Langzeitstudie: Optimismus ist gut für das Herz

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Langzeitstudie: Optimismus ist gut für das Herz

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Eine positive Lebenseinstellung schützt auch die Gesundheit, lässt eine Langzeitstudie vermuten.

Eine US-Langzeitstudie hat den Zusammenhang zwischen Herzgesundheit und Lebenseinstellung untersucht: Wer pessimistisch durchs Leben geht, hat auch ein höheres Risiko für Herzprobleme.

Für Pessimisten ist das Glas halb leer, für Optimisten stets halb voll. Dass dies auch auf das Glas des Lebens übertragbar ist, zeigt nun eine US-Studie. Die Forscher fanden heraus, dass optimistische Menschen eine doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit für ein gesundes Herz haben.

Eine Gruppe von Wissenschaftlern um Rosalba Hernandez, Professorin für Soziale Arbeit an der Universität von Illinois, wertete über elf Jahre gesammelte Daten von Tausenden Amerikanern im Alter von 45 bis 84 Jahren aus. Dabei zeigte sich, dass eine positive Grundeinstellung mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für ein gesundes Herz-Kreislauf-System einhergeht. Herzkrankheiten sind nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland die häufigste Todesursache.

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Die häufigsten Todesursachen in Deutschland 2013

  • Platz 1

    Mit 39,7 Prozent sind Krankheiten des Kreislaufsystems die häufigste Todesursache in Deutschland.

    Quelle: Statistisches Bundesamt 2013

  • Platz 2

    Mit 25,8 Prozent sind Neubildungen (Tumore aller Art) die zweithäufigste Todesursache in Deutschland.

  • Platz 3

    Deutlich abgeschlagen folgen auf dem dritten Rang Krankheiten des Atmungssystems. Sie machen rund 7,3 Prozent der Todesfälle aus.

  • Platz 4

    Krankheiten des Verdauungssystems machen rund 4,5 Prozent der Todesursachen aus.

  • Platz 5

    Für 4 Prozent der Todesfälle in Deutschland sind psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen verantwortlich.

Um die Herzgesundheit festzustellen, nutzten die Forscher ein Sieben-Punkte-System, das auch von der American Heart Association (AHA) angewendet wird. Dazu zählen: Blutdruck, Body Mass Index (BMI), Blutzucker- und Cholesterinspiegel, Ernährung, körperliche Aktivität sowie die Frage, ob Tabak konsumiert wird.

Für diese Parameter wurden null, ein und zwei Punkte vergeben. Wer raucht, erhält in diesem Parameter null Punkte, wer gelegentlich raucht einen Punkt, wer nie raucht zwei Punkte. Damit können Gesundheitspunkte von null bis 14 erreicht werden, wobei 14 Punkte den Bestwert für ein gesundes Herz darstellen. Je geringer die erreichte Punktzahl, desto höher ist das Risiko für Arterienverkalkung oder Herzkrankheiten.

Wie sich der BMI berechnet

  • Formel

    Der Body-Mass-Index berechnet sich wie folgt: Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch die Körpergröße mal Körpergröße in Metern.

    Bei einem Gewicht von 90 Kilogramm und einer Größe von 1,90 Meter beträgt der BMI also knapp 25.

  • Was ist normal?

    Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO wird ein BMI zwischen 18,5 und 24,9 als normal angesehen. Ab einem Wert von 30 Kilogramm pro Quadratmeter Körpergröße gelten Übergewichtige als behandlungsbedürftig.

Die Daten für diese Auswertung bezogen die Forscher aus einer Langzeit-Untersuchung, die zwischen 2000 und 2011 die Gesundheitsdaten von 6000 Menschen aus sechs verschiedenen Regionen der USA sammelte. Alle 18 bis 24 Monate wurden die Daten erhoben. Zusätzlich füllten die Studienteilnehmer Fragebögen aus, mithilfe derer ihre geistige Gesundheit und Lebenseinstellung festgestellt wurden.

"Die Menschen mit der optimistischsten Lebenseinstellung haben eine doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit für beste Herz-Kreislauf-Gesundheit, verglichen mit den pessimistischen Studienteilnehmern", erklärt Hernandez ihre Auswertung. Wenn sozio-ökonomische Faktoren wie Alter, ethnische Zugehörigkeit, Einkommen und Bildungsstand einbezogen wurden, sei dieser Zusammenhang sogar noch stärker gewesen.

Die Wissenschaftler messen der Studie hohe klinische Bedeutung zu. Hernandez verweist auf eine Untersuchung aus dem Jahr 2013, die zeigte, dass schon eine um einen Punkt verbesserte Gesundheit mit einer achtprozentigen Reduktion des Risikos für einen Schlaganfall einhergeht. Auf die Bevölkerung bezogen bedeute dies deutlich weniger Todesfälle, betont Hernandez. Sie sieht den Optimismus daher als wichtigen Präventionsfaktor für Herzkrankheiten.

