Kryokonservierung: Tiefgefroren in die Zukunft

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Kryokonservierung: Tiefgefroren in die Zukunft

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Die Idee, durch Einfrieren das Leben zu verlängern, fasziniert viele Menschen

von Susanne Kutter

In der Hoffnung, eines Tages wiederbelebt zu werden, lassen Menschen sich nach ihrem Tod auf Eis legen.

Die neuen Erkenntnisse der Alternsforschung sind atemberaubend. Selbst eine endlose Lebensverlängerung halten einige Forscher für möglich. Doch Menschen, die heute kurz vor dem Tod stehen, haben davon nichts. Wer die schöne neue Welt der Langlebigkeit nicht verpassen will, hat aber seit Anfang der Siebzigerjahre die Möglichkeit, sich einfrieren zu lassen.

Es war der US-Physiker Robert Ettinger, der die eiskalte Lagerungstechnik propagierte und den Tod damit zu einem vorläufigen Übergangsstadium erklärte. Er war überzeugt: „Was immer uns heute tötet, früher oder später werden unsere Freunde in der Zukunft der Aufgabe gewachsen sein, uns wiederzubeleben und zu heilen“, schrieb er 1962 in seinem Buch „The Prospect of Immortality“. Bis die paradiesische Unsterblichkeit im Diesseits anbricht, muss der Körper nur optimal konserviert werden.

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Nichts ist dafür besser geeignet als die sogenannte Kryokonservierung in flüssigem Stickstoff bei minus 196 Grad Celsius, darüber sind Wissenschaftler sich einig. Mit dieser Technik werden Gewebe, Stammzellen, Embryonen und Pflanzensamen konserviert – und wieder zum Leben erweckt. Ob das bei einem komplexen Organismus wie dem Menschen aber jemals gelingen wird, ist unklar. Bis dato sind solche eisgekühlten Zeitreisen eher das Thema von Science-Fiction-Filmen wie „Avatar“.

Kryopionier Ettinger ließ sich davon nicht schrecken und gründete 1976 das Cryonics Institute in einem Vorort von Detroit. Dort warten nicht nur seine Mutter und seine beiden Ehefrauen kopfüber in knapp drei Meter hohen Stickstofftanks auf die Wiederbelebung. Auch der 2011 verstorbene Forscher selbst und weit über 100 andere Kryonik-Anhänger ruhen dort in ihrem kühlen Zwischenlager. Insgesamt stecken bei vier weiteren US-Organisationen sowie der 2005 gegründeten russischen Firma KrioRus über 250 Menschen in Kühltanks. Etwa Ted Williams, die Baseballlegende, oder seit diesem Januar die erst 23-jährige Japanerin Kim Suozzi. Sie starb an einem Hirntumor und sagte: „Ich finde es besser, auf diese Zukunftstechniken zu setzen, als zu verwesen.“

Wer sich in Deutschland dafür interessiert, muss eisgekühlt von einem Bestatter in die USA ausgeflogen werden.

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Die Konservierung für die Ewigkeit ist allerdings nicht ganz billig: Von 50.000 Euro bei KrioRus bis zu 150.000 Euro bei der Alcor Life Extension Foundation in Arizona reichen die Tarife. Wer nur den Kopf einfriert, ist mit 7500 bis 60.000 Euro dabei. Teuer ist daran nicht nur die energieaufwendige und dauerhafte – eventuell jahrhundertelange – Kühlung.

Auch das Einfrieren muss schnell und professionell erfolgen: Direkt nach dem Ableben muss ein OP-Team das Blut des Verstorbenen durch Gefrierschutzmittel ersetzen. Das lässt das Wasser in den Körperzellen in einen glasartigen Zustand übergehen und verhindert Eiskristalle. Die würden die Zellen zum Platzen bringen.

Ob das Wiederbeleben eines Tages wirklich klappt? Die Kryoniker argumentieren: Vor 120 Jahren galten auch Flugzeuge und Raumfähren als Spinnerei.

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