkeiten und Ausscheidungen, eine Ansteckung über die Luft wie bei Grippeviren ist allerdings nicht möglich. Dennoch warnen Forscher vor der unterschätzten Gefahr: Vor allem im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit mit Erbrechen, Durchfall und Blutungen sind Infizierte eine Gefahr. Das Auswärtige Amt warnt vor nicht notwendigen Reisen nach Guinea, Liberia und Sierra Leone.

Es ist außerdem möglich, dass sich der Erreger durch Fluggäste nach Europa ausbreitet. Angesichts der hohen Infektionszahlen ist das wahrscheinlicher als bei früheren Ausbrüchen der Seuche. Lars Schaade, Vizepräsident des Robert-Koch-Instituts, schätzt die Gefahr allerdings gering ein: "Selbst für den Fall, dass jemand die Erkrankung einschleppt, ist Deutschland bestens ausgerüstet.“

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