Kosmonauten-Kongress: Wie wird man eigentlich Astronaut?

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Kosmonauten-Kongress: Wie wird man eigentlich Astronaut?

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Abenteuerlust darf ein Astronaut schon mitbringen, aber die allein würde als Motiv für eine so lange Marsmission nicht reichen, meint der deutsche Raumfahrer Reinhold Ewald.

Es ist ein Branchentreffen der besonderen Art. In Köln treffen sich Weltraum-Veteranen und tauschen sich über laufende Projekte aus. Anschließend halten sie Vorträge an Schulen. Thema: Wie werde ich Astronaut?

Abenteuerlust darf ein Astronaut schon mitbringen, aber die allein reiche als Motiv für eine so lange Marsmission nicht aus, meint der deutsche Raumfahrer Reinhold Ewald. „Solche Leute würden schon auf dem Weg zum Mars an ihrer Entscheidung zweifeln, weil es so lange dauert“, sagte er zum Weltkongress der Astronauten in Köln (1. bis 5. Juli). Bei dem Kongress der Astronautenvereinigung ASE (Association Space Explorers) tauschen sich 80 Astronauten über laufende Projekte aus. Nach ihrem Treffen in Köln besuchen sie Schulen und Unis in Deutschland, Schwerpunkt ist Nordrhein-Westfalen.

Astronaut ist ein besonderer Beruf. Aber bei der Frage, wie wird man Astronaut, ist er gar nicht so weit weg von anderen Jobs: Bewerbung, hartes Auswahlverfahren, und wenn man zu den wenigen Glücklichen gehört - dann die Ausbildung. Besonders in der Frühzeit der Raumfahrt hätten Astronauten die Bereitschaft zum Risiko haben müssen. „Sie mussten unter großer körperlicher Belastung und unter Stress funktionieren“, sagte Ewald - auch wenn manchmal Angst dabei war. Das habe sich in der Zeit der Internationalen Raumstation ISS etwas verändert.

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Der italienische Astronaut Luca Parmitano vor seinem Flug zur Internationalen Raumstation (ISS). Quelle: REUTERS

Auf der ISS gehe es vor allem um Teamfähigkeit. Weniger der Einzelkönner, der brilliert, sei gefragt, sondern viel mehr die Gemeinschaftsleistung. Die Talente an Bord könnten nur „zusammen zu 120-prozentigem Erfolg führen“, sagte Ewald, ein ASE- Vorstandsmitglied. Der Physiker ist einer von bisher zehn deutschen Astronauten. 1997 verbrachte Ewald 18 Tage in der russischen Station, wo er die Experimente früherer „Mir“-Missionen fortsetzte.

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Beruf: Astronaut. Diese Vorstellung hat noch immer etwas Faszinierendes. Als die Europäische Raumfahrtagentur 2009 sechs Astronauten suchte, bewarben sich 8500 Kandidaten mit den notwendigen Voraussetzungen: In der Regel Ingenieure und erfahrene Test- oder Verkehrspiloten. Hoch qualifizierte Leute. Körperlich fit müssen sie sein, die Astronauten, damit Wehwehchen nicht von den eigentlichen Zielen ablenken. Wer den Zuschlag bekommt, geht in die Astronauten-Ausbildung. Die dauert dreieinhalb Jahre: Das Basistraining vermittelt Grundlagen der Raumfahrt und der Triebwerkstechnik. Alle werden auf einen Stand gebracht: „Das sind Theorie, ein paar Demonstrationen, damit man die verschiedenen Raumfahrzeuge mal sieht - oder man besucht auch mal einen Start - warum nicht“, sagte Ewald. Und immer wieder gibt es Fitnesstraining. In den letzten zwei Jahren wird es ernst, die angehenden Astronauten bereiten sich auf ihre Aufgaben im All vor: „Das kann ein Außenausstieg sein, ein schwieriges wissenschaftliches Experiment, oder eine Reparatur“, erklärte Ewald.

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