Krebs-Medikament: Amgen übernimmt Krebsspezialisten Micromet

Krebs-Medikament: Amgen übernimmt Krebsspezialisten Micromet

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Mit dem Zukauf soll die Präsenz in Europa gestärkt werden.

von Susanne Kutter

Amgen Inc. wird Micromet für 1,16  Mrd. Dollar kaufen. Damit geht eine Perle der deutschen Biotechnik-Forschung an den US-Biotechriesen, der damit seine Krebssparte stärkt.

Schon seit vorigem Sommer arbeiten der US-Biotech-Konzern Amgen und das deutsch-amerikanische Unternehmen Micromet eng zusammen. Was die vor 19 Jahren in München gegründete Micromet zu bieten hat ist eine weltweit nahezu einmalige Technik, mit speziell gestalteten Antikörpern besonders effektiv gegen Krebs vorzugehen. Die Rechte an diesen sogenannten bispezifischen BiTE-Molekülen gehen mit der Fusion an Amgen über. Natürlicherweise bildet das körpereigene Abwehr- oder Immunsystem Antikörper, um Krankheitserreger oder Giftstoffe zu erkennen. Diese y-förmigen Proteine sind die Spürhunde der Körperpolizei: Haben sie etwas entdeckt, schlagen sie an und rufen Hilfe herbei, etwa die T-Zellen. 
Wenn allerdings Krebsgeschwüre den Menschen befallen, ist die körpereigene Abwehr machtlos. Zwar wandern Immunzellen wie die T-Zellen - eine Art Killertruppe der weißen Blutkörperchen - in die Geschwulste ein. Doch statt die Krebszellen zu zerstören, bleiben die Killer friedfertig. Den Grund kennt Micromet-Forschungschef Patrick Bäuerle: "Krebszellen tarnen sich und schütten Stoffe aus, die T-Zellen außer Gefecht setzen." Der Forscher hat deshalb ein Verfahren entwickelt, mit dem er die T-Zellen wieder scharf schalten kann, sodass sie Krebsgeschwulste förmlich dahinschmelzen lassen.
Dafür gaben die Micromet-Wissenschaftler den Antikörpern eine besondere Struktur: Sie schrumpften sie auf ihre wesentlichen Bestandteile - die Bindungsregionen am Ende der beiden Y-Arme. Weil die Moleküle so klein sind, bringen sie Killer- und Tumorzellen so nah aneinander, "dass es wieder funkt", sagt Bäuerle: "Wir sind die Dompteure, die T-Zellen dazu bringen, wieder durch brennende Reifen zu springen." In einer der jüngsten Studien mit diesen bispezifischen Antikörpern  bildete sich bei drei Viertel der Patienten eine besonders aggressive Blutkrebsart vollständig zurück: Es waren keinerlei Krebszellen mehr nachweisbar. 
Erfinder der Technik ist der inzwischen emeritierte ehemalige Leiter des Instituts für Immunologie an der Universität München, Gert Riehtmüller, der den Zusammenschluss der von ihm mitgegründeten Micromet „sehr begrüßt“. Denn für abschließende Studien und die Vermarktung solcher Krebsmedikamente brauche Micromet einfach einen großen und finanzstarken Partner, sagt Riethmüller. 

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