Krankenhaus-Report: Zahl unnötiger Operationen steigt drastisch

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Krankenhaus-Report: Zahl unnötiger Operationen steigt drastisch

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Die Zahl der Operationen in Krankenhäuser ist in den letzten Jahren gestiegen.

Hunderttausende Patienten kommen pro Jahr unnötig unters Messer. Der Krankenhausreport der AOK zeigt: Bestimmte Operationen bringen Kliniken viel Geld. Patienten können aber nicht überall auf Qualität vertrauen.

Deutschlands Kliniken haben im vergangenen Jahr so viele Patienten behandelt wie noch nie. Doch viele kommen laut einer Studie der AOK unnötig unters Messer. Die Zahl der Behandlungen stieg laut AOK-Krankenhausreport innerhalb von fünf Jahren um 1,5 Millionen auf einen Rekord von 18,3 Millionen. Operationen würden oft nur erbracht, damit die Kliniken ihre Einnahmen verbesserten, kritisierten der Verband und das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO).

Allein im Jahr 2011 kamen 300 000 Behandlungen dazu. Nur jeder dritte der zusätzlichen Fälle sei durch das Älterwerden der Gesellschaft erklärbar. Die Hälfte des Zuwachses entfällt laut Report auf Leiden des Muskel-Skelett-Systems, des Kreislaufsystems und der Harnorgane. Besonders drastisch: Die Zahl der Wirbelsäulenoperationen hat sich bei AOK-Versicherten zwischen 2005 und 2010 mehr als verdoppelt.

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Zuwächse, wo Eingriffe Gewinne versprechen
Es gibt besonders dort starke Zuwächse, wo die Eingriffe Gewinn versprechen, sagte WIdO-Geschäftsführer Jürgen Klauber. Beim Einsatz künstlicher Hüft- und Kniegelenke liege Deutschland europaweit an der Spitze. Einen Anstieg von 25 Prozent habe es binnen zwei Jahren bei der Implantation kleiner Defibrillatoren, also Stromstoßgeber, bei Herzpatienten gegeben. „Wir sehen große regionale Unterschiede“, sagte Klauber. „Wir haben hier im Kreis Höxter viermal so viele Eingriffe wie in Nürnberg.“
Diese Kontraste sowie die Tatsache, dass es gerade bei lukrativen Fällen starke Zuwächse gebe, wertete Klauber als starken Hinweis auf vielerorts unnötige Operationen. Wie Patienten zu unangemessenen Eingriffen gedrängt werden, könne aufgrund des Reports aber nicht gesagt werden. Die Klinikausgaben der Kassen stiegen 2011 um 2 auf 60,8 Milliarden Euro.
„Den ökonomischen Fehlanreizen kommt eine ganz gewichtige Rolle zu“, sagte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, Fritz Uwe Niethard. So bringe eine typische Wirbelsäulen-OP einer Klinik 12 000 Euro ein. Dafür könnten 100 Jahre Behandlung ohne OP bezahlt werden. Wo es weniger niedergelassene ambulante Chirurgen gebe, seien die OP-Zahlen in den Kliniken besonders hoch.

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