Acht Tipps, um das Herz zu schützen

  • Wechseln Sie in die Vogelperspektive

    Versuchen Sie, die Situation, die Ihnen Frust bereitet, ganz bewusst von oben beziehungsweise von außen zu betrachten. So bauen Sie eine innere Distanz zum aktuellen Geschehen auf. Zum Beispiel: "Der Stau, in dem ich gerade stehe, ist eine Tatsache, die ich nicht ändern kann. Wenn ich mich aufrege, verschlimmere ich die Situation nur."

  • Treiben Sie Sport

    Sport zählt laut der Deutschen Herzstiftung zu den besten Möglichkeiten, um Stress loszuwerden. Bereits eine halbe Stunde Bewegung, sei es Walking, Schwimmen oder Tennis, kann gefühlte Wunder vollbringen.

  • Das Übel bei der Wurzel packen

    Zwar lassen sich die Ursachen von Stress nicht immer beheben, etwa bei einem schwierigen Chef. Bei Stress in der Beziehung können gezielte Gespräche helfen. Hier gilt: Nicht schon aufgebracht ins Gespräch gehen, sondern lieber ein paar Tage warten und alle Argumente und Gegenargumente auch sacken lassen.

  • Entspannungstechniken einüben

    Yoga, autogenes Training und Co. werden immer wieder angepriesen - doch nicht jedem sind sie eine Hilfe. Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt einen pragmatischen Ansatz: Wenn eine Methode Entspannung bringt, ist sie auch gut - wenn nicht, sollte man andere Sachen ausprobieren. Während manche Menschen alleine und in völliger Stille entspannen, bevorzugen andere etwa die Anleitung in einer Gruppe. Die gewählte Technik sollte auf jeden Fall regelmäßig geübt werden, damit sie in akuten Stress-Situationen auch abrufbar ist.

  • Starten Sie Ihren "Gegenentwurf"

    Unter dem "Gegenentwurf" versteht man die ständige Pflege persönlicher Interessen, seien es Chorsingen, Fußballspielen oder Briefmarkensammeln. Also Aktivitäten, die uns anregen und positiv herausfordern und so vom negativen Stress ablenken.

  • Verbannung für Entspannungskiller

    Fernsehen mag zwar entspannend erscheinen, doch man ist dabei passiv und erreicht keine nachhaltige Stress-Reduktion - wertvolle Zeit, in der man den Ärger des Tages verarbeiten und abschütteln kann, geht so verloren. Es kann helfen, sich einen Plan zu machen, an welchen Tagen man den Fernseher auf jeden Fall auslassen und stattdessen ein altes Hobby wieder aufleben lassen oder ein Treffen mit Freunden verabreden kann.

  • Vorsicht bei Medikamenten

    Arzneien, die Beruhigung versprechen gibt es zwar - sie sollten aber stets nur unter Kontrolle eines Arztes zum Einsatz kommen, und nicht einfach auf eigene Faust im Internet bestellt werden. Als Beispiel nennt die Deutsche Herzstiftung Benzodiazepine, die für langfristige Stressbewältigung ungeeignet sind, weil sie schon nach kurzer Zeit abhängig machen und zudem erhebliche Nebenwirkungen (Konzentrationsschwierigkeiten, Benommenheit) haben können.

  • Achten Sie auf Ihre Ernährung

    Gerade wer viel zu tun und einen gefühlten 48-Stunden-Tag hat, achtet oft nicht ausreichend auf seine Ernährungsweise. Es wird dann zu schnell, das Falsche und zu viel gegessen und vielfach auch zu viel Alkohol getrunken. Zusammen mit Bewegungsmangel kann das zu Übergewicht führen, was Unzufriedenheit und Frustgefühle noch verstärken kann. Man sollte sich am Besten ein Repertoire an schnellen und gesunden Mahlzeiten zulegen, etwa aus der Mittelmeerküche.

Eine klare Ursache-Wirkungsbeziehung ist mit der Untersuchung aber noch nicht nachgewiesen. Die lebensbejahenden Menschen hatten in der Langzeitbeobachtung auch deutlich bessere Blutzucker- und Cholesterinwerte. Außerdem waren sie sportlicher, eher Nichtraucher und hatten eher BMIs in einem als gesund angesehenen Bereich.

Weitere Untersuchungen werden zeigen müssen, ob Maßnahmen zur Verbesserung der psychischen Gesundheit tatsächlich das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten herabsenken können.

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