Licht am Arbeitsplatz: „Licht und Information werden verschmelzen“

Licht am Arbeitsplatz: „Licht und Information werden verschmelzen“

, aktualisiert 31. Oktober 2011, 13:58 Uhr
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In Zukunft wird Licht immer feiner steuerbar und an die Bedürfnisse anpassbar.

Quelle:Handelsblatt Online

Würden Firmen mehr in die Beleuchtung investieren, wären ihre Mitarbeiter zufriedener und produktiver, sagt Lichtforscher Oliver Stefani. Im Interview entwirft er künftige Lichtszenarien für die Arbeitswelt.

Handelsblatt: Herr Stefani, wie ist es um die Beleuchtung an deutschen Arbeitsplätzen bestellt?

Oliver Stefani: Die Beleuchtung in Büros und Fabrikhallen ist beinahe durchgängig ausreichend, hell genug und sie erfüllt die Normen. Das war es aber auch schon. Eine Beleuchtung, die Produktivität und Wohlgefühl steigert, sieht anders aus. Allerdings habe ich in Spanien oder Italien schon wesentlich schlimmere Beispiele gesehen: Büros ohne Fenster, dunkel, mit flackerndem Neonlicht.

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Gibt es Anzeichen für ein Umdenken?

Ja, wir bekommen immer mehr Anfragen für Beleuchtungsberatung – von Unternehmen wie auch von Einrichtungen wie Krankenhäusern oder Altersheimen. Vor allem das Thema LED ist in aller Munde. Viele wollen wissen, was sie damit erreichen können.

Welche Möglichkeiten sehen Sie?

Mit LED-Systemen lässt sich die Lichtveränderung im Tagesablauf nachbilden. Es gibt auch vordefinierte Lichtszenarien wie aktivierendes oder beruhigendes Licht.

Wie weit reicht die Wirkung von Licht?

Sehr weit, sowohl im biologischen wie auch im emotionalen Sinne. Wir haben beispielsweise eine Studie mit Displays durchgeführt, die ja immer mehr zur Beleuchtung beitragen. Die Probanden saßen entweder vor einem herkömmlichen Display, das wir auf warmes Weiß eingestellt hatten, oder vor einem LED-Display mit hohem Blauanteil.

Gab es einen Effekt?

Durch das blaue Licht waren die Probanden signifikant wacher, im Speichel der Teilnehmer mit dem warmweißen Licht war hingegen deutlich mehr Melatonin – ein Hinweis auf Müdigkeit. Eine weitere Studie mit einer LED-Leuchte hat gezeigt, dass die meisten dynamisches Licht bevorzugen und dass es positive Auswirkungen auf das Wohlbefinden hat.


„Eine Wand wird zur Lichtquelle“

Welche Möglichkeiten der Arbeitsplatzgestaltung wird die OLED-Technologie eröffnen?

OLEDs sind interessant, um Flächen direkt als Lichtquelle zu nutzen. Sie erzeugen ein flächiges, diffuses Licht, wie es mit LED-Technik schwer und nur über Umwege zu erreichen ist. Ideal ist die Kombination aus diesem Licht mit gerichteten Spots, die sich mit LEDs ideal realisieren lassen. Vermutlich wird sich in vielen Fällen langfristig eine Kombination aus OLED und LED durchsetzen.

Wie sieht der Arbeitsplatz der Zukunft aus?

Wir im Lightfusionlab sind davon überzeugt, dass die Quellen für Licht und Information – also Lampe und Display – in Zukunft immer mehr zu einer Einheit verschmelzen werden. Flächen wie etwa die Tischoberfläche oder eine Wand werden zu Lichtquellen oder Displays. Und das Licht wird immer feiner steuerbar und an die Bedürfnisse anpassbar.

Können Sie ein Beispiel aus Ihrer Forschung nennen?

Wir experimentieren mit LED-Leuchten, die gezielt bestimmte Farben verstärken. In der Produktion wäre das interessant, um je nach Betrieb Holz, Metall oder andere Produkte besonders gut sichtbar zu machen. Das kann die Arbeit erheblich erleichtern.

Herr Stefani, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Quelle:  Handelsblatt Online
